Unter der Hutze auf dem Dach eines Linienbusses, so wie hier auf dem Bild des Stockholmer Busses zu sehen, die Erdgastanks gelagert. Foto: SL

Nach der Explosion an der Höhenbegrenzung brannte der erdgasbetriebene Linienbus völlig aus. Foto: Nilsson

Am Sonntagmittag explodierte in der schwedischen Hauptstadt Stockholm ein Linienbus. Da sich die Explosion nahe des Hauptbahnhofs ereignete, war zunächst nicht klar, ob es ein Attentat oder Unfall war. Wer Stockholm kennt, der weiß, dass sich hier in unmittelbarer Nähe auch der Reichstag,  das Königsschloss und das Parlament befindet. Die schwedische Polizei gab aber kurz nach dem Unglück bekannt, dass es sich um einen Verkehrsunfall und keine terroristische Tat handeln würde. Der Busfahrer hatte scheinbar die Hutze auf dem Dach seines Linienbusses vergessen. Und unter eben diesem Dachaufbau befinden sich die Gasflaschen. Die Flaschen bestehen aus Gewichtsgründen oft aus einem Compositmaterial mit Kunststoffkern sowie einer Ummantelung aus Kohlefasern und zusätzlich aus Glasfasern. Diese Werkstoffkombination ist einerseits leicht und andererseits hochstabil. Aus Gründen der Gewichts­verteilung lagern sie bei einem Solowagen über der Vorderachse und beim Gelenkbus über der mittleren Achse. Im Gegensatz zu Dieselfahrzeugen stoßen erdgasbetriebene Linienbusse so gut wie keinen Feinstaub oder Stickoxide aus. Und durch die Verwendung von Biogas oder die Erzeugung von synthetischem Erdgas als Speicher für überschüssige Ökostrom (Power-to-Gas-Verfahren) ist so bereits heute ein komplett CO2-freier Betrieb möglich. Die zahlreichen Bilder in den sozialen Medien und den Nachrichtenkanälen der schwedischen Fernsehanstalten zeigten immer wieder ein Bild, was eventuell auf einen Fahrfehler hinweisen könnte: Feuerwehrleute neben einem Gastank. Nicht auf dem Busdach, sondern auf dem Boden. Der Bus könnte in der Einmündung eines Tunnels in eine Höhenbegrenzung gefahren sein. Daraufhin könnte der Gastank auf dem Dach an eben dieser Höhenbegrenzung hängengeblieben und explodiert sein. Durch die Wucht des Aufpralls reicht ein kleines Leck und ein Funkenflug, um eine Explosion herbeizuführen. Fahrgäste wären zur Unglückszeit nicht an Bord, so die schwedische Polizei. Der Busfahrer erlitt Brandverletzungen. Am Nachmittag meldete sich dann der Stockholmer Nahverkehrsbetrieb und erklärte, dass der Bus auf dem Weg zu seinem Einsatz gewesen wäre. Aus noch nicht bekannten Gründen habe der Fahrer aber eine andere Route genommen. Deshalb sei er in die Höhenbegrenzung des Tunnels gefahren. Die Polizei teilte mit, dass er nun mit einer Anzeige wegen Verursachung körperlicher Schäden, Vergehen am Arbeitsplatz und Fahrlässigkeit im Straßenverkehr zu rechnen habe.

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