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Eine Bus-Installation in Dresden sorgt für Aufsehen. Foto: Schreiber

Das Denkmal namens „Monument“ für den Dresdner Neumarkt sorgt für große Diskussionen: Der deutsch-syrische Künstler Manaf Halbouni will mit seinem Kunstwerk, einer Installation mit drei Omnibussen, ein Zeichen für Frieden, Freiheit und Menschlichkeit setzen. Das wird aber so nicht verstanden, über die hochkant aufgestellten Omnibusse wird tumultartig gestritten. Für die einen ist es „spektakulär“, für die anderen „entartete Kunst“. Fakt ist: Die Installation des Künstlers steht die direkt vor der Frauenkirche, schon das ist für viele Menschen in Dresden eine Provokation. Manaf Halbouni ließ sich von einem Foto inspirieren, das im Jahr 2015 um die Welt ging. Auf dem Bild waren drei aufgestellte Bus-Wracks zu sehen, hinter denen sich Kämpfer in der syrischen Stadt Aleppo vor Scharfschützen der syrischen Armee versteckten. „Ich habe die Bilder damals gesehen und gedacht: Wahnsinn, was Menschen tun, um sich vor Angriffen zu schützen“, so Halbouni. Die aufgestellten Omnibusse sind keine „Originale“ aus Aleppo. Sie wurden bei einem Gebrauchtwagen-Händler für das Kunstwerk gekauft. In der künstlerischen Auseinandersetzung sieht Halbouni auch Verbindungen zu Dresdner Zivilisten, die sich 1945 ebenfalls vor Angriffen schützen mussten. Insofern will der Künstler sein „Monument“ auch als Mahnmal für Dresdens Bomben-Opfer verstanden wissen. Viele wollen Halbouni aber überhaupt das Recht absprechen, Kunst für Dresden zu machen. Die Diskussion auf dem Neumarkt wird mitunter populistisch geführt, nur wenige Menschen wissen, dass der Vater des Künstlers ein Syrer ist, seine Mutter eine Dresdnerin und er somit in Dresden verwurzelt ist. Halbouni wurde in Damaskus geboren, hat als Kind viel Zeit in der Stadt an der Elbe verbracht – seit 2008 lebt er in Dresden. Manaf Halbouni hat Kunst studiert, war Meisterschüler in Dresden und ist inzwischen mit renommierten Projekten in der Welt der Kunst befasst. Die Installation gehört zu den Aktionen, mit denen die Stadt der Zerstörung am 13. Februar 1945 gedenkt. Und das ist bis heute ein ideologisch hart umkämpftes Datum, denn bis kurz vor Kriegsende verbreiteten die Nationalsozialisten den Opfermythos einer „unschuldigen Stadt“, den auch bei der Einweihung des „Monuments“ rechte Bewegungen immer wieder neu aufleben lassen wollten. Wenn über Kunst gesprochen wird, dann haben die Kritiker meist nur ein Argument: Das Gedenken an die Dresdner Bombentoten von 1945 würde durch das Monument geschmälert werden, denn die Aufmerksamkeit würde auf die Toten von Aleppo gelenkt werden. Anfangs wurde auch kritisch angemerkt, dass die Omnibusse umkippen könnten… Die auf einem betonierten Sockel aufgestellten Omnibusse werden durch Stahlstreben gehalten, Statiker und Architekten haben das Kunstwerk begleitet. Das Sichern findet auf einer ganz anderen Ebene statt: Die aufgestellten Omnibusse werden durch die Polizei vor den Gegner gesichert, die schon die Einweihung massiv gestört haben. Bis zum 3. April bleibt das „Monument“ aber auf dem Neumarkt in Dresden stehen. Bis dahin bleibt Zeit, um zu diskutieren. „Wir wissen alle, dass Kunst nicht Wahrheit ist. Kunst ist eine Lüge, die uns die Wahrheit begreifen lehrt, wenigstens die Wahrheit, die wir als Menschen begreifen können.“, so Pablo Picasso.

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