BRT-Systeme, wie hier in Amsterdam, sind weltweit besonders in Ballungszentren erfolgreich. Foto: Meijer

Erhält Ludwigsburg das erste vom Bund geförderte BRT-System in Deutschland? Wie die Ludwigsburger Kreiszeitung meldet, will die Stadt Ludwigsburg bis zum Jahr 2020 ein BRT-System einführen. Das so genannte Bus Rapid Transit-System ist vergleichbar mit einem Schnellbus-System, bei entweder Haltestellen ausgelassen werden oder Busse auf eigenen Spuren fahren, um so schneller ans Ziel zu kommen. So sollen Pendler bewegt werden, auf den Bus umzusteigen. Die Haltestellen sind so konstruiert, dass die Fahrgäste ihr Auto oder Fahrrad in unmittelbarer Nähe abstellen können, um dann ebenerdig – wie bei einer S-Bahn – in den Bus ein- und aussteigen zu können. Optisch bieten Busse und Peripherie auch immer etwas Besonderes. Und das will die Stadt Ludwigsburg nun bis zum Jahr 2020 auf die Straße bringen. Die Stadt sieht darin die ideale Lösung, um den Nahverkehr zeitnah auszubauen. Mit Trassen, die später vielleicht auch eine Stadtbahn nutzen kann. In der Stadt Metz beispielsweise kosteten die Trassen 200 Millionen Euro, für Ludwigsburg wird dies nach Informationen der Zeitung auf 60 Millionen geschätzt. „Wir sehen das ergänzend zur Stadtbahn“, sagte Oberbürgermeister Werner Spec. Er ließ aber durchblicken, dass auf das BRT-System für ihn eine Stadtbahn nicht zwingend folgt. „Der Nutzer will ein leistungsfähiges System, da ist es egal, ob das auf Schienen passiert oder nicht.“, so wird Spec in der Zeitung zitiert. Ludwigsburg hätte mit der Einführung eines BRT-Systems die Möglichkeit, Verkehrsgeschichte in Deutschland zu schreiben, weil damit erstmals ein komplettes BRT-System installiert werden würde und dieses zudem noch vom Bund gefördert werden würde. Das BRT-System könnte nach Ansicht aller Beteiligten förderfähig seinn, und zwar zu bis zu 80 Prozent aus dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG). Der Sonderbeauftragte des Bundes Dr. Siegfried Balleis indes habe sich begeistert vom BRT-System gezeigt. »Das wäre absolut innovativ.« In Erlangen, wo Balleis selbst früher Oberbürgermeister war, hätte er sofort zugegriffen, hätte er das BRT-System gekannt, sagte er. Kaum ist ein BRT-System im Gespräch, werden auch schon Stimmen laut, die gleich lieber eine Straßenbahn in Ludwigsburg auf die Räder stellen wollen…

 

 

 

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