Bremen startete 2016 mit einem Sileo das Testen der Elektromobilität. Foto: BSAG

Schon seit Jahren testet die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) Elektrobusse, doch die Anschaffung ist bislang an der Finanzierung gescheitert. Da in der Hansestadt an der Weser aber die Stickoxid-Grenzwerte immer wieder überschritten wurden, kann Bremen nun auf Bundesmittel aus dem Sofortprogramm „Saubere Luft“ zugreifen. Mit der Entscheidung des Bremer Senats über die Übernahme der restlichen Finanzierung scheint die Budgetfrage jetzt geklärt: Die BSAG wird voraussichtlich ab 2022 die ersten Elektrobusse in den Fuhrpark holen. Neben fünf rein elektrisch angetriebenen Batteriebussen sind 15 weitere wasserstoffbetriebene Brennstoffzellen-Busse vorgesehen. Das Gesamtinvestitionsvolumen liegt einschließlich des Aufbaus der benötigten Ladeinfrastruktur auf den BSAG-eigenen Betriebshöfen sowie der technischen Umrüstung im Werkstattbereich bei knapp 17 Millionen Euro. Mit finanzieller Unterstützung von Stadt und Bund – letzterer gibt aus seinem Förderprogramm einen Zuschuss von jeweils 40 Prozent pro Fahrzeug – konnte sich auch der Senat nicht mehr verweigern und gleicht die verbleibende Finanzierungslücke im Vergleich zum Preis von Dieselbussen aus. Die dafür nun notwendigen 1,16 Millionen Euro seien nun freigegeben worden, wie es aus Kreisen der BSAG heißt. Nun können die ersten der insgesamt 212 Linienbusse ausgetauscht werden. Das Ziel eines langfristig flächendeckenden Elektrobus-Angebotes in der Hansestadt wurde bereits vor zwei Jahren im so genannten Masterplan Green City festgelegt. Ab 2025 sollen dem Plan entsprechend gut 50 Prozent der Kilometerleistung rein elektrisch erbracht werden, wobei die Straßenbahnen auch mit berechnet werden. Bis zur kompletten Umstellung werden noch viele Jahre vergehen, der letzte Dieselbus wird voraussichtlich erst zwischen 2035 und 2040 ausgemustert werden. Schneller kommt eine zweite Ausschreibung, durch die dann bis voraussichtlich Ende 2022 weitere 15 BSAG-Elektrobusse mit zusätzlicher Brennstoffzelle an Bord angeschafft werden – hier geht die BSAG von einer Reichweite von 400 Kilometern aus. Aus Sicht von BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer ist der Kauf der insgesamt 20 ersten Elektrobusse eine wichtige Marke in der Unternehmensgeschichte, „auch wenn wir eigentlich schon seit fast 140 Jahren elektrisch unterwegs sind, nämlich mit der Straßenbahn“. Die ersten fünf Elektrobusse soll noch in diesem Jahr ausgeschrieben werden, die BSAG plant deren Indienststellung für Mitte 2022. Ausgeschrieben werden Solofahrzeuge, denn rein elektrische Gelenkbusse für die Einsatzbedürfnisse in Bremen seien am Markt gegenwärtig noch nicht verfügbar, so die BSAG. Gut 50 Linienbusse in der Hansestadt sind Solofahrzeuge, der Rest misst 18 Metern. Zum Start in das elektromobile Zeitalter werden die Elektrobusse auf den Strecken fahren, die von den Betriebshöfen Neustadt und Neue Vahr aus bedient werden können. Die Laufleistung soll pro Tag zwischen 70 und 350 Kilometern liegen. (BSAG/BremerSenat/WeserKurier/PM/Schreiber)

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