Plant Volkswagen den Börsenstart der Lkw-Sparte, zu der auch die Omnibusse von MAN, Neoplan und Scania gehören? Foto: MAN, Montage: omnibus.news

Anfang März wurde noch spekukliert, jetzt ist es amtlich: Volkswagen teilt mit, dass die Umwandlung der Rechtsform der Volkswagen Truck & Bus GmbH in eine Aktiengesellschaft ein wichtiger Meilenstein für den Konzern sei. Im Rahmen der „TOGETHER – Strategie 2025“ soll so die Effizienz und Innovationsfähigkeit von Volkswagen Truck & Bus und damit die Erreichung der Kapitalmarktfähigkeit weiter gesteigert werden. MAN, Scania, Volkswagen Caminhões e Ônibus und RIO seien unter dem neuem Dach erfolgreich zusammengewachsen: 2017 verkaufte Volkswagen Truck & Bus 205.000 Nutzfahrzeuge, ein Plus von 11,6 % gegenüber 2016 – der Umsatz legte um 12,1 % auf 23,9 Milliarden Euro zu und das operative Ergebnis vor Sondereinflüssen stieg um 26,8 % auf 1,7 Milliarden Euro. Die Kapitalmarktfähigkeit eröffnet Volkswagen Truck & Bus auf dem Weg zum Global Champion damit perspektivisch verschiedenste Möglichkeiten für ihre nachhaltige Weiterentwicklung. Andreas Renschler, CEO der Volkswagen Truck & Bus GmbH: „Die Gründung von Volkswagen Truck & Bus im Jahr 2015 war genau die richtige Entscheidung: Unsere Nutzfahrzeugmarken arbeiten heute enger und erfolgreicher zusammen als je zuvor. Dass wir nun den Weg zur Kapitalmarktfähigkeit ebnen, ist der nächste logische Schritt in der erfolgreichen Entwicklung unseres Unternehmens. Wir sind jetzt bereit, mit der Herstellung der Kapitalmarktfähigkeit einen Gang hochzuschalten. Klar ist, dass dies nicht von heute auf morgen geschehen kann. Wir haben dafür mit ‚Next Level‘ ein umfassendes Projekt gestartet, in dem weltweit fast 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller unserer Marken aktiv sind. Wir werden als Team die Voraussetzungen schaffen, um auf zusätzliche Finanzierungsmöglichkeiten des Kapitalmarktes zurückgreifen zu können. Damit können wir flexibler wichtige Zukunftsinvestitionen finanzieren und das profitable Wachstum unseres Nutzfahrzeuggeschäftes beschleunigen. Unsere Kunden, Mitarbeiter sowie der gesamte Volkswagen Konzern werden davon gleichermaßen profitieren.“

Andreas Renschler machte auf der IAA 2016 in Hannover keinen Hehl daraus, dass die Nutzfahrzeugsparte unter dem Dach von Volkswagen weiter expandieren wird. Foto: omnibus.news

Volkswagen Truck & Bus wird seine eingeleitete Transformation zu einem reiferen Unternehmen konsequent vorantreiben. Dazu verfügt die Gruppe bereits über eine breit aufgestellte und agile Organisation mit 31 Standorten in 17 Ländern und 81.000 Mitarbeitern, die Lkw und Busse produzieren. In den ersten Geschäftsjahren 2016 und 2017 investierte das Unternehmen insgesamt 2,9 Milliarden Euro in Forschung & Entwicklung. Volkswagen Truck & Bus hat heute eine führende Marktposition in Europa und Brasilien. In den Wachstumsmärkten Nordamerika und China konnten starke Partnerschaften aufgebaut werden. Mit „Next Level” hat Volkswagen Truck & Bus ein Projekt zur Weiterentwicklung aufgesetzt, das die Reife, Effizienz und Innovationsfähigkeit der Gruppe weiter steigern wird. „Die Arbeitnehmervertreter von Volkswagen, MAN und Scania stehen schon seit 2011 hinter der Strategie, dass unsere Lkw-Sparte zum Heben größtmöglicher Synergien eine globale Aufstellung braucht, sagte Bernd Osterloh, Gesamtbetriebsratsvorsitzender der Volkswagen AG. „Mit der Kapitalmarktfähigkeit schaffen wir die Voraussetzung dafür, Wachstum – wenn nötig – finanziell stemmen zu können und unseren starken Marken MAN und Scania damit neue Perspektiven und eine langfristige Sicherung der Arbeitsplätze zu ermöglichen. Dass der Global Champion nicht nur wirtschaftlich, sondern auch bei den Rechten der Arbeitnehmer von Scania und MAN in der ersten Liga spielt, ist gemeinsames Verständnis zwischen Andreas Renschler und uns. Hier wird eine Win-Win-Situation für die Beschäftigten und die Unternehmen geschaffen.“ Den weiteren Weg der Formwandlung der Gesellschaft von einer GmbH in eine AG werde man eng begleiten. „Am Ende sehen wir eine Aktiengesellschaft Europäischen Rechts. Darauf legen wir Wert, denn wir wollen eine starke Mitbestimmung für unsere Kollegen bei MAN und Scania. Und das geht nur über eine SE“, so Bernd Osterloh weiter.

 

 

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