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Willi Nibbe, Geschäftsführer Stadtverkehr und Lübeck-Travemünder-Verkehrsgesellschaft
und Ulrich Pluschkell, Aufsichtsratsvorsitzender. Foto: Silz

Bis 2035 will der Stadtverkehr Lübeck alle konventionellen Linienbusse durch Elektrobusse ersetzt haben. Auch die Lübeck-Travemünder Verkehrsgesellschaft (LVG) wird elektrifiziert, so der Geschäftsführer Willi Nibbe, der den Stadtverkehr in Lübeck und in Travemünde verantwortet.Zum Start gab es zwei Elektrobusse von Sileo. „Wir starten nun mit Linienbussen, die zu 100 % elektrisch angetrieben werden, “, freut sich Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehrs. „Dies ist der Beginn für den Aufbau einer ganzen Flotte“. Stadtverkehr und LVG sind damit Vorreiter in Schleswig Holstein und der Metropolregion Hamburg. Die beiden 12 m langen Standardlinienfahrzeuge sind das neue Aushängeschild für den Fortschritt des Verkehrsunternehmens. „Wir wollen nicht mehr über Elektromobilität reden, sondern jetzt diese zukunftsweisende Technologie schrittweise einführen“, so Nibbe. Ab heute geht das erste Fahrzeug in den Echtbetrieb. Mit Bordrechner und Ticketsystem ausgestattet werden die E-Busse auf der Linie 21 und Linie 33 eingesetzt. Auch Ulrich Pluschkell, Aufsichtsratsvorsitzender des Stadtverkehrs, ist überzeugt: „Mit dem Einstieg in die echte E-Mobilität leistet der Stadtverkehr einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz weltweit. E-Busse bedeuten weniger Verkehrslärm und Abgase in den Straßen Lübecks.“ Die im auffälligen blauen und roten Design gestalteten Linienfahrzeuge wurden in der vergangenen Woche direkt aus dem Hersteller–Werk in Salzgitter auf eigener Achse zum Betriebshof am Ratekauer Weg gefahren. Dies war ohne Probleme machbar. Die Batterie des Fahrzeuges hat eine Reichweite von bis zu 350 km. Das ist für die Tagesleistung eines Linienfahrzeuges im städtischen Linienverkehr ohne Risiko ausreichend. Aufgeladen werden die beiden Neulinge über Nacht in der Abstellhalle des Stadtverkehrs vorerst mit extra dafür vorgesehenen Ladegeräten, die an 63-Ampere-Steckdosen angeschlossen werden. Damit ist eine Ladung unterwegs mit der dafür erforderlichen Infrastruktur nicht mehr notwendig. In einem 3-Stufen-Konzept soll die zukünftige Stromversorgung auf dem Betriebshof für einen kompletten Fahrzeugpark mit bis zu 200 Fahrzeugen bis 2030 ausgebaut werden. „Bis Ende des Sommers ist die 1. Stufe der Stromversorgung für bis zu 25 Fahrzeugen fertiggestellt. Wann Stufe 2 und 3 folgen, steht derzeit noch nicht fest“, sagt Willi Nibbe, Geschäftsführer des Stadtverkehrs. „Die sukzessive weitere Beschaffung von Elektrofahrzeugen ist nach wie vor abhängig von Fördermitteln, der technologischen Weiterentwicklung und der Preise“, so Nibbe. Im Januar diesen Jahres erhielten Stadtverkehr und LVG vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin insgesamt 280.000€ Fördermittel für die Anschaffung der Fahrzeuge und Einrichtung der Ladeinfrastruktur. Die Kosten für einen Linienbus betragen rund 500.000 €, doppelt so viel wie für einen herkömmlicher Bus. Rückendeckung gibt es vom kommunalen Energieversorger, der den Strom liefert und als Teil der Stadtwerke ein zusätzliches Geschäft macht. Jährlich würde der Verkehrsbetrieb rund 4,5 Millionen Euro für Diesel ausgeben, fahren Elektrobusse, dann bleibt das Geld mehr oder weniger in der eigenen Kasse. Da der Energieversorger ein Drittel seines Stromes aus regenerativen Quellen schöpft, können die Elektrobusse sogar politisch korrekt mit Ökostrom fahren. Mit den aktuell von der Herstellern von Elektrobussen genannten Daten kann die ganze Flotte in Lübeck und Travemünde problemlos rein elektrisch fahren. Alle 200 Linienbusse erreichen abends den Betriebshof im Ratekauer Weg und können hier in vier bis acht Stunden aufgeladen werden. „Das ist unsere Strategie“, erklärt der Geschäftsführer, „wir wollen unsere Elektrobusse nicht unterwegs aufladen müssen.“ Die Umstellung auf Elektrobusse sieht auch Veränderungen auf dem Betriebshof vor: die Werkstätten sind bereits für Elektrobusse ausgerüstet, die Mitarbeiter vorbereitet und neue Mechatroniker würden auf diese Technologie geschult werden, so der Plan der Lübecker. Vor fünf Jahren kaufte der Stadtverkehr Lübeck die ersten Hybridbusse, die neben dem Dieselmotor auch einen elektrischen Antrieb haben. Zehn Hybridbusse sind erfolgreich auf Lübecks Straßen unterwegs, ausreichend, um Erfahrungen für den Umbau zur Elektromobilität zu sammeln.

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Zwei Sileo elektrobusse stromern ab sofort in der Hansestadt Lübeck. Foto: Silz

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