Zuschüsse für Forschung und Verkauf findet der Betriebsrat von MAN angebracht, weil der Staat “mit zunehmenden Restriktionen, Auflagen und Strafzahlungen” die Krise des Unternehmens mit verursacht habe. Foto: MAN, Grafiken: Cleanpng, Monatge: omnibus.news

Die MAN-Betriebsräte in Deutschland fordern angesichts geplanter umfassender Stellenstreichungen ein Hilfsprogramm der Politik für die Entwicklung klimafreundlicher Antriebe. In einem Brief, der unter anderem an die Bundesministerien für Arbeit, Wirtschaft und Verkehr adressiert ist, fordern Betriebsratsvorsitzender Saki Stimoniaris und seine Kollegen mehr Unterstützung für das Unternehmen. Der MAN-Betriebsrat warnt vor dem Verlust von technologischem Know-how, wenn der MAN-Vorstand den vorgesehenen Stellenabbau umsetzt. „Unsere Industrie ist nicht nur systemrelevant, sie forscht an der Zukunft“, heiße es in dem Brief. „Wasserstoff und batteriebetriebene Mobilität werden in einigen Jahren für einen emissionsfreien Güterverkehr sorgen.“ MAN will bekanntlich bis zu 9.500 seiner weltweit 36.000 Stellen streichen. Das Management habe kürzlich eine Vereinbarung zur Standortsicherung gekündigt, die eigentlich bis 2030 hätte gelten sollen. Betriebsräte und Belegschaft hätten sich in der Vergangenheit stets an Vereinbarungen gehalten. “Dasselbe müssen wir auch von unserem Unternehmen erwarten können”, sagte Stimoniaris. Vor dem Aus stehen u.a. die Werke in Plauen und Wittlich. Stellenabbau werde auch in anderen Werken wie München und Nürnberg befürchtet, die Unternehmensleitung wolle aber noch mit den Betriebsräten verhandeln. Wenn die Politik den Handlungsdruck nicht erkenne, finde „die gesamte Entwicklung von Zukunftstechnologien außerhalb der Bundesrepublik Deutschland statt“, mahnt der Betriebsrat. „Um es an einer Zahl festzumachen: Zur Entwicklung eines Motors brauchen wir eine Milliarde Euro.” Zuschüsse für Forschung und Verkauf findet der Betriebsrat deshalb angebracht, weil der Staat “mit zunehmenden Restriktionen, Auflagen und Strafzahlungen” die Krise des Unternehmens mit verursacht habe. Und es folgt noch eine weitere Forderung, die durchaus mit dem Geldverbunden werden können: “Zugleich fehlt eine politische Festlegung auf die Infrastruktur für eine Antriebstechnik.“ Die Unternehmen müssten daher gleichzeitig in die Forschung von Brennstoffzelle und Wasserstoff- sowie Elektro- und umweltfreundlicheren Dieselantrieben investieren. Bei MAN fürchten die Betriebsräte nun, dass die kostspielige Transformation zu der alternativen Antriebsart viele Arbeitsplätze kostet – sie wollen daher mehr Unterstützung der Regierung. (MAN/Betriebsrat/PM/Schreiber)

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