Weltpremiere in Paris: Der vollelektrische EquiCity für Hamburg. Grafik/Foto: Van Hool

Weltpremiere in Paris: Der vollelektrische EquiCity für Hamburg. Grafik/Foto: Van Hool

Van Hool kündigt für die Fachmesse “Transports Publics 2016”, die vom 14. bis 16. Juni in Paris stattfindet, die Weltpremiere des ersten vollelektrischen Trambus der Baureihe Exqui.City an. Bei dem brandneuen Fahrzeug handelt es sich um einen 18,61 m langen Gelenk-Trambus mit einer Kapazität von 107 Fahrgästen und einer Reichweite von 120 km. Gleich zwei dieser Fahrzeuge sollen im Laufe des Sommers an die Verkehrsbetriebe Hamburg-Holstein GmbH (VHH) ausgeliefert werden, so Van Hool. Der VHH ist ein innovativer ÖPNV-Dienstleister in der Metropolregion Hamburg und Norddeutschlands zweitgrößtes Busverkehrsunternehmen. Gleich am ersten Messetag wird Jan Van Hool, Direktor Design und Entwicklung bei Van Hool, gemeinsam mit Toralf Müller, Geschäftsführer der VHH, das Fahrzeug um 14 Uhr auf dem Messestand von Van Hool enthüllen. Die von VHH georderten Trambusse sind die ersten beiden Exqui.City-Modelle, die ausschließlich elektrisch angetrieben werden. Dieser Fahrzeugtyp für hochwertigen öffentlichen Personenverkehr verfügt über eine vielseitige Antriebsplattform. Auf dieser Plattform des Exqui.City sind sowohl in der 18 m langen als auch in der 24 m langen Version verschiedene umweltfreundliche Antriebssysteme möglich wie Trolleybusse, Hybridsysteme (dieselelektrisch und gaselektrisch), Brennstoffzellenbusse oder Batteriebetrieb. Der Kunde kann den Antrieb des Fahrzeugs frei wählen, um es optimal an die Anforderungen (Kapazität, vorhandene Infrastruktur) sowie die Topografie der Gegend anzupassen, in der das Fahrzeug eingesetzt wird, teilt Van Hool in der Pressemitteilung ferner mit. Seit der Präsentation des Basiskonzepts dieses Fahrzeugs 2011 in Dubai wurden bereits 109 Fahrzeuge mit einer Länge von 18 m (Gelenkbusse) bis 24 m (Doppelgelenkbusse) an acht Städte ausgeliefert, u. a. an Metz (F), Parma (I), Barcelona (S), Genf (CH), Malmö (S), Bergen (N), Martinique (F) und Luxemburg (L). In der Van Hool-Fabrik im belgischen Koningshooikt werden derzeit weitere 50 Busse für die Auslieferung nach Linz (A) und Belfast (GB) montiert. Der vollelektrische Trambus verfügt über eine Lithium-Ionen-Batterie mit einer Speicherleistung von 215 kWh. Diese Batterie ermöglicht eine Reichweite von 120 km – das ist mehr als genug für mehrere Umläufe auf der Linie, auf der die Trambusse eingesetzt werden. Die Batterie treibt zwei elektrische, wassergekühlte Zentralmotoren mit einer Leistung von 160 kW aus der ELFA 2-Baureihe von Siemens an. Die Batterie ist auf dem Dach montiert und kann auf zwei verschiedene Arten aufgeladen werden: zum einen kann die Batterie an der Endhaltestelle über vollisolierte V-förmige Ladeanschlüsse auf dem Dach des Fahrzeugs aufgeladen werden, auf die ein externer Pantograf abgesenkt wird. Diese so genannte Schnell-Ladung dauert nicht länger als 10 Minuten. Zum anderen kann das Fahrzeug an eine speziell für diesen Zweck ausgelegte Steckdose an das Stromnetz angeschlossen werden. Dieses Aufladen über Nacht nimmt von 0 bis 100 % ungefähr 4 Stunden in Anspruch. Die elektrischen Hochspannungsbauteile sind auf dem Fahrzeugdach nicht sichtbar hinter Abdeckungen angebracht, die sich perfekt in das fließende Design des Exqui.City-Trambus einfügen. Jan Van Hool, Direktor Design und Entwicklung von Van Hool NV, zeigt sich von den technologischen Ansprüchen und wirtschaftlichen Ergebnissen dieses Konzepts begeistert: „Die vielseitige Antriebsplattform, die Van Hool entwickelt hat, hat sich mit der Präsentation der ersten vollelektrischen Exqui.City Trambusse nun rundum bewährt. Die unterschiedlichen Antriebe bieten den beteiligten Nahverkehrsunternehmen umfangreiche Möglichkeiten, in wirtschaftlicher und umweltverträglicher Hinsicht, verantwortbare Entscheidungen für den modernen ÖPNV zu treffen. Die Tatsache, dass sich bereits etliche Städte in verschiedenen europäischen Ländern – ganz zu schweigen vom weit entfernten Martinique – für diese Lösung entschieden haben, stärkt uns in unserem Vertrauen, dass noch mehr Anwendungsmöglichkeiten folgen werden. ‚Hightech aus Belgien‘ ist ein zusätzliches starkes Argument für dieses Konzept und für die Niederlassung in Koningshooikt. Auf der Transports Publics 2016 in Paris werden wir sicherlich noch mehr Geschäftskontakte knüpfen.“

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