Van Hool kündigt etwas Neues an… Foto: Van Hool, Montage: omnibus.news

Filip Van Hool kündigt einen belgischen Trüffel für die Buswelt an. Foto: Schreiber

Auf zur Trüffelsuche, auf nach Belgien! Trüffel sind bekanntlich die kulinarisch wertvollsten Pilze. Und wenn man einmal von den Kakao-Ganache-Trüffeln (geschützt von einem Überzug aus Zartbitterschokolade und in Kakaopulver gewälzt) absieht, muss man sie suchen. Jetzt lohnt sich die Suche in Belgien besonders, denn es gibt eine ganz neue Sorte: Van Hool teasert schon, das Familienunternehmen mit Sitz in Koningshooikt hat erste computergeneierte Teilansichten der neuen A-Baureihe in den sozialen Netzwerken online gestellt.

Vor drei Jahren teilte Filip Van Hool, CEO von Van Hool, mit, dass man das erfolgreiche USA-Geschäft mit eigener Produktion und einem ersten Elektro-Reisebus ausbauen wolle. Der erste Elektro-Reisebus ist in Amerika schon auf der Straße, 2019 sollte das neue Werk der Belgier im US-Bundesstaat Tennessee gebaut werden. Doch dann machte die weltweite Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung. Der Plan, in den USA in Tennessee ein neues Werk für den amerikanischen Markt zu errichten, ist vorerst auf Eis gelegt. Die geplante Investition von 40 Millionen sei derzeit nicht darstellbar, in Zeiten, wo Arbeitsplätze abgebaut bzw. befristete Verträge nicht verlängert werden, müsse man jede Investition neu überdenken.

Der nach wie vor unabhängige belgische Bushersteller nutze die Zeit des Lockdowns und bereitete die neue Elektrobus-Baureihe vor. Nun steht sie in den Startlöchern, wenn auch unter anderen Vorzeichen, denn nach dem Start in den USA sollte zeitnah die Implementierung für den europäischen Markt folgen. Alles war gut durchdacht und geplant, Van Hool entschied sich für ein Rundum-Paket, Fahrzeuge und Servie sowie Betreuung. Mit dem System von DAF Telematics haben die Belgier auch ein Flottenmanagement im Angebot, wie Filip Van Hool gegenüber der omnibus.news erklärte. Elektrobusse werden heute bekanntlich nicht nur als Fahrzeug verkauft, sondern als Komplettpaket bis hin zur Ladeinfrastruktur.

Mit Blick auf die erweiterten Geschäfte in den USA merkt der Van Hool-Chef an, dass die „Buy American Act“-Regelung der Grund für die Entscheidung einer eigenen Fabrik in den USA gewesen sei. Der US-Markt mit allen Vorgaben und Gesetzen sei ein Nischenmarkt, den Van Hool mit seiner Philosophie erfolgreich besetzen könne. Und als unabhängiger Bushersteller sollte die neue Fabrik in den USA auch ohne Beteiligung eines Partners irgendeiner Art entstehen. “Van Hool ist und bleibt unabhängig, versprochen,” so Filip Van Hool. Die neue Fabrik in den USA sollte als Abbild der Fabrik in Mazedonien entstehen. Der Bundesstaat Tennessee hatte für Automobiles ein Investorenprogramm aufgelegt, viele Zulieferer sind hier bereits vor Ort. Es wäre so schön gewesen…

Und weil der Busmarkt der USA so ein ganz besonderer sei, hat Filip Van Hool hierfür auch einen ganz neuen Linienbus entwickelt, der optisch und technisch den Bedürfnissen des amerikanischen Marktes gerecht werde. Es wird ihn mit klassischem Dieselmotor, Gasantrieb und als Hybrid sowie Elektrobus geben. Und auch für Europa soll es einen Linienbus geben, wie Filip Van Hool seinerzeit erklärte.

Nun ist wieder Bewegung im Spiel, nicht in Amerika, sondern in Europa: Die neue Elektrobus-Baureihe ist fertig, Van Hool rührt die Werbetrommel. Doch nicht nur das, es bereits erste Kunden, die die Elektrobusse der neuen Baureihe bereits geordert haben: Aalborg hat gleich 67 batterieelektrische A13-Fahrzeuge der neuen Generation bestellt. Und weil Van Hool nicht nur für batterielektrische Busse bekannt ist, gibt es noch einen weiteren ersten Kunden: FAHMA in Frankfurt hat nach Angaben der Belgier gleich zwei FuelCell-Fahrzeuge der neuen Generation bestellt. Spannend, im wahrsten Sinne! (VanHool/PM/Sr)

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