Ein Elektrobus kann jetzt auf einer rund 1.500 Meter langen Strecke zwischen dem Flughafen und dem Zentrum der schwedischen Stadt Visby induktiv geladen werden. Foto: SmartRoad Gotland

Die Technik stammt vom israelischen Unternehmen ElectReon. Foto: SmartRoad Gotland

In Schweden wird jetzt Dank eines öffentlich-privaten Projektes das induktive Laden von Elektrofahrzeugen während der Fahrt mit einem Bus erprobt. Die schwedische Verkehrsbehörde Trafikverke hatte die Rahmenbedingungen geschaffen und dem  Konsortium namens SmartRoad Gotland damit den Weg geebnet. “Wir sind der Meinung, dass E-Straßen ein wichtiger Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen des Schwerverkehrs sind”, erklärte zum Projektstart vor zwei Jahren mit Jan Pettersson der für das Projekt verantwortliche Mitarbeiter der schwedischen Verkehrsbehörde. Ohne Praxiserfahrungen sei es nicht möglich, das Potential für die angedachten und langfristigen Pläne zum möglichen Rollout von E-Trassen in schwedisches Schwerlastverkehrsnetz zu bewerten und abschließend darüber zu befinden.

Gestestet wird auf einer rund 1.500 Meter langen Strecke zwischen dem Flughafen und dem Zentrum der schwedischen Stadt Visby. Vor zwei Jahren begannen die Arbeiten. In der Mitte der Fahrspur wurde dafür ein rund zehn Zentimeter tiefer Kanal zur Aufnahme der Technik angelegt. In ihm wurden Kupferspulen, die in Gummi eingelassen sind, verbaut, bevor die Fahrbahn dann neu asphaltiert wurde. Die Technik stammt vom israelischen Unternehmen ElectReon. Und das meldet jetzt den erfolgreichen Start des ersten voll betriebsfähigen Elektrobusses auf der SmartRoad Gotland.

Vor einem Jahr wurden ein vollelektrischer 40-Tonnen-Lkw während der Fahrt erfolgreich induktiv geladen, er sei rund 30 km/h über die entsprechend vorbereitete Strecke gefahren, wie es seitens des Konsortiums heißt. Während der Fahrt  wurden 45 kW auf die Batterie des E-Lkw übertragen. Nach weiteren Tests in Schweden, bei denen ElectReon auf einer präparierten Teststrecke nahe Stockholm die Batterie eines E-Lkw während der Fahrt bei 20 km/h induktiv geladen hat (mit einer Leistung von 100 kW) standen das Laden mit höheren Geschwindigkeiten an, bis zu 80 km/h wurden getestet. Auch diese Tests verliefen vielversprechend und motivierten die Ingenieure, weitere Straßenabschnitte in Betrieb zu nehmen, bis die gesamte kabellose Elektrostraße mit einer Gesamtlänge von 1.500 Metern in Betrieb ist.

Das Smartroad Gotland-Projekt ist eines von vier Demonstrationsprojekten zu elektrifizierten Straßen, die von der schwedischen Transportbehörde Trafikverket finanziert werden. Und es ist das erste Demonstrationsprojekt mit einem Elektrobus. Schweden unterstützt seit mehr als 10 Jahren FuE-Programme zu elektrifizierten Straßensystemen (Electric Road Systems, ERS) und ist ein Pionier bei der Durchführung mehrerer ERS-Demonstrationsprojekte in Vorbereitung umfassender kommerzieller Pilotprojekte mit dem Ziel, Emissionen zu reduzieren, die bestehende Infrastruktur zu nutzen und die Kooperation zwischen öffentlichen Stellen, der Industrie, Universitäten und der Politik auf kosteneffektive Weise zu fördern. Als wichtiger Innovationsunterstützer hat sich Gotland aufgrund der einfachen Zusammenarbeit zwischen wichtigen Projekt-Stakeholdern sowie Tests in realistischen Bedingungen, insbesondere in rauen Wintern mit Eis und Schnee, als ideales Testgebiet für diese innovativen Ladeinfrastruktursysteme erwiesen. Rund zehn Millionen Euro wurden in das Gotland-Projekt investiert.

Oren Ezer, CEO von ElectReon merkte jetzt zum erfolgreichen induktiven Laden des Busses an: „Indem hervorgehoben wird, wie ein Bus erfolgreich in realistischen Bedingungen wie in Gotland unterwegs aufgeladen werden kann, wird klar, dass drahtlose Ladelösungen Städten praktischere, kosteneffizientere und nachhaltigere Möglichkeiten zum Umstieg auf eine elektrische Zukunft bieten können. Wir freuen uns darauf, diese Entwicklung bei der umfassenden Implementierung unserer Technologie auf schwedischen Straßen fortsetzen zu können.“

Als vorkommerzielles Demonstrationsprojekt wird das Smartroad Gotland-Projekt im Frühling 2022 enden, markiert aber einen kritischen Veränderungsschritt für Schweden, das groß angelegte elektrische Straßensysteme im ganzen Land einführen möchte. Dadurch ist Schweden gut aufgestellt, das landesweite Ziel der Installation von 2000 elektrischen Straßenkilometern bis 2030 und von Nettoemissionen von Null bis 2045 zu erfüllen.

„Wir sind sehr erfreut, Teil dieser weltweit einzigartigen Investition in Lösungen ohne fossile Brennstoffe zu sein“, sagt Martin Yang, Verkaufsleiter von Higerfür den europäischen Markt. „Die drahtlose Technologie von Electreon funktioniert hervorragend mit unseren Elektrofahrzeugen und wir sind jetzt bereit, Fahrzeuge mit der neuen Technologie in Massenproduktion herzustellen. Wir freuen uns darauf, an der Entwicklung zukünftiger statischer sowie dynamischer Ladelösungen mitzuwirken.“ (ElectReon/Higer/Trafikverke/omnibus.news/PM/Sr)

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