Lange geprüft und endlich zugelassen: Die R+V Versicherung, Wiesbaden, darf jetzt als erstes Privatunternehmen in Deutschland mit einem autonomen Kleinbus am öffentlichen Straßenverkehr teilnehmen. Foto: R&V

Die EU hat erkannt, dass weltweit autonom fahrende Fahrzeuge unterwegs sind und die Industrie in Europa den Anschluss verlieren könnte. Vor nunmehr drei Jahren wurde eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten und dem Namen “Gear 2030” ins Leben gerufen. Die Experten kamen größtenteils aus dem Arbeitskreis “Cars 2020”. Die EU hat eine Strategie zur Umsetzung und Einführung der Technologie für autonomes Fahren erarbeiten lassen. In den USA hatte die Regierung seinerzeit ein vier Milliarden US-Dollar schweres Förderprogramm aufgelegt, in Fernost setzen nicht China, sondern auch Singapur erste Zeichen, hier führend werden zu wollen. Jetzt legt die EU nach: Mit einer Wunschliste der Autohersteller sowie der Telekommunikationsfirmen soll das GEAR 2030-Team nicht nur den Wettbewerb im Auge behalten, sondern auch Grundlagen für eine einheitliche Regelung der Haftung, der Zulassung und der Verkehrsordnung innerhalb der EU beim autonomen Fahren erarbeiten. Das Parlament hat Mitte Januar nun Vorschläge zu fahrerlosen Fahrzeugen gebilligt und weitere Anstrengungen gefordert, um die Straßenverkehrssicherheit und die Unterstützung der EU-Industrie zu gewährleisten. Dank der neuesten Entwicklungen im Bereich digitaler Technologien wie Robotik, künstlicher Intelligenz und Hochleistungscomputern werden selbstfahrende Fahrzeuge, die wir bisher nur aus Filmen und Büchern kannten, bald Wirklichkeit. Menschliches Versagen spielt bei rund 95 Prozent aller Verkehrsunfälle auf den Straßen der EU zumindest eine gewisse Rolle. Dabei verlieren jährlich Tausende Menschen ihr Leben. Fahrerlose Autos und Lastwagen können diese Zahl stark reduzieren und die Verkehrssicherheit verbessern. Zudem können digitale Technologien dazu beitragen, Verkehrsstaus und Emissionen von Treibhausgasen und Luftschadstoffen zu reduzieren und den Zugang zur Mobilität zu verbessern, beispielsweise durch die Öffnung des Straßenverkehrs für ältere Menschen und Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Behinderungen. Darüber hinaus wird erwartet, dass der Markt für selbstfahrende Fahrzeuge exponentiell wachsen und neue Arbeitsplätze schaffen wird. Bis zum Jahr 2025 werden Gewinne in der Höhe von 620 Milliarden Euro für die EU-Automobilindustrie und 185 Milliarden Euro für die Elektronikbranche erwartet. Fahrzeuge mit Fahrerassistenz (Level 1 und 2 der Automatisierung) sind bereits auf dem europäischen Markt verfügbar. Selbstfahrende Fahrzeuge (Level 3 und 4) werden derzeit getestet und werden zwischen 2020 und 2030 auf dem Markt erwartet, während vollautomatische Fahrzeuge (Level 5) ab 2030 eintreffen sollen. Es wird erwartet, dass alle neuen Fahrzeuge bis 2022 vernetzt sein werden.

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