ADL modifiziert fünf Enviro 200, um sie autonom im Konvoi fahren zu können. Foto: ADL

Da geizen die Schotten aber gar nicht: Gleich fünf große Linienbusse und damit die erste autonome Linienbusflotte schicken Stagecoach, Transport Scotland, Alexander Dennis Limited (ADL), Fusion Processing Ltd, ESP Group, Edinburgh Napier University und University of the West of England im Jahr 2020 auf die Straße. Großes Kino möchte man meinen, waren es bisher doch nur kleine Shuttle-Busse, die autonom auf der Straße fahren. Nun werden fünf ADL Enviro 200 zwischen Fife und Edinburgh über die Forth Road Bridge ganz autonom, aber auch da unterscheidet sich die britische Insel nicht vom kontinetalen Festland – mit einem Fahrer an Bord fahren. Stagecoach East Scotland ist der Betreiber und will die Busse, die private wie öffentliche Verkehrsflächen und auch zum Teil abgetrennte Straßenbereiche nutzen, alle 20 Minuten losschicken, so könnten nach den Berechnungen 10.000 wöchentliche Fahrten erreicht werden. Der schottische Kabinettssekretär für Verkehr, Infrastruktur und Vernetzung, Michael Matheson, sagte: „Dies ist eine sehr aufregende Entwicklung und unterstreicht das Potenzial, das Schottland in Bezug auf vernetzte und autonome Fahrzeuge hat.” Stagecoach, ADL und Fusion Processing hatten Anfang des Jahres bekannt gegeben, dass ein erstes, vollautomatisches Fahrzeug in einem Stagecoach-Depot getestet wird. Derzeit wird der Bus noch bei ADL modifiziert, um 2019 einsatzbereit zu sein. Zum Start des Test wird der Bus autonom im Depot unterwegs sein, sprich selbstständig zu den Park- und Tankpositionen fahren. Parallel wollen die Tester erforschen, ob und wie die Sicherheit, Effizienz und Raumnutzung im Depot verbessert werden kann. Stagecoach hat zuvor schon die Hausaufgaben gemacht und beträchtliche Investitionen in neue Technologien gesteckt, um den Komfort der Beförderung zu verbessern und die Dienstleistungen effizienter zu gestalten. Dazu gehören Großbritanniens größte Einführung einer kontaktlosen Zahlungstechnologie in Bussen, automatisierte Fahrzeugortungssysteme zur Bereitstellung von Live-Businformationen und Telematik-Technologie für reibungslosere und kraftstoffsparendere Fahrten. Mit gut 4 Millionen britschen Pfund unterstützt die Regierung das Projekt.

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