Zu Gast auf der vierten Industrie 4.0-Konferenz: Ministerpräsident des Landes Brandenburgs Dietmar Woidke (r.), Hauptgeschäftsführerin des VKU Katharina Reiche (m.) und HPI-Direktor Professor Christoph Meinel (l.). Foto: HPI/Herschelmann

Welche Möglichkeiten können selbstfahrende Minibusse für den zukünftigen Nahverkehr in der Metropole bieten? Wie werden die fahrerlosen Fahrzeuge von den Nutzern angenommen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das Projekt „Stimulate“. Ab 2018 sollen die ersten elektrisch angetriebenen Kleinbusse testweise an der Charité –Universitätsmedizin Berlin unterwegs sein. Vier Fahrzeuge, drei Projektpartner, zwei Testgelände, ein Ziel: Autonomer Linienbusverkehr. So knapp könnte man das Projekt Stimulate auch zusammenfassen, das die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), Charité – Universitätsmedizin Berlin und das Land Berlin im Sommer erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt haben. Nun nimmt das Pilotvorhaben Gestalt an: Drei der vier Fahrzeuge sind da, eines von ihnen zeigt sich schon im bekannten BVG-Gelb auf der vierten Industrie 4.0-Konferenz des Hasso-Plattner-Instituts (HPI) in Potsdam. Das Hasso-Plattner-Institut (HPI) lud am 15. Februar zum vierten Mal Experten aus Industrie, Kommunen, Startup-Szene und Verbänden zur Industrie 4.0-Konferenz ein. Diskutiert wurden innovative Ansätze, wie Kommunen und kommunale Unternehmen von der Digitalisierung im Public Service Sector profitieren können. Laut Katherina Reiche, Hauptgeschäftsführerin des Verbands kommunaler Unternehmen e.V. betreffen viele Bereiche in der „SmartCity den öffentlichen Sektor. Technische Innovationen werden unmittelbar erleb- und erfahrbar. Das haben die kommunalen Unternehmen nicht nur verstanden, sondern teilweise auch schon umgesetzt.“  Die Berliner Verkehrsbetriebe präsentierten auf der Industrie 4.0-Konferenz einen autonomen Shuttle-Bus, der den Gästen Innovationen im öffentlichen Nahverkehr praktisch erleben ließ. “Der ÖPNV ist die effizienteste Art urbane Mobilität sicher zu stellen”, so Sigrid Evelyn Nikutta. In einem Auto säßen maximal fünf Menschen, in einer U-Bahn über fünfhundert. Für wachsende Städte gibt es keine Alternative als den öffentlichen Nahverkehr. Auch in einer Smart City nimmt der ÖPNV eine Schlüsselposition ein. “Durch neue Mobilitätsangebote und deren intelligenter Vernetzung entwickeln sich Verkehrsunternehmen zum Zentrum der smarten Mobilität,” sagt die Geschäftsführerin der BVG. Trotzdem solle man auf dem Boden der Tatsachen bleiben: “Nur weil alles digitalisiert werden kann, heißt das noch nicht, dass alles digitalisiert werden muss.”

Dr. Sigrid Evelyn Nikutta, Vorstandsvorsitzende und Vorstand Betrieb der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG). Foto: HPI/Herschelmann

Abgesehen von dem eintägigen Ausflug in die benachbarte Landeshauptstadt sind die bereits gelieferten Fahrzeuge schon an ihren künftigen Einsatzorten unterwegs – zunächst noch in unregelmäßigen Abständen. Zwei Fahrzeuge des Herstellers EasyMile sind seit Ende Januar 2018 stundenweise auf dem Campus Charité Mitte im Einsatz, um die Strecke einzumessen und die künftigen Begleitpersonen auf ihre Aufgaben vorzubereiten. Das erste von zwei Navya-Fahrzeugen absolviert ab dieser Woche einzelne Einmessfahrten auf dem Campus Virchow-Klinikum, auch dort folgen Schulungen der Begleiter. Das zweite Fahrzeug von Navya kommt demnächst nach Berlin. Wie angekündigt soll der Linienbetrieb mit Fahrgästen im Frühjahr 2018 starten. Zwar werden die Fahrzeuge dann schon selbstständig fahren, in der ersten Phase wird jedoch stets eine Begleitperson an Bord sein.

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