Keolis und Volvo haben im Keolis-Depot in Göteborg einen 12 Meter langen Elektrobus vorgestellt, der völlig autonom zum Parken, Waschen und Laden fährt. Foto: Keolis

Keolis und Volvo haben im Keolis-Depot in Göteborg einen 12 Meter langen Elektrobus vorgestellt, der völlig autonom zum Parken, Waschen und Laden fährt. Foto: Keolis

Am 12. November 2019 demonstrierten Keolis und Volvo im Keolis-Depot in Göteborg einen 12 Meter langen Elektrobus, der völlig autonom zum Parken, Waschen und Laden fährt. Dank einer von Volvo entwickelten Software kann der Bus von einem Kontrollraum aus gesteuert und überwacht werden. Durch die Automatisierung der im Busdepot durchgeführten Vorgänge wird die Zeit reduziert, die die Busse dort verbringen, wodurch die Verfügbarkeit der Flotte erhöht und die Größe des Depots verringert werden kann, wie Keolis in einer Mitteilung schreibt. Das autonome Fahren im Depot optimiere die Sicherheit, so Keolis weiter, denn beispielsweise kommt der Bus zum Fahrer, anstatt dass der Fahrer zum Bus geht. Keolis testet seit 2016 autonome Shuttle zusammen mit Navya. Keolis betreibt autonome Shuttle in anderen französischen Städten wie Paris, Rennes und Lille sowie in Großbritannien, Australien, Kanada, den USA und Belgien. Seit 2016 hat Keolis 170.000 Passagiere in autonomen Fahrzeugen über 75.000 km befördert. Vor dem Hintergrund eines wachsenden Marktes für autonome Fahrzeuge arbeitet Keolis mit Ericsson, einem der führenden Mobilfunkanbieter, zusammen, um mithilfe der 5G-Technologie autonome Fahrzeugflotten fernzusteuern und zu überwachen. Auch Volvo ist seit Juni 2018 in diesem Bereich in Göteborg aktiv: Da hatte der erste rein elektrisch fahrende autonome Linienbus von Volvo seine Weltpremiere. Weltpremiere? Ja, zumindest dann, wenn man das Vorhaben in Singapur nicht kennt, bei dem die Schweden “nur” als Partner auftreten und das Fahrzeug stellen. Singapur will zum Vorreiter beim autonomen Fahren werden. Volvos Startschuss hin zur automatisierten Mobilität der Stufe 5 zielt langfristig darauf ab, auch in Europa ohne Begleitperson Linienbusse auf die Straße zu schicken. Der Stadtstaat in Fernost will da schneller zum Ziel kommen und unterstützt entsprechende Anbieter mit Teststrecken, die zur Verfügung gestellt werden. Verkehrsminister Khaw Boon Wan Rund berichtet voller Stolz von zehn Unternehmen, die in Singapur testen. Kleine autonome und elektrische Shuttle sind schon fast nichts Besonderes mehr. Für Aufmerksamkeit sorgt wieder einmal Volvo Buses, denn die Schweden werden mit der Nanyang Technological University (NTU) in Singapur einen autonomen Elektrobus auf die Räder stellen. Volvo ist bekanntlich ein Vorreiter und Trendsetter in Sachen Elektromobilität: Die Prototypes des zwölf Meter langen rein elektrisch und autonom fahrenden Busses entstehen auf Basis des Serienmodells des Volvo 7900 Elektrobusses. Unterstützung gibt es ferner von ABB: Bis Ende 2018 stellt ABB seine hochmodernen Heavy-Vehicle-Charger (HVC) 300P für die zwei geplanten autonom fahrende Elektrobusse zur Verfügung. Anfang 2019 soll der Testbetrieb in Singapur getestet werden. Das ABB-Schnellladesystem liefert 300 kW Gleichstrom und lädt den Akku in drei bis sechs Minuten auf. Es basiert auf OppCharge, einer offenen Schnittstelle für die DC-Bus-Ladung, die in Singapur und im asiatisch-pazifischen Raum zum Einsatz kommt. In der Heimat wollen die Schweden ihr Können aber auch unter Beweis stellen. Doch hier ist der Fokus ein anderer, wie Håkan Agnevall bei der Vorstellung sagte: “Wir legen zunächst den Fokus auf die Situation an der Haltestelle und im Depot.” Die letzten Meter zur Haltestelle und das punktgenaue Anhalten solle dann langfristig der Computer übernehmen können, Ziel ist es, Reifenflanken zu schonen und den immer gleichen Abstand zum Bordstein zu bekommen. Die zweite Entwicklungsstufe sei das Parken im Depot, danach rüste man den Bus technisch weiter auf – Stereo-Videokameras sind noch nicht an Bord.

Joakim Jonsson leitet in Schweden das Volvo-Projekt “autonomous driving”. Foto: Schreiber

Zahlreiche Computer unterstützen das autonome Fahren. Auch sie werden kurzfristig im Fahrgastraum “verschwinden”. Foto: Schreiber

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