Jürgen Dupper, Oberbürgermeister Passau, Andreas Scheuer, Bundesverkehrsminister, Andreas Moser Standortleiter ZF und Jochen Benz ZF Mobility Solutions. Foto: Huber

Rein elektrisch und selbstfahrend: ZF will das in Passau mit Partner ermöglichen, wenn der Stadtrat zustimmt.  Foto: Schreiber

Heimspiel in Passau: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sitzt für Passau als Abgeordneter im Bundestag und ist bekanntlich in Sachen autonomes Fahren ambitioniert unterwegs, jetzt hat er zusammen mit der ZF Friedrichshafen AG an deren Standort in Patriching den Prototypen des elektrisch und autonom fahrenden Shuttle-Busses für insgesamt 22 Personen (acht Sitz-, 14 Stehplätze) vorgestellt. Als Reichweite sind 50 Kilometer im Gespräch, als Höchstgeschwindigkeit sind zur Zeit maximal 40 Kilometer pro Stunde möglich. Zudem könne das Fahrzeug binnen zehn Minuten aufgeladen werden, wie es seitens ZF heißt. Scheuer sieht Passau als idealen Ort für den Test: “Passau ist Pendler-, Tourismus- und Studentenstadt. Noch dazu eine Stadt mit schwieriger Topografie.” Angedacht und ausgearbeitet wurde und wird das Projekt von der Stadt Passau in Kooperation mit ZF, dem Bundesverkehrsministerium, der DB Regiobus und  Regionalbusverkehr Passau, einem Gemeinschaftsunternehmen der Firmen Eichberger und Lorenz sowie der DB. Gestern zeigten sich alle Beteiligten des Projektes zuversichtlich, dass der Shuttle-Bus schon Ende 2022/Anfang 2023 durch die Stadt fahren könne. Die Stadt befürwortet das Projekt, die Pläne müssen jetzt nur noch vom Stadtrat abgesegnet werden. Alle sind sich der Strahlkraft eines solchen Vorhabens bewusst, die Zustimmung gilt als Formsache.  Aktuell beschäftige man sich mit den Kostenschätzungen, denn je komplizierter die Streckenführung, desto schwieriger sei es, das autonome Fahren umzusetzen, wie die Vertreter der Stadt deutlich machten. Mitte 2021 könnte das neue Gesetz für das autonome Fahren in Kraft treten, als erstes Land weltweit gibt es damit in Deutschland einen gesetzlichen Rahmen für autonome Fahrzeuge. “Damit setzen wir die Standards”, sagte Scheuer voller Stolz. Neun von zehn Unfällen würden durch menschliches Versagen verursacht werden, wie der Bundesverkehrsminister deutlich machte. Autonome Fahrzeuge können die menschliche Fehlerquelle ausschließen, da ist sich Andreas Scheuer sicher. “Jetzt müssen wir Vorurteile und Technik-Skepsis abbauen”, sagte der Bundesverkehrsminister gestern anlässlich der Vorstellung des Projektes. Auch Jochen Benz, Leiter von ZF Mobility Solutions, gab sich zuversichtlich, denn statt eines Fahrers werde der autonome Shuttle von einem Leitstand aus überwacht. Und die Technik habe die Straße genauer im Blick, eine Vielzahl von Sensoren, Kameras sowie Radartechnik garantiere eine sicherere Fahrt. Die ZF Friedrichshafen AG hatte vor zwei Jahren 60 Prozent der Anteile der 2getthere B.V. übernommen. Das Unternehmen mit Sitz in Utrecht und Büros in San Francisco, Dubai und Singapur bietet komplette automatisierte Transportsysteme. Deren Einsatzspektrum reicht von fahrerlosen elektrischen Transportsystemen auf Flughäfen, Gewerbe- und Themenparks bis zu dedizierten städtischen Verkehrsinfrastrukturen. Mit diesem strategischen Investment setzt ZF seine Strategie „Next Generation Mobility“ um und stärkt sein Standbein in den Wachstumsmärkten „Mobility as a Service“ und fahrerlose Transportsysteme. (BMVI/ZF/StadtPassau/PM/Sr)

Teilen auf: