Das automatisiertes Fahrzeug pendelt zwischen Marienwerder und dem Campus Maschinenbau der Leibniz Universität Hannover in Garbsen als Ergänzungsverkehr für die Linie 404. Foto: Regiobus

Im europäischen Konsortialprojekt zur Planung von autonomen Verkehren werden die Einsatzmöglichkeiten von autonomen Fahrzeugen im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und die daraus resultierenden Anforderungen an eine kommunale Aufgabenträgerin untersucht. Als Projektpartnerin besteht für die Region Hannover in diesem Zusammenhang das Hauptziel im Aufbau und Betrieb eines Pilotvorhabens zum mehrwöchigen Einsatz eines automatisierten Busses im regelmäßig verkehrenden ÖPNV.

Der automatisierte Bus soll das Fahrtenangebot auf einer bestehenden Linie außerhalb der Hauptverkehrszeiten ergänzen. Im Projekt sollen sicherheitsrelevante, technische und sozialgesellschaftliche Fragestellungen tiefergehend analysiert werden. Darüber hinaus verspricht man sich durch das Vorhaben Lerneffekte für zukünftige Projekte mit autonomen Fahrzeugen im ÖPNV.

Weitere Standorte für den Einsatz autonom fahrenden Kleinbussen im PAV Projekt finden sich in Almere (Niederlande), Varberg (Schweden) und in Inverness (Schottland). An allen Standorten wird der Einsatz automatisierter Fahrzeuge wissenschaftlich begleitet und ausgewertet. Ein besonderer Fokus liegt hierbei auf der Untersuchung der Akzeptanz von neuen Technologien.

Hierzu werden umfangreiche Befragungen an den Standorten der Pilotvorhaben durchgeführt. Darüber hinaus werden begleitende Workshops durchgeführt und Erfahrungen im Rahmen der Begleitforschung dokumentiert. Das für das Pilotvorhaben ausgewählte Fahrzeug EZ10 der französischen Firma EasyMile erfüllt alle Anforderungen an das vollautomatisierte Fahren.

Dies entspricht der Automatisierungsstufe 4 nach dem Verband der Automobilindustrie (VDA*). Demnach ist im Rahmen eines fest definierten Anwendungsfalls kein/e Fahrer/in erforderlich. Das System kann alle dort auftretenden Situationen eigenständig und vollautomatisch bewältigen. Aufgrund der geltenden Zulassung muss das Fahrzeug dennoch dauerhaft von einer Begleitperson überwacht werden, welche im Notfall eingreifen kann.

Aus diesem Grund handelt es sich bei unserem Projekt um ein „hochautomatisiertes“ Pilotvorhaben der Stufe 3.  Das Begleitpersonal der regiobus wurde im Vorfeld entsprechend für die Überwachung und Steuerung des Fahrzeugs geschult und ausgebildet. Der automatisiert fahrende Kleinbus wird rein elektrisch angetrieben und erreicht in dem Pilotvorhaben in Garbsen eine Geschwindigkeit von 15 km/h.

Die Kapazität des Akkus ist für den täglichen Betrieb ausreichend, sodass eine Aufladung während der Betriebszeiten nicht notwendig ist. Das Fahrzeug verfügt über insgesamt 6 Sitzplätze, ein Transport im Stehen ist nicht gestattet. Eine barrierefreie Nutzung wird über eine elektrisch ausfahrbare Rampe gewährleistet. (EasyMile/Hannover/RegioBus/PM/Sr)

Teilen auf: