Der legendäre Samba-Bus Baujahr 1962. Foto: VWN

Das geöffnete Faltschiebedach und die Oberlichter bringen „Cabriofeeling“ ins Fahrzeug und lässt die Bezeichnung Aussichtsbus durchaus zu… Foto: VWN

T1 “Samba” – 1965 Lackierung in beigegrau und siegellackrot . Foto: VWN

Die Weltpremiere des “Samba” fand auf der IAA 1951 statt. Foto: VWN

Volkswagen will dieses Jahr erste Feldversuche in Deutschland zum autonomen Fahren mit dem Self-Driving-System von Argo AI mit einem neuen Bulli durchführen. Foto: Volkswagen

Für viele ist er das Sinnbild der Hippie-Kultur, dabei war er schon lange vor der Generation Flower-Powerein beliebter Kleinbus: Vor 70 Jahren wurde ein 8-Sitzer Kleinbus schlicht als „Sonderausführung“ auf der ersten Nachkriegs IAA in Frankfurt vorgestellt. Heute ist dieser VW-Bus unter dem Namen „Samba“ weltbekannt und besonders begehrt. Der „Samba“ gilt für viele als die Krönung des Bulli-Kult. Die IAA öffnet erstmals nach dem Krieg wieder die Tore. Volkswagen nutzt diese Gelegenheit und präsentiert die neuen Fahrzeuge auf einem atemberaubenden 1.350m2 großen Messestand. Volkswagen baut dort die Montageline des Käfer in Teilen nach und eine bis dahin noch nie dagewesene, fast schon surreal wirkende, Lichtinstallation zieht die Besucher in den Bann. In den Medien wird der Messestand gar zum „Tempel des Volkswagens“ geadelt. Ein Highlight ist zudem sicher die Weltpremiere des neuen Personentransporters, den Volkswagen zum Verkaufsstart schlicht VW-Kleinbus „Sonderausführung“ nennt. Dabei sind die Unterschiede zum herkömmlichen Kombi alles anders als schmucklos: Für einen Aufpreis von anfangs fast 3.000 DM bekommt der Kunde einen exklusiven Strauß an Zusatzausstattungen. Außen erstrahlt der edle Transporter in einer harmonischen Zweifarb-Lackierung mit ansprechenden Aluminium-Dekorleisten und vorderer Stoßstange. Die bis dahin nur im Omnibussektor bekannte Rundum-Verglasung mit „Oberlichtern“ macht den Bulli mit 23 Fenstern zum „Gläsernen Aussichtsbus“. Passend dazu gibt es noch ein großes Faltschiebedach, welches den Passagieren im Fond das Gefühl bringt, in einem Cabrio zu sitzen. Näher kann man der Natur auf Reisen kaum sein. Die noble Innenausstattung mit bespannten Seitenverkleidungen und Chrom-Ornat umgibt die Passagiere und schafft so ein luxuriöses Ambiente. Die passende musikalische Unterhaltung der kleinen Reisegesellschaft kommt auf Wunsch aus einem Röhrenradio (Modell Auto-Super) im Armaturenbrett. Das ist ein echter Luxus-Reisebus im Kleinformat, den Volkswagen da auf die Beine gestellt hat, schreibt die Presseabteilung in der entsprechenden Mitteilung zum 70. des Kult-Bullis. Passend dazu wird er in den USA auch als Microbus „Deluxe“ vermarktet. In Deutschland bleibt man aber bescheiden bei „Sonderausführung“ bzw. ab 1952 bei der ebenso wenig emotionsgeladenen Bezeichnung „Sondermodell“. Für einen fetzigen Namen sorgt aber sehr schnell der Kunde selbst, auch wenn die genaue Herleitung heute leider nicht mehr exakt nachvollziehbar ist. Samba könnte sich aus Sonnendach-Ausführung mit besonderem Armaturenbrett oder auch Sonder Ausführung mit besonderer Ausstattung abgeleitet haben. Zur damaligen Zeit auch nicht abwegig, wäre natürlich die Anlehnung an den damals so exotisch anmutenden wie Lebensfreude bringenden Tanz. Aber nicht nur der Volksmund betitelte den Luxus-Bulli so. In der niederländischen Preisliste wurde er 1954 schließlich offiziell „Samba“ genannt. Die Serienproduktion des VW Kleinbus „Sonderausführung“ beginnt am 27. Juni 1951 und endet im Juli 1967 nach fast 100.000 gebauten Exemplaren. Der älteste bekannte „Samba“ ist in privater Hand bei einem Sammler im Rheinland. Nahezu seine gesamte Historie ist belegbar. Sogar die originale Rechnung hat der Besitzer noch. Verglichen mit den heutigen Marktpreisen mutet sie mit einer Höhe von DM 9.025,- fast schon „geschenkt“ an. Damals allerdings lag der Jahresdurchschnittslohn auch nur bei 3.579 DM. Die „Samba“-Bullis sind gefragter denn je, was sich auch oft in den Preisen widerspiegelt. In den letzten Jahren erzielen Modelle im Top-Zustand immer wieder schwindelerregende Höchstpreise bei Auktionen. So liegt der bisher höchste erzielte Preis für einen „Samba“ bei 302.500 USD (2017 beim Auktionshaus Barrett-Jackson). Grundsätzlich ist für den Kauf einer solchen „Sonderausführung“ – „Samba“ eine nachvollziehbare Historie von unschätzbarem Wert, denn nicht alles was nach „Samba“ aussieht, ist auch als solcher produziert worden. (Volkswagen/PM/Sr)

T1 “Samba” – 1965 Die noble Innenausstattung mit bespannten Seitenverkleidungen und Chrom-Ornat umgibt die Passagiere und schafft so ein luxuriöses Ambiente. Foto: VWN

Das „luxuriöse“ Armaturenbrett des Samba von 1954. Foto: VWN

Optisch haben sich die Designer bei der Neuauflage des rein elektrischen T1 am historischen Vorbild orientiert. Foto: Volkswagen

Volkswagen lässt die rollende Legende mit Elektroantrieb wieder aufleben. Foto: VWN

Im Heck arbeitet nun ein Elektromotor mit 61 kW und 212 Nm. Foto: VWN

Ein bisschen in der Vergangenheit schwelgen aber auf der Höhe der Zeit oder vielleicht sogar vorausschauend denken, das ist in diesen Tagen gar nicht verkehrt. Optimistisch in die Zukunft Blickt man bei Volkswagen, wohlwissend wie positiv das Image des T1 konnitiert ist. Lange war ein rein elektrischer T1 von Volkswagen in der Branche im Gespräch, dann hat VW Nutzfahrzeuge ganz offiziell zu dem Anfang März angekündigten e-Bulli auf Basis des T1 entsprechende Informationen vor einem Jahr an die Presse verteilt. Ganz wichtig: Volkswagen betont, dass der eT1 kein Einzelstück bleibt! Schon vor einiger Zeit hatte Volkswagen erklärt, dass der Konzern erwäge, die nachträgliche Elektrifizierung von Oldtimern zu einem neuen Geschäftsmodell zu machen. Der e-Bulli repräsentiert dabei einen anderen Ansatz: keine nachträgliche Umrüstung, sondern eine Neukonzeptionierung. Respekt, einen neuen Bulli auf der Plattform der neuen rein elektrischen Pkw und den T1, den Volkswagen zusammen mit E-Classics anbieten wird. (Volkswagen/PM/Sr)

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