Proterra fährt mit dem Catalyst E2 Max in Sachen Reichweite allen davon. Foto: Proterra

Im Westen viel Neues: Erst war es die Meldung, dass BMW über die Gesellschaft i Ventures der Firma Proterra neues Kapital zur Verfügung gestellt hat, jetzt sorgt Proterra wieder für Aufsehen: 1.772 km hat jetzt ein Elektrobus der Catalyst E2-Baureihe mit einer einzigen Batterieladung zurückgelegt. Das ist ein ganz beachtlicher Rekord, zur Zeit sogar ein Weltrekord. Gut, die Strecke war abgesperrt und es war kein regulärer Linienbetrieb, zudem fuhr der Bus durchaus langsam. Aber: Über 1.700 km mit einer Batterieladung verdient Anerkennung. Interessant ist, dass der bisherige Weltrekord in Sachen Reichweite eines rein elektrischen Fahrzeugs von von einem Fahrzeug gehalten wurde, das im Vergleich zum Catalyst E2 Max sage und schreibe 46-Mal leichter ist … Als Speicher verbauten die Proterra-Ingenieure eine 660 kWh Batterie. Das ist wieder eine deutliche Leistungssteigerung, zuletzt war es ein Speicher mit 440 kWh. “Unsere Catalyst E2 Max ist ein wichtiges Meisterstück auf unserem Weg zu unserer Vision von Elektromobilität”, sagte Matt Horton, Pressechef von Proterra. Der Catalyst E2 kann Dank Leichtbau und entsprechender Batterien mittlerweile seine Vorteile voll und ganz ausspielen, so Proterra. Und laut Bloomberg New Energy Finance sind die Lithium-Ionen-Batteriepreise seit 2010 um rund 72 Prozent gesunken. Das führt zu immer besseren betriebswirtschaftlichen Ergebnissen – auch auf Betreiberseite, denn die Anschaffungskosten dürften kurzfristig noch weiter sinken. “Angespornt durch die besten Kosteneinsparungen pro Meile, glauben wir, dass unser Elektrobuskonzept erfolgreich sein wird und wir zunächst den Markt der Linienbusse revolutionieren werden” sagte Ryan Popple, Geschäftsführer von Proterra. Schon im Dezember 2016 war auf omnibus.news zu lesen, dass der nordamerikanische Hersteller einen Elektrobus vorgestellt hat, der im Versuch mit den vorgegebenen Parametern 1.000 Kilometern fahren konnte. Wer den Elektrobus im Alltag einsetzt, der kann immer noch mit mindestens 600 Kilomtern rechnen. Proterra sorgte immer schon mit der Reichweite der Elektrobusse für Aufsehen, 2015 präsentierte man einen Elektrobus mit einer Reichweite von über 400 Kilometern. Proterra hat die Messlatte entsprechend hoch gelegt. Mit dem neuen Catalyst E2 ist Proterra weit mit vorn, wenn es um umweltfreundliche Busse geht. Die Entwickler des 12 Meter langen Bus, der 77 Passagiere befördern kann, hatten anfangs aber ein großes Problem: Das Gewicht des Energiespeichers, denn Batterien sind bekanntlich schwer. Die Proterra-Ingenieure haben die Batterien im unteren Bereich des Busses eingebaut, um einen optimalen Schwerpunkt zu bekommen. Die Karosserie des Elektrobusses ist aus Karbonfasern hergestellt worden, um Gewicht zu sparen. Dadurch, dass der Catalyst E2 ganze 18 Stunden durchfahren kann, ist er für ÖPNV-Anbieter voll alltagstauglich, so die Verantwortlichen bei Proterra. Hunderte Vorbestellungen aus 15 verschiedenen Ländern für den Catalyst E2 gingen im Vorfeld ein. Bei Proterra handelt es sich um ein Start Up, das im Silicon Valley angesiedelt ist und sich zum Ziel gesetzt hat, den öffentlichen Verkehr zu revolutionieren. Seit 2004 arbeitet das Unternehmen an elektrischen Bussen. Im Jahr 2015 verkaufte Proterra 62 Busse, welche mit einer Reichweite von nur 235 Kilometern nicht wirklich attraktiv waren. Mit dem Catalyst E2 galang dann der große Durchbruch. Der Catalyst E2 ist zu einem Preis von 749.000 US-Dollar zu haben, potentielle Betreiber sparen die Kosten für eine Ladeinfrastruktur – kein Pantograph o.Ä. unterwegs wird benötigt, der Catalyst E2 lädt in drei bis fünf Stunden an der Steckdose des Betriebshofes. 400 Busse hat Proterra schon verkauft. Das Konzept hat auch die Verantwortlichen der BMW-Gesellschaft i Ventures überzeugt, die nun zusammen mit mehr als ein Dutzend weiterer Investoren  55 Millionen Dollar Kapital bereitgestellt haben.

Protera Catalyst E2

Der Catalyst E2 von Proterra. Foto: Proterra

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