Für das laufende Geschäftsjahr strebt das Geschäftsfeld eine Umsatzrendite von 5 bis 7 Prozent an. Foto: Schreiber

Das erste Jahrespressegespräch für Till Oberwörder beginnt mit guten Zahlen. Da stört es auch nicht, dass das Ergebnis (EBIT) des Geschäftsfelds Daimler Buses 2018 im Vergleich zum Vorjahr leicht zurückgegangen ist. 2018 waren es 265 Mio. Euro statt der 281 Mio. Euro in 2017. Dafür punktet Daimlers Bussparte mit einem Absatzanstieg um 8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das liegt einerseits an einem inflationsbedingten Kostenanstieg und dem abgesetzten Produktmix. Zwar konnte die Bus-Sparte 2018 eine anhaltend hohe Nachfrage im Komplettbusgeschäft verzeichnen, doch wurden im Produktmix mehr Stadtbusse abgesetzt als Reisebusse. Reisebusse sind generell ertragsstärker. Weiterhin konnte der Absatzzuwachs vor allem in unserem Geschäft mit Fahrgestellen verzeichnet werden (z. B. plus 22 Prozent Absatz in Brasilien). Fahrgestelle sind im Vergleich zu Komplettbussen weniger ertragsstark. Viele unterschiedliche Produkte führen in Daimlers Busportfolio also zu einem Produktmix. Die Rückgang des Ergebnisses durch den Produktmix und den inflationsbedingten Kostenanstieg konnte durch den höheren Absatz nur teilweise kompensiert werden. Im vergangenen Jahr hat Daimler Buses 2.200 Busse und Fahrgestelle mehr verkauft als 2017, so dass am Ende die Marke von 30.000 geknackt wurde, ganz genau waren es 30.900 Busse und Fahrgestelle. In Deutschland waren es aber 155 Omnibusse weniger als im Jahr zuvor, insgesamt wurden im letzten Jahr 2.902 Omnibusse verkauft. Till Oberwörder gab vor diesem Hintergrund bekannt, dass man sich für die kommenden Jahre ehrgeizige Ziele gesetzt habe und weiter wachsen wolle. Und das nicht nur in den etablierten Märkten, sondern gerade auch in den neuen Wachstums-Regionen. Mit passgenauen und an lokalen Bedürfnissen ausgerichteten Produkten, einem effizienten, Produktionsnetzwerk und einem kundennahen Vertrieb und Service will Daimler Buses die Wachstumschancen in vielversprechenden Märkten wie Nordafrika, Naher und Mittlerer Osten, Südostasien und Indien für sich nutzen. Dabei profitiert die Bus-Sparte von den seit 2015 in diesen Regionen eingerichteten, kundennahen Regional Center: Im Jahr 2018 hat Daimler Buses seinen Absatz in den Wachstumsregionen um rund 37 Prozent auf fast 7.000 Einheiten gesteigert. Mit der Marke Bharat Benz möchte das Geschäftsfeld von seinem Werk in Chennai (Indien) aus weitere Marktanteile in Indien gewinnen und gleichzeitig das Werk noch stärker als Export-Hub nutzen. Die Ausgangslage ist gut, anhaltend hoch sei die Nachfrage nach Kompolettbussen, so Oberwörder. Und auch die sich langsam erholende brasilianische Wirtschaft würde maßgeblich zum guten Absatzerfolg beitragen. Die Bus-Sparte von Daimler konnte damit die uneingeschränkte Marktführerschaft in ihren wichtigsten Kernmärkten EU30 (Europäische Union, Schweiz, Norwegen), Brasilien, Argentinien und Mexiko behaupten. Die Umsatzrendite betrug 5,9 Prozent (i. V. 6,2 Prozent) und lag auf Ziel-Niveau. Ausgehend von weiterhin günstigen Marktbedingungen rechnet Daimler Buses für das Jahr 2019 mit einer deutlichen Absatzsteigerung. Insbesondere in Europa und Indien erwartet die Bus-Sparte eine positive Absatzentwicklung. Für das laufende Geschäftsjahr strebt das Geschäftsfeld eine Umsatzrendite von 5 bis 7 Prozent an. Das Elektrobusgeschäft starte, man sei zeitlich genau richtig mit dem eCitaro vorgefahren, so Oberwörder zu diesem spannenden Thema.

Till Oberwörder will die führende Rolle von Daimler Buses weiter ausbauen. Foto: Schreiber

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