Philipp Glonner, CEO und Co-Founder von Arthur Bus, freut sich über den H2 Zero. Foto: Schreiber

Der 12m Solowagen des H2 Zero habe eine Brennstoffzelle mit 60 bis 125 kW Leistung, der Kunde entscheide je nach Einsatzzweck und bevorzugtem BZ-Lieferanten. Foto: omnibus.news

Fahrgastraum mit Motorturm im Heck. Foto: omnibus.news

Nichts Revolutionäres, sondern ein bewährtes Bauteil beim Fahrerarbeitsplatz. Foto: omnibus.news

Arthur ist da! In Berlin debütierte auf der Bus2Bus der H2 Zero. Eine Weltpremiere, die noch auf der Bus2Bus für Gesprächsstoff sorgte. Aus Planegg bei München kommt das junge Unternehmen, das nach eigenen Angaben das nötige Know-how durch den Mix junger Experten, die frisch von Universität kommen, mit dem von Ingenieuren vereint, die schon lange in diesem Gebiet aktiv wären. 

Im Jahr 2021 als Holding gegründet sei Arthur Bus eine der “Kugeln” am Weihnachtsbaum, weitere würden sich auch der Mobilität widmen. Während man hier bedeckt hielt, gab es zur Bussparte erste Details: Dem Solowagen soll auch ein 18m Gelenkbus der H2 Zero-Baureihe folgen, für die angedachte BEV-Baureihe sind Fahrzeuge mit 10, 12 und 18m vorgesehen. Angaben zur fahrgastkapaztitäten gibt es nicht.

Zurück zum H2 Zero: Der Verbrauch würde unter sechs Kilogramm Wasserstoff pro 100 Kilometer liegen, so die Aussage des Herstellers auf der Bus2Bus anlässlich der Weltpremiere. Der Bus biete eine Reichweite von über 450 Kilometern und solle im noch in diesem Jahr auf den Markt kommen, Arthur Bus habe sich schon an Ausschreibungen beteiligt.

Auf die Frage, ob man sich in Deutschland oder Europa an Ausschreibungen beteiligt habe, gab es mit Verweis auf das laufende Verfahren keine Antwort. Erste technische Angaben hingegen schon, wobei die Verantwortlichen betonten, dass man die technische Ausstattung und die verwendeten Aggregate immer nach Kundenwunsch verbaue – wer genau hinschaut, der erkennt, dass der H2 Zero viele Carry Over Parts nutzt.

Der 12m Solowagen des H2 Zero habe eine Brennstoffzelle mit 60 bis 125 kW Leistung, der Kunde entscheide je nach Einsatzzweck und bevorzugtem BZ-Lieferanten. Die Achsen und insbesondere die Hinterachse ist in der E-Bus-Welt ein Klassiker, auch Arthur Bus setzt auf eine ZF AVE 130 mit zwei E-Motoren mit je 125 kW Leistung. Als Traktionsbatterie würden mindestens 15 kWh eingebaut werden, auch hier lege der Kunde fest, was er wolle.

Zur Größe der Wasserstofftanks des Typs 4 schweigt man, erklärt aber gleichzeitig, dass man mit dem in der Branche üblichen Druck von 350 bar arbeite. Auch sonst müsse man nicht alle Komponenten neu erfinde, sondern nur das Zusammenspiel bewährter Komponenten perfektionieren.

Optisch erinnert der formal durchaus als eigenständig zu bezeichnende H2 Zero – nicht zuletzt wegen der Gestaltung der Frontmaske – an eine Baureihe von Ursus aus Polen. Die Muttergesellschaft Pol Mot, zu der auch Ursus gehört, ist im April 2022 in die Insolvenz gegangen ist.

Auf Nachfrage erklärte Philipp Glonner, CEO und Co-Founder von Arthur Bus, gegenüber omnibus.news, dass der H2 Zero ein 100-prozentiges Eigengewächs sei. Die Produktion finde in Polen statt und man beschäftige auch ehemalige Mitarbeiter von Ursus im Hause der Arthur Bus. Aktuell seinen über 30 engagierte und die Zukunft der Mobilität denkende Menschen bei Arthus beschäftigt.

Erfahrungen mit Wasserstoffbussen hat man auch bei Arthur Bus, einige Mitarbeiter im Team waren zuvor schon im HyMove-Projekt involviert, das in den Niederlanden zusammen mit Syntus den Einsatz von H2-Bussen in der Provinz Gelderland untersuchte. Hier lieferte Ursus einen der H2-Busse.

Philipp Glonner lebt mit dem H2 Zero seinen Traum von Mobilität, voller Empathie steht er in Berlin zwei Tage auf der Bus2Bus um den H2 Zero zu präsentieren. Und er vergisst dabei nicht das Team, ohne das die Weltpremiere nicht hätten stattfinden können. Binnen eines Jahres und einem geschickt gewählten Netzwerk ist der erste Traum auf die Räder gestellt worden.

Ganz realistisch ist auch die Zukunft geplant: Mit dem Geld von Investoren sollen im ersten Jahr rund 35 Einheiten des 12m Brennstoffzellenbusses gefertigt werden, danach 100. Die Fertigungsstätte in Polen sei in der Lage, so Glonner, 700 bis 800 Einheiten pro Jahr für Arthur Bus zu fertigen.

Spannend, auch deshalb, weil das Team um Glonner das Thema Digitalisierung und Vernetzung mitgedacht hat und auch hier entsprechend Unterstützung für die Verkehrsbetriebe anbieten will. Fakt ist, dass es im elektromobilen Zeitalter nicht darum geht, einen Omnibus mit einem elektrischen Antrieb zu verkaufen.

“Wir wollen ganzheitliche Lösungen für unsere Kunden anbieten”, so Glonner. Ob Aufbau der Ladeinfrastruktur, Zugriff auf Daten in Echtzeit oder das Planen des Ladens, es gibt viele Faktoren, die den erfolgreichen Einsatz von Elektrobussen zukünftig bestimmen werden. Wer neben der rollenden Basis auch noch das Digitale beherrscht, hat gute Chancen, sein Paket für eine lokal emissionsfreie Mobilität an den Verkehrsbetrieb zu bringen. (omnibus.news/Sr)

Teilen auf: