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Drei Spengsätze detonierten in unmittelbarer Nähe des BVB-Mannschaftsbusses. Foto: Kowalski

Gestern gab es einen Anschlag auf den Mannschaftsbus von Borussia Dortmund, bei dem der Dortmunder Fußballprofi Marc Bartra und ein Polizist verletzt wurden. Gegen 19.15 Uhr detonierten drei Sprengsätze, die in einer Hecke versteckt waren, genau dann, als der Mannschaftsbus neben der Hecke vorbeifuhr. Die Sprengsätze waren mit Metallstiften bestückt. Laut Bundesanwaltschaft hat sich ein Metallstift in die Kopfstütze eines Bussitzes gebohrt. Die Sprengsätze hatten demnach eine Sprengwirkung von mehr als 100 Metern. Schnell machen Gerüchte über die Attentäter die Runde, doch die Polizei mahnt: Erst wenn alle Details ausgewertet sind, werde man ein Fazit ziehen. Auch Bekennerschreiben zum jetzigen Zeitpunkt seien mit Vorsicht zu genießen, so die Polizei in Dortmund. Fakt ist: Eine elektronische Steuerung per Funksignal, Metallstifte in Sprengsätzen, Anordnung und Ausführung lassen Profis hinter dem Anschlag auf den Mannschaftsbus vermuten. Schock und Erschütterungen waren am Tag nach dem Anschlag groß. Mit drei Sprengsätzen wollten die Täter offensichtlich Fußballer töten wollten, über die Gründen dafür kann man derzeit nur spekulieren. „Wir sind uns einig, dass es sich hier um eine widerwärtige Tat handelt“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. „Unsere Gedanken sind bei den Spielern, beim BVB und den Fans“, sagte sie, übermittelte dem Geschäftsführer des Bundesligisten, Joachim Watzke, dem Trainerstab und der Mannschaft am Telefon gute Wünsche und sprach ihr Mitgefühl aus. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU), selbst bekennender BVB-Fan, will heute Abend die Bundesregierung im Dortmunder Westfalenstadion, wo das Champions-League-Spiel gegen den AS Monaco nun schon mit nur einem Tag Verzögerung angepfiffen werden soll, vertreten und so ein Zeichen der Solidarität und wohl auch gegen Anschläge im Sport setzen.

 

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