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ZIS 154 Hachette IXO

ZIS 154 – ein Amerikaner in Russland. Foto: von Unen

Optisch erinnert der russische ZIS 154 zweifelsohne an einen Linienbus aus Amerika. Kein Wunder, denn General Motors vergab an Sawod imeni Stalin, das Stalinwerk, eine Lizenz zum Bau des Busses. Das erklärt die amerikanischen Wurzeln, die am Anfang nicht nur optischer Natur waren: Weil ein eigener Dieselmotor für den dieselelektrischen Antrieb nicht verfügbar war, wurden auch die Motoren für die Busse in den ersten drei Jahren der Fertigung mit US-Lizenz gebaut. Erst im letzten Baujahr gab es einen eigenen Motor, der dann aber ein Benziner war. Der russische Staatskonzern und Hersteller von Pkw sowie Nutzfahrzeugen sitzt in Moskau und wurde 1916 als AMO gegründet, firmierte bis zur Entstalinisierung als Zavad Imeni Stalina, kurz ZIS. 1946 wurde bei ZIS mit der Fertigung des Modells 154 begonnen, ein Jahr später endete diese Freigabe aber auch schon wieder. Die Produktion des ZIS 154 wurde nach nur 1.165 gebauten Linienbussen eingestellt. Der Hybridbus war damals in der Sowjetunion aufgrund seines dieselelektrischen Antriebs eine einmalige Konstruktion: Der Dieselmotor war an einen Wechselstromgenerator angeschlossen und trieb – wie gewöhnlich – über das Getriebe und die Wellen den Bus direkt an. Der auf diese Art und Weise produzierte Strom – 43 kW – wurde über Leitungen, Regler und Schalter an einen Elektromotor übertragen, der dann als so genannter Fahrmotor agierte und die Hinterachse ohne trennende Kupplung über zwei Fahrstufen antrieb. Der Nachfolger, der ZIS 155, war einfacher, wartungsärmer sowie wieder mit einem klassischen Verbrennungsmotor ausgestattet und somit für die tägliche Verfügbarkeit besser. Der ZIS 154 war der erste Linienbus aus sowjetischer Nachkriegsproduktion und der erste Linienbus mit Motor im Heck. Wegen des Hybridantriebs war der ZIS 154 zudem seiner Zeit voraus. Wer sich für den Modellbus aus der Hachette-Sammelserie im Maßstab 1/43 interessiert, der wird jetzt beim Modellbusmarkt in Oberammergau fündig.

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