Chatrou CME Solutions hat die Marktanalyse 2021 veröffentlicht. Foto: CME, Montage: omnibus.news

Seit zehn Jahren beobachtet und analysiert Wim Chatrou von Chatrou CME Solutions den europäischen Busmarkt. Im Jubiläumsjahr hat der Niederländer den Fokus noch einmal erweitert, jetzt liefern seine Zahlen detaillierte Einblicke in EU27 + UK + ICE + NO + CH. Und wie ist das letzte Jahr unter den Pandemiebedingungen gelaufen?

Das Volumen der Linienbusse (und hier insbesondere die mit alternativen Antrieben) scheint nicht unter der Pandemie zu leiden, nach 14.842 in 2020 waren es 14.990 in 2021 – seit 2019 liegt diese Zahl auf diesem hohen Niveau. Alterntaive sind schon längst über die Nische hinaus gewachsen, alternative Antriebe zählen europaweit zum guten Ton. Betrachtet werden in der Analyse von Chatrou CME Solutions Omnibusse mit einem zulässigen Gesamtgewicht von über 8 Tonnen.

2020 wurden bei den Omnibussen mit alternativen Antrieben (Hybrid-, CNG-, Elektro- und FuelCell-Busse) 8.338 Fahrzeuge neu zugelassen, in 2021 waren es in Summe 9.813 Fahrzeuge. Einzig die Zahl der CNG-Busse stagniert, nach 3.162 in 2020 waren es in 2021 nur 3.088, ein minimaler Rückgang. Den größten Zuwachs erlebten FuelCell-Busse: Nach 47 in 2020 wuchs deren Bestand in 2021 auf 158 Fahrzeuge!

omnibus.news veröffentlichte am 25. Januar schon einen Spoiler, Mercedes-Benz hat in Deutschland in 2021 die meisten neuen Elektrobusse neu zulassen können. Europaweit wuchs die Zahl der neuen Elektrobusse auch, hier nennt Wim Chatrou in Summe jetzt einen Bestand von 3.282 Fahrzeugen nach 2.210 im Jahr zuvor. Spannend, der Boom hält in diesem Segment an, ein weiteres Plus von fast 1.000 neuen Elektrobussen im Vergleich zum Vorjahr ist beeindruckend.

In Europa blickt man nach Deutschland, nicht nur, weil Mercedes-Benz 251 der insgesamt 555 neu zugelassenen Elektrobusse in Deutschland auf die Straße gebracht hat. Mit 555 neuen Elektrobussen führt Deutschland in Europa das Ranking an. Großbritannien kommt mit 540 neuen Elektrobussen auf den 2. Platz, Frankreich folgt auf Platz 3 mit 512 neuen Elektrobussen. Diese drei Länder kommen zusammen mit 49 Prozent auf knapp die Hälfte der in 2021 in Europa neu zugelassenen Elektrobusse!

Insgesamt hat Wim Chatrou für die Märte EU27 mit UK, ICE, NO und CH die stolze Zahl von 3.282 neuen Elektrobussen ermittelt. Bulgarien, Rumänien und Ungarn liegen zwar abgeschlagen auf den Plätzen 12 bis 14, die Länder melden aber immerhin 80 bzw. 65 bzw. 46 neue Elektrobusse und überholen damit die Schweiz, Portugal, Luxemburg und Belgien in der Zulassungsstatistik neuer Elektrobusse.

Wer hat die meisten Elektrobusse auf die Straßen gebracht? Schau man auf die Zahlen, die Wim Chatrou von 2012 bis 2021 zusammengetragen hat, dann sind es nach wie vor die Niederlande. In Summe kommen sie auf 1.319 Elektrobusse bis zum Jahresende 2021. Deutschland folgt auf Platz 2 mit 1.228 Elektrobussen vor Großbritannien mit 1.150 Elektrobussen.

Und beim Ranking der Hersteller? Auch da gewährt Wim Chatrou Einblicke über die dokumentierten Jahren: Auf den ersten drei Plätzen liefern sich Solaris, BYD und VDL ein Kopf an Kopf-Rennen. Solaris konnte seit 2012 europaweit in den von Chatrou CME Solutions beobachteten Märkten 1.132 Elektrobusse absetzen. Den 2. Platz belegt BYD mit 1.088 Fahrzeugen, bevor VDL mit 969 Elektrobussen folgt.

Die deutschen Hersteller holen auf, Mercedes-Benz kommt mittlerweile auf 580 Elektrobusse und mittlerweile 6,8% Marktanteil und Platz 7 in Europa. MAN kommt, inklusive der Urbis-Stromer, auf 172 Elektrobusse und Platz 12 bzw. 2% Marktanteil, wenn man die Neuzulassungen seit 2012 in Summe betrachtet.

Im 2021 lieferte Solaris in Europa 390 neue Elektrobusse aus, gefiolgt von ADL-BYD mit 375 neuen Elektrobussen. Auf den 3. Platz kommt Mercedes-Benz mit 333 Elektrobussen – Glückwunsch! Der 10. Platz geht an MAN mit 134 neuen Elektrobussen in 2021. Die Zulassungen von Elektrobussen sind 2021 gegenüber 2020 in Europa um 48 % gestiegen. Die Hälfte des Marktes für Elektrobusse wird von Solaris, BYD mit ADL, Mercedes-Benz und, überraschend, Yutong sowie Iveco Bus bestimmt.

Generell verfestige sich der Trend hin zu alternativen Antriebskonzepten, wie Wim Chatrou zusammenfassend anmerkt. Nicht nur Elektrobusse mit batterie-elektrischem Antrieb, sondern auch Hybridbusse sowie die mit einem Brennstoffzellenantrieb würden stetig zulegen. Aktuell minimal rückläufig wären die CNG-Busse, diese hatten vor zwei Jahren noch den größten Sprung gemacht. Was bleibt, ist die Tatsache, dass diese Antriebsart im Überlandsegment dominieren würde, so der Niederländer.

Ein Fazit der jetzt vorgelegten Zahlen des Jahres 2021: Fast 60 % aller Linienbusse in den beobachteten 31 Ländern haben jetzt einen alternativen Antriebsstrang. Neue Marken bzw. Hersteller fahren auf vordere Plätze im Ranking vor. Vor zwei Jahren waren es “nur” 40 % der neu zugelassenen Linienbusse in Europa, die mit einem alternativen Antriebskonzept ausgestattet waren. Weitere Zahlen und Ausführungen zur großen Marktanalyse folgen in Kürze auf omnibus.news. (CME/omnibus.news/Sr)

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