1954 blieben die geladenen Gäste auf Distanz zum neuen Mercedes-Benz O 321 H. Foto: Daimler

Die Präsentationshalle hat sich in den letzten sechs Jahrzehnten sichtbar verändert… Foto: Morlock

Es ist mittlerweile schon eine Tradition, die man nicht mehr missen möchte: Im Dezember muss man alle Jahre wieder nach Mannheim. Fast klingt es wie ein Weihnachtsmärchen, doch wenn man den Überlieferungen glauben darf, dann feierte der legendäre Mercedes-Benz O 3500 genau am 24. Dezember 1949 seine Premiere. Die damalige Daimler-Benz AG macht sich mit dem kompakten Hauben-Omnibus selbst ein ganz besonderes Weihnachtsgeschenk. Am Heiligen Abend ist man zuhause, am heutigen Nikolaustag sollte man in Mannheim sein, denn hier wird wieder einmal Omnibus-Geschichte geschrieben. So wie schon beispielsweise 1954, als am 6. Dezember 1954 der erste O 321 H aus dem Werk Mannheim rollte. Mit seiner Semi-Integralbauweise verabschiedete sich die neue Konstruktion von der bis gepflegten Chassisbauweise – das Ende der Gemeinsamkeiten von Omnibussen und Lastwagen war vollzogen. Die anwesenden Pressevertreter staunten nicht schlecht, denn Grundlage des O 321 H war ein Bodenrahmen, der für sich gesehen selbsttragend konstruiert war. Mit diesem Rahmen von hoher Festigkeit wurde der Aufbau fest verschweißt. Beide Komponenten zusammen ergaben einen sehr steifen Karosseriekörper. Ergebnis der Konstruktion war eine höhere Stabilität, geringeres Gewicht und durch Entfall der Chassis-Längsträger ein größerer Gepäckraum zwischen den Achsen. Schraubenfedern an der Vorderachse anstelle der bisher verwendeten Blattfedern verbesserten den Fahrkomfort. Mit dem O 321 H begann eine neue Ära der Omnibusse von Mercedes-Benz. Ähnlich dürfte es den heute in Mannheim anwesenden Kunden von Mercedes-Benz gehen: Sie erleben mit dem eCitaro auch den Beginn eines neuen Zeitalters. Und irgendwie fühlt man sich an den O 321 H erinnert: Dessen markanter ovaler Grill trug ein großes Markenemblem in der Frontmaske. Neben dem optischen Auftritt des eCitaro von Mercedes-Benz ist es in diesem Jahr der Ansatz, der wohl eine Sternstunde darstellen dürfte: Mercedes-Benz betrachtet Elektromobilität ganzheitlich und bettet den eCitaro in das Gesamtsystem eMobility ein. Sicherlich war seinerzeit neben dem Aufbau des O 321 H auch der Ansatz, den Bus als Frontlenker mit Heckmotor auf den Straße ein richtiger und wichtiger Schritt. So wie vor über 60 Jahren das Ende der Gemeinsamkeiten von Omnibussen und Lastwagen vollzogen wurde, so ist der eCitaro heute als Aufbruchsignal zu verstehen. Wir sind auf dem Weg in eine elektrische Zukunft. Und deshalb sitzen die geladenen Gäste nicht im Anzug auf den Stuhlreihen und bestaunen das Neue. Nein, heute sind sie raus aus den Fabrikhallen und rein in den eCitaro um das Spannende im wahrsten Sinne zu erfahren. “Mercedes-Benz Driving Experience” heißt die Veranstaltung im Jahr 2018. Auch wenn der Name nichts Weihnachtliches hat, geblieben ist die Erfahrung, dass man im Dezember in Mannheim etwas Neues erfährt.

Im Jahr 2018 kann das Neue im wahrsten Sinne erfahren werden. Foto: Morlock

Im Jahr 1954 stand auch ein Bus(-gerippe) für die Gäste bereit und zeigte eindrucksvoll, dass der Bus mit der Einführung der selbsttragenden Bauweise dem Lkw endgültig den Rücken kehrte. Foto: Daimler

 

 

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