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Die Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA) fordert ein rasches politisches Eingreifen zur Stärkung der Busproduktion in Europa. Foto: ACEA, Cleanpng; Montage: omnibus.news

Die Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA) fordert ein rasches politisches Eingreifen zur Stärkung der Busproduktion in Europa. In einer aktuellen Stellungnahme warnt der Verband davor, dass trotz wachsender Nachfrage nach emissionsfreien Bussen zunehmend öffentliche Investitionen an Hersteller außerhalb der Europäischen Union fließen. Die EU müsse deshalb ihre Vergabe- und Industriepolitik anpassen, um Produktion, Arbeitsplätze und technologische Kompetenz in Europa langfristig zu sichern.

Der europäische Busmarkt wächst dynamisch: Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Neuzulassungen in der EU gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 22,7 Prozent. Rund 60 Prozent der neu zugelassenen Stadtbusse sind inzwischen batterieelektrisch. Gleichzeitig nimmt der Wettbewerbsdruck durch außereuropäische Anbieter zu. Nach Angaben der ACEA erreichten chinesische Marken 2025 einen Marktanteil von rund 32 Prozent bei elektrischen Stadtbussen in der EU. Besonders wichtig sind öffentliche Ausschreibungen, da ein Großteil der rund 680.000 Busse in der EU im Auftrag öffentlicher Stellen betrieben wird.

Im Stadtbussegment hängt die Nachfrage maßgeblich von öffentlichen Finanzierungs- und Beschaffungsentscheidungen ab. ACEA kritisiert, dass bei vielen Vergabeverfahren weiterhin der Anschaffungspreis ausschlaggebend sei. Der zusätzliche wirtschaftliche und strategische Nutzen europäischer Produktion werde dagegen nicht ausreichend berücksichtigt. Der Verband fordert deshalb, bei öffentlich finanzierten Busbeschaffungen verbindliche Kriterien jenseits des Preises einzuführen. Dazu zählen europäische Wertschöpfung, Forschung und Entwicklung, Innovation, Versorgungssicherheit, Cybersicherheit sowie Wartung und Ersatzteilversorgung über den gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs.

Dabei soll nicht nur der Ort der Endmontage zählen. Auch Entwicklungsleistungen, Software, Batterieintegration und weitere industrielle Tätigkeiten sollen in die Bewertung der europäischen Wertschöpfung einfließen. Nach Angaben der ACEA verfügt Europa über mehr als 38 Busmontagewerke in zwölf EU-Mitgliedstaaten. Diese industrielle Basis umfasst neben der Fahrzeugproduktion auch Zulieferer, Ingenieurleistungen und Technologien für die Elektrifizierung. Damit Hersteller ihre Kapazitäten ausbauen und Lieferketten absichern können, fordert der Verband zudem verlässlichere Rahmenbedingungen.

Längere Zeiträume zwischen Ausschreibung und Auslieferung, Rahmenverträge mit zugesicherten Abnahmemengen, gebündelte Bestellungen und stärker standardisierte technische Anforderungen sollen die Produktionsplanung erleichtern. Auch bei der internationalen Wettbewerbsfähigkeit sieht ACEA Handlungsbedarf. Europäische Hersteller konkurrierten mit Anbietern, die unter anderen industriellen und wirtschaftlichen Bedingungen produzierten. Die EU solle daher ihre industriepolitischen Instrumente und die Regeln für öffentliche Beschaffungen entsprechend weiterentwickeln.

Nach Einschätzung des Verbands kommt es auf die kommenden 24 Monate an. Die bis 2030 vergebenen Aufträge würden nicht nur darüber entscheiden, welche Busse künftig auf Europas Straßen unterwegs sind. Sie prägten auch die langfristige Verteilung von Wartungsleistungen, Ersatzteilgeschäft, Softwareentwicklung und industrieller Wertschöpfung. ACEA fordert deshalb, die notwendigen Maßnahmen rechtzeitig vor den anstehenden Flottenerneuerungen umzusetzen. Regelungen, die erst 2030 wirksam würden, könnten zu spät kommen, um die bereits getroffenen Beschaffungs- und Investitionsentscheidungen noch zu beeinflussen. (ACEA/omnibus.news/Sr)

ACEA Stellungnahme, „Bus manufacturing in Europe: urgent action needed“, veröffentlicht am 21. Oktober 2026, https://www.acea.auto/publication/bus-manufacturing-in-europe-urgent-action-needed/

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