Dänemarks erste Brennstoffzellenbusse fahren in Aalborg. Foto: Fuelcellbuseseu

Aalborg hat die ersten Brennstoffzellen-Busse Dänemarks in Dienst gestellt. Drei Van Hool A330 wurden mit Mitteln des EU-Projekts 3Emotion finanziert. Dessen Ziel ist es, für die Zukunft eines emissionsfreien ÖPNV aufzuzeigen, dass dieser mit Brennstoffbussen darstellbar ist. Das 3Emotion-Konsortium besteht aus 16 Partnern mit jeweils einem genau definierten Beitrag zur Verwirklichung der Projektziele. Neben den sieben ÖPNV-Dienstleistern sind noch ein Tankstellenbetreiber, ein Bushersteller, ein Brennstoffzellenhersteller, ein Team von Wissenschaftlern für Evaluierung, lokalen Behörden und Partnern mit in das Projekt eingebunden. Insgesamt nehmen fast 30 Busse (Solo- und Gelenkwagen) mit einem Brennstoffzellenantrieb an der wissenschaftlichen Untersuchung teil. Neben 21 neu angeschafften Linienbussen werden auch acht bereits schon im Einsatz befindliche Linienbusse genau beobachtet. Insgesamt beteiligen sich ÖPNV-Dienstleister an fünf Standorten (Aalborg, London, Pau, Rotterdam und Versailles) an dem EU-Projekt. In Aalborg sind mit Arriva und Keolis gleich zwei ÖPNV-Dienstleister in einer Stadt gleichzeitig an dem Projekt beteiligt. Die Dänen wollen ihren ÖPNV bis zum Jahr 2030 emissionsfrei gestalten, die Brennstoffzellenbusse sind zwar zunächst für einen dreijährigen Test vorgesehen, dürften anschließend aber in Aalborg in den regulären Betrieb übergehen, wie vor Ort bereits erwartet wird. „Die Verwendung von Wasserstoff ist im öffentlichen Verkehr innovativ, wo wir den CO2-Ausstoß erheblich reduzieren und Partikelverschmutzung in der unmittelbaren Umgebung vollständig vermeiden können: Wasserstoffbusse geben während der Fahrt nur Dampf ab. Und wenn bei der Erzeugung des Wasserstoffs nur Strom aus erneuerbaren Energiequellen wie Wind oder Sonne verwendet wird, ist Wasserstoff als Kraftstoff vollständig CO2-neutral “, sagt Ole Stavad, Vorsitzender des Ausschusses für regionale Entwicklung in der Region Norddänemark. Der benötigte Wasserstoff wird direkt vor Ort mittels eines Elektrolyseurs und Ökostrom erzeugt und in drei großen Tanks gespeichert. Für die Brennstoffzellenbusse wurde zudem in Aalborg eine neue Wasserstoff-Tankstelle errichtet. Van Hool hat auch hier wieder die Fahrzeuge geliefert, denn die Belgier haben die entsprechende Kompetenz: Mittlerweile haben sie bereits über 50 Fahrzeuge mit Wasserstoffantrieb verkaufen können (32 in Europa und 21 in Nordamerika). Aalborg bekam den Van Hool A330, einen 12-Meter-Bus mit Platz für 78 Passagiere. Die Belgier setzen bei der Brennstoffzellentechnik auf den kanadischen Anbieter Ballrd Power Systems, beim Elektroantrieb auf Siemens. Die Wasserstoff-Tanks können bis zu 38 Kilogramm H2 aufnehmen, was nach Angaben von Van Hool für eine Reichweite von 350 Kilometern ausreicht. (Van Hool/Keolis/Arriva/Aalborg/Fuelcelbuses.eu/PM/Schreiber)

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