Solaris blickt schon jetzt wieder auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr und viele verkaufte Elektrobusse in 2020. Grafik: Solaris

Der Branchendienst für Elektromobilität, electrive.net, informiert über zwei polnische Förderprogramme mit einem Gesamtvolumen von 90 Millionen Euro, die die Anschaffung von  für Elektrobussen vorantreiben sollen. Das Geld stammt vom polnischen Klimaministerium. Insgesamt habe der polnische Klimaminister Michał Kurtyka Ausgaben von umgerechnet 2,5 Milliarden Euro für dieses Jahr angekündigt, die für den Klimaschutz, E-Mobilität, eine Verbesserung der Energieeffizienz und die Förderung der Sonnenenergie investiert werden sollen. Nun kommen weitere Maßnahmen hinzu, die vor allem im Zusammenhang mit der Wirtschaftsförderung vor dem Hintergrund der Coronakrise zu sehen sind. „Die Coronavirusepidemie erfordert, dass wir nach Lösungen suchen, die die Wirtschaft ankurbeln“, so zitiert electrive.net Kurtyka . „Wir haben auch den Ehrgeiz, dass diese wirtschaftliche Erholung neue Wege der Entwicklung und des nachhaltigen Wachstums markiert.“ Das Förderprogramm „Kangur 2.0“ stellt umgerechnet 15 Millionen Euro bereit, damit auch ländliche Gemeinden für die Schüler-Beförderung Elektrobusse anschaffen können. Die Dauer des am 1. Juni bereits angelaufenen Förderprogramms umfasse die Jahre 2020–2023. Besonders berücksichtigt werden sollen dabei infrastrukturschwache Gemeinden, deren bescheidene Haushaltslage es normalerweise schwierig machte, kostspieligere Varianten der Schülerbeförderungen ins Auge zu fassen, so electrive.net. Im Rahmen des Programms könne bis zu 95 Prozent der Anschaffungskosten gefördert werden oder auch als Darlehen für diesen Zweck ausgezahlt werden. Welche der beiden Formen für die Gemeinden infrage kommt, wird anhand der Einwohnerzahl der Gemeinde und der Einkommensstruktur pro Einwohner entschieden. Sofern die Finanzierung von elektrischen Schulbussen fast vollständig von dem Klimaministerium übernommen wird, gehört dazu auch die Installation der Ladeinfrastruktur, die den Gemeindegebieten zugutekommen soll. Im Jahr 2019 hatte es bereits ein Pilotprogramm „Kangur 1“ gegeben. Davon haben vier polnische Dorfgemeinden profitieren können, wie electrive.net berichtet. Das zweite Förderprogramm richte sich an kommunale und städtische Verkehrsgesellschaften. Knapp 75 Millionen Euro stehen bereit, um den Kauf von bis zu 300 Elektrobussen sowie 75 Ladestationen zu ermöglichen. Auch hier kann je nach Bewerber zwischen einer Kostenübernahme von bis zu 80 Prozent oder der Gewährung eines Darlehens entschieden werden, wie electrive.net schreibt. Das Programm soll zwei Phasen umfassen: Die erste Phase bezieht sich auf die Realisierung zwischen 2020 und 2025 und die zweite auf den Zeitraum von 2025 bis 2030. Beide Programme haben bekanntlich Vorläufer, insgesamt wurden so in Polen bis Ende 2019 insgesamt 95 Elektrobusse auf die Straße gebracht. Aktuell würden viele Städte verschiedene Elektrobusse testen, die im Rahmen des Förderprogramms für sie infrage kämen, so electrive.net. Die Stadt Gdynia testete kurz vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Februar den Mercedes-Benz eCitaro. In Zielona Góra fiel die Entscheidung für den Kauf von 43 Elektorbussen von Ursus samt entsprechender Ladeinfrastruktur. In Radom gewann der Anbieter des Solaris Urbino 12 electric. In Gliwice hat Volvo gute Chancen, gegen Solaris zu gewinnen. Die meisten Städte aber hättenen sich noch nicht für ein bestimmtes Modell entschieden, wie electrive.net berichtet, was maßgeblich durch die Coronakrise verursacht worden sei, die bei den Testfahrten und sonstigen anstehenden Entscheidungen zu Verzögerungen geführt hätte. (electrive.net/Solaris/Ursus/Volvo/PM/Schreiber)

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