China hat 2020 insgesamt 61.044 neue Elektrobusse zugelassen. Foto: Schreiber (Bus), Cleanpng (Drache, Flagge), Montage: omnibus.news

Herstellern von Elektrobussen stehen rosige Zeiten bevor, weltweit sollen sie in den nächsten zehn Jahren nach übereinstimmenden Angaben verschiedener Marktbeoachter und Analysten immer mehr Elektrobusse verkaufen. Bis zu 70 Prozent aller Busse sollen bis 2040 rein elektrisch fahren. Dass die Elektrobusse nicht den ganzen Markt einnehmen werden, begründen die Analysten – wie beispielsweise die von Bloomberg – damit, dass die Installation der benötigten Ladeinfrastruktur sowie klimatische Rahmenbedingungen dies punktuell nicht erlauben würden. Den aktuell als Lösung angesehenen wasserstoffbetriebenen Linienbus sehen die Experten hingegen zukünftig nur dort im Einsatz, wo auf Wasserstoff gesetzt werde – in der Nähe von Industrieparks beispielsweise. Und auch mit Blick auf die Weltkarte würden sich wasserstoffbetriebene Busse nicht überall durchsetzen, in China, Teilen Europas, Japan und Südkoreas sind sie aber schon auf der Straße. Bis zum Jahr 2040 würden FuelCell-Bussen keinen zweistelligen Marktanteil erobern. Warum geht der Trend eindeutig zum Elektrobus? Auch das beantwortet beispielsweise Bloomberg sehr detailliert: Die Anschaffungskosten würden deutlich sinken, insbesondere die der Batterien. In den nächsten vier Jahren werde der Preis für Lithium-Ionen-Akkus unter 100 US-$/kWh fallen. Bis zum 2030 erwartet Bloomberg New Energy Finance 60 US-$/kWh. Neue Zellchemien und Produktionstechniken würden das Sinken der Preise begünstigen. In den nächsten zehn Jahren steige die Nachfrage nach Lithium-Ionen-Batterien im Fahrzeugbereich fast um das 14-fache auf 1.755 GWh, Batteriehersteller hätten bereits jetzt entsprechend reagiert und Vorbereitungen für eine Erhöhung der Produktion geschaffen. Allen voran chinesische Anbieter, sie würden noch lange den Markt dominieren. Einen Mangel an Rohstoffen, auch beim bevorstehenden Wechsel zur Batterie auf Lithium-Nickel-Mangan-Kobalt-Aluminiumoxid-Basis, sehen die Anaylsten nicht. Keine Frage, mit Blick auf Elektrobusse Blick die Welt immmer wieder nach China. Ende 2018 zählten die Analysten und Marktbeobachter weltweit 425.000 Elektrobusse, stolze 421.000 davon sind in China im Einsatz! Für Europa lassen sich 2.250 und für die USA ganze 300 nachweisen. Auch die in Europa ansässigen Analysten und Marktbeobachter, wie u.a. die Association des Constructeurs Européens d’Automobiles (ACEA), der Europäische Automobilherstellerverband, oder Wim Chatraou von CME Chatrou Solutions bestätigen den Trend und den Zuwachs im Bereich der emissionsfreien Mobilität:  Elektrisch aufladbare Fahrzeuge aller Arten (von der einfachen Batterie über Plug-in-Hybride bis zur Brennstoffzelle) weisen deutliche sichtbare Zuwächse aus. Doch bis in Europa die Zahlen aus China erreicht werden, wird es noch Jahre dauern. Der Vorzeigestaat hatte den Elektrobusboom politisch forciert und entsprechend gefördert. Die neuesten Zahlen über die neuen Elektrobusse des abgelaufenen Kalenderjahres, die aus China kommen und auf dem Zahlenwerk von China’s Association of Automobile Manufacturers (CAAM) beruhen, sind beeindruckend: Im Jahr 2020 wurden in China insgesamt 61.044 neue Elektrobusse zugelassen! Mit 15.940 neuen Elektrobussen führt Yutong die Statistik des Jahres 2020 an. Stolze 26,1 % Marktanteil weist der Marktanalyst chinabuses.org für Yutong aus, merkt aber auch an, dass die Zahlen im Vergleich zum Vorjahr um 26,5 % zurückgegangen sind. Platz 2 geht an BYD mit insgesamt 9.125 neuen Elektrobussen für den chinesischen Markt. BYD hält 14,9% der Marktanteile und im Vergleich zum Vorjahr kann BYD auf ein Wachstum von 44,4 % stolz sein. Mit 5.503 neuen Elektrobussen und 9% Marktanteil folgt CRRC Electric. Auch hier im Vergleich zum Vorjahr ein Rückgang um 25,7 %. Es folgen die Hersteller Zhongtong (4.965), Higer (3.636), Ankai (2.799), King Long (2.753), Foton (2.633), Skywell (2.126) und Sunwin (2.116). Diese Zahlen sind beeindruckend, in Summe beeindruckende 61.044 neue Elektrobusse. Aber auch hier merken die Chinesen ganz realisitisch an, dass das 20,1% weniger sind, wenn man die Zahlen zum Vorjahr ins Verhältnis setzt. Die stete Nachfrage nach neuen Elektrobussen für den Inlandsmarkt sei durch die COVID-19-Pandemie ausgebremst worden, wie es seitens der CAAM und chinabuses.org unisono heißt. Dies lasse sich dadurch belegen, dass die Zahlen nach der Rückkehr zur Normalität schnell wieder gewachsen wären. Im Februar und März zeige die Statistik ein Minus von über 65 bzw. 50 Prozent, im Dezember mit Blick auf den gesamten Busmarkt ein Plus von 77%. Nicht zu vergessen ist die politische Dimension, denn eine neue, geringe  Subventionierung, die 2019 verordnet wurde, dürfte auch für die rückläufigen Zahlen mitverantwortlich sein. Parallel zum Elektrobusmarkt hat sich auch der gesamte Busmarkt in China entwickelt, im Jahr 2020 wurden 150.637 Omnibusse mit einer Länge von fünf Metern und mehr verkauft. Dies entspricht einem Rückgang von 20,7% gegenüber dem Vorjahr, wie chinabuses.org mitteilt. Aber auch diese Zahlen würden bestätigen, dass der Busmarkt in den letzten Monaten und besonders im Dezember 2020 erste Anzeichen einer Erholung erkennen lasse. Weltweit stimmen Analysten dem Wachstumstrend zu, besonders der Elektrobusbereich werde zulegen: Die gesamte städtische Elektrobusflotte in China soll bis 2025 auf 611.000 Elektrobusse anwachsen, in den USA sollen es dann schon 4.750 sein, in Europa geht man von rund 12.000 Elektrobussen aus. Aber selbst dann ist China dem Weltmarkt weit vorraus: Es wird geschätzt dass damit bereits 18 Prozent aller Busse in China elektrisch unterwegs sind. (ACEA/Bloomberg/CAAM/ChatrouCMEsolutions/chinabuses.org/omnibus.news/Sr)

 

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