Bio durch und durch: Mit der Umstellung des Omnibus-Fuhrparks auf Bio-Erdgas-Antrieb reduziert die Stadt Oldenburg den jährlichen CO2-Ausstoß um 9 500 Tonnen gegenüber dieselbetriebenen Fahrzeugen. Foto: Daimler

Die Verkehr und Wasser GmbH (VWG) aus Oldenburg wird 51 ihrer Erdgasbusse in diesem und im nächsten Jahr austauschen. Die neuen Erdgasbusse mit der Schadstoffklasse Euro 6 lösen “ältere” Erdgas-Fahrzeuge mit dem so genannten EEV-Standard ab. Damit wird jeder zweite Erdgasbus im Fuhrpark der Oldenburger ausgetauscht. Möglich macht dies das niedersächsische Wirtschaftsministerium, das aufgrund der Stickoxid-Problematik in besonders belasteten Städten, zu denen auch Oldenburg zählt, ein Sonderförderprogramm zur Schadstoffreduzierung aufgelegt hat. Das Geld für das Programm stammt allerdings nicht aus dem 100-Millionen-Euro-Bußgeld, das gegen den Volkswagen-Konzern in der Abgasaffäre verhängt worden ist. Für Modernisierung ist eine Investition in zweistelliger Millionen-Höhe nötig, wie die VWG errechnet hat. Der Kauf eines Busses („Solo-Wagen“) schlage mit 250.000 bis 300.000 Euro zu Buche, wie die VWG mitteilt. Ein Gelenkbus koste zwischen 300.000 und 350.000 Euro. Neben der Förderung käme weiteres Geld durch den Verkauf der noch jungen und ausgemusterten Erdgasbusse in die Kasse. Seit Ende 2016 ist der Fuhrpark in Oldenburg komplett auf Erdgas aus nachwachsenden Rohstoffen umgestellt worden. Alle Linienbusse, auch die Fahrzeuge von Auftragsunternehmen, fahren in Oldenburg mit Erdgas. Anfang 2018 meldete die VWG einen Bestand von 97 Erdgasbussen, die täglich im Stadtgebiet im Einsatz sind. 47 dieser Linienbusse verfügen über den EEV-Standard, 50 Busse erfüllten die Norm Euro 6. Noch in diesem Jahr kommen 26 neue Erdgasbusse mit Euro 6-Norm hinzu. Und auch im nächsten Jahr hoffe man für die nächsten 25 Erdgasbusse mit Euro 6-Norm auf eine entsprechende Unterstützung. Unter dem Strich werden es dann sogar über 100 Linienbusse werden, denn die VWG hat beim Bedarf auch schon eine Angebotserweiterung berücksichtigt. Nicht im Fokus hätte man Elektrobusse, wie die VWG bestätigt. Und das, obwohl der überregionale Energieversorger EWE mit 26 Prozent an der VWG beteiligt ist. Zusammen mit dem zweiten Gesellschaft, der Stadt Oldenburg, sei man sich einig, dass man mit Blick auf die Ökobilanz der Batterien lieber weiter auf Erdgas setzen wolle. Langfristig würde man mit Wasserstoff liebäugeln. Wasserstoff und Brennstoffzellentechnik seien für die VWG eine interessante Antriebsart.

Sauberer Fuhrpark: Mit den zehn Mercedes-Benz Citaro NGT ist die Um-stellung auf 100 Prozent Bio-Antrieb perfekt. Andre Martin, Verkauf Mercedes-Benz Omnibusse, übergab den symbolischen Schlüssel der Fahrzeuge an Michael Emschermann, Geschäftsführer der Verkehr und Wasser GmbH Oldenburg (VWG). Foto: Daimler

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