Pioniergeist bei Daimler: Die Geschichte der Berufsausbildung am Standort Mannheim begann im März 1916 mit der Gründung einer Lehrwerkstatt bei Benz & Cie. Foto: Daimler

Die Größe des Standortes wird erst durch ein Luftbild deutlich… Foto: Daimler

Mercedes-Benz und Mannheim verbindet eine ganz besondere Geschichte. Hier erfand der Ingenieur Carl Benz am 29. Januar 1886 mit der Patentnummer 37435 das erste Automobil der Welt – den Benz Patent-Motorwagen. 1908 wurde das heutige Mercedes-Benz Werk Mannheim in Mannheim-Waldhof auf dem Luzenberg gegründet. Über 5.100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter produzieren am Standort Motoren und zugehörige Komponenten für alle Nutzfahrzeug-Sparten von Daimler weltweit. Die Gießerei im Werk gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Fahrzeuggusselementen aus Eisen. Im sogenannten Europazentrum für die Tauschmotorenfertigung werden darüber hinaus Motoren für Nutzfahrzeuge und Personenkraftwagen aufbereitet. Ausbildung und Nachwuchssicherung haben für den Standort Mannheim eine gleichermaßen hohe Bedeutung: Seit über 100 Jahren werden hier junge Menschen ausgebildet – seit Bestehen der Berufsausbildung insgesamt rund 11.000. Nun haben sich Unternehmen und Betriebsrat auf ein gemeinsames Zukunftspaket für das Mercedes-Benz Werk Mannheim verständigt. Die Daimler AG investiert, bis 2020 werden rund 140 Millionen Euro in die Produktionsstandorte und rund 200 Millionen Euro in neue Technologien. Davon profitiert auch Mannheim, denn hier wird der eCitaro gebaut. Das Mercedes-Benz Werk Mannheim ist durch sein Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität (KEM) für die Entwicklung und Produktion von alternativen Antrieben sehr gut geeignet. Seit 1994 entwickeln und arbeiten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dort unter anderem an Hochvolttechnologien. In das Zukunftspaket fällt die Montage der Batterie-Pakete für den vollelektrischen schweren Verteiler-Lkw Mercedes-Benz eActros, der sich derzeit als Kleinflotte in einer kundennahen Fahrerprobung befindet. Die Serienfertigung des Elektro-Lkw ist ab 2021 denkbar. Darüber hinaus wurde ebenfalls entschieden, dass die Aufbereitung von Pkw Hochvoltbatterien zukünftig im Mercedes-Benz Werk Mannheim erfolgt. Andreas Moch, Standortverantwortlicher Mercedes-Benz Werk Mannheim, freut sich über das erfolgreiche Ergebnis: „Nach konstruktiven Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretern gehen wir im Mercedes-Benz Werk den nächsten wichtigen Schritt in Richtung einer wettbewerbsfähigen Zukunft. Mit den Investitionen stärken wir unser Kerngeschäft und bauen gleichzeitig die technologischen und infrastrukturellen Rahmenbedingungen für alternative Antriebsformen weiter aus. Mit unserem Kompetenzcenter für emissionsfreie Mobilität haben wir dafür am Standort bereits eine sehr gute Basis. Das Know-how der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie die Produktionsinfrastruktur in der Hochvolttechnologie sind wichtige Voraussetzungen für die Montage von batterieelektrischen Antrieben. Das Verhandlungsergebnis ist damit für die Beschäftigten sowie für die Stadt Mannheim und die Region ein wichtiger Meilenstein.“ Joachim Horner, Betriebsratsvorsitzender Mercedes-Benz Werk Mannheim: „Dieses gute Ergebnis gestaltet die Zukunft für das Mercedes-Benz Werk Mannheim, im Bereich der Batterietechnologie und alternativer Antriebsformen. Wir hatten den Anspruch, gemeinsam mit der IG Metall und der Unternehmensleitung zu möglichst tragfähigen Vereinbarungen zu kommen. Dies ist uns im Sinne der Beschäftigten gelungen. Wir in Mannheim verfügen über eine langjährige Erfahrung im Bereich konventioneller und alternativer Antriebsformen mit qualifizierten Beschäftigten. Darauf bauen wir nun auf und sichern damit den Standort mittel- und langfristig.“

Blick ins Mercedes-Benz Werk Mannheim: Endmontage der neuesten Generation des Schwer-Lkw-Motors OM 471. Foto: Daimler

Daimler schickt jetzt eCitaro europaweit zu den hauseigenen Stützpunkten. Foto: Daimler

 

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