Feierlich auf der Expo Foro 2018 in Mexiko-Stadt enthüllt: Der neue Volvo 9800 DD Doppeldecker. Foto: Sanchez

Wow, das ist wirklich ein echter Großauftrag: Volvo Bus wird 330 Reisebusse an namentlich nicht genannte Unternehmen in Mexiko ausliefern. “Volvo Buses wird bald die größte Flotte von Euro-6-Reisebussen in Mexiko bereitstellen, so wie wir es derzeit im Segment der Stadtbusse tun”, sagt Rafael Kisel, Senior Vice President des Geschäftsbereichs Volvo Buses Mexiko.

Das Standard-Verkehrsmittel in Mexiko ist der Omnibus, der im Fernlinieneinsatz große Metropolen genauso wie kleine Provinzstädte erschließt. Die meisten Städte haben einen zentralen Busbahnhof für die Fernreisebusse, welche als Terminal de Autobuses, Central de Autobuses oder Central Camionera bezeichnet werden.

Oft bedienen verschiedene Busgesellschaften dieselbe Strecke und es lohnt ein Vergleich, denn es gibt drei verschiedene Kategorien: Ejecutivo, Primera und Economico. Mit reserviertem Sitzplatz reist es sich in der Ejectivo-Klasse äußerst bequem. Verstellbare Liegesitze mit viel Beinfreiheit sind Standard, genauso wie die Klimaanlage, eine Bord-Toilette mit Waschgelegenheit und eine Bordküche.

Wichtig und für europäische Verhältnisse schwer zu verstehen ist die Tatsache, dass es in den meisten Städten eigene Busterminals je Klasse (und oft auch je Anbieter) gibt, die nicht immer im gleichen Stadtviertel liegen. Auch bei der Fahrtdauer gibt es Unterschiede: Busse in der 1. Klasse fahren häufig non-stop zwischen größeren Städten, in der 2. Klasse sind Umwege und Stops in kleinen Städten vorgesehen.

Volvo Bus hat sich auf den Märkten in Südamerika einen guten Ruf erarbeitet, nicht zuletzt mit der Einführung des Reisebus-Doppeldeckers 9800 DD, der im März 2018 auf der Expo Foro in Mexiko als Weltpremiere präsentiert wurde. Auch mit dem Elektrobus, der seit Mitte 2021 in Mexiko im Werk von Volvo Buses in Tultitlan gefertigt wird, haben die Schweden mehr als ein Gespür für die Entwicklung des Marktes bewiesen.

Mit der Einführung des 9800 DD sind neben Mexiko besonders Brasilien, gefolgt von Peru, Chile und Argentinien, die Märkte, in den es Zuwächse zu vermelden gibt. Volvo Trucks und Mack Trucks sind die dominierenden Lkw-Marken und haben vor Ort entsprechend zum Image des Busse beigetragen.

In Brasilien ist Volvo Buses zudem eng mit dem BRT-System verbunden, das in Curitiba seine Wurzeln hat. Im brasilianischen Curitiba bauen die Schweden neben 12 verschiedenen Busfahrgestellen für Linien-, Reisebus und BRT-Lösungen auch Lkw, Fahrerhäuser, Motoren und Getriebe.

Im 2. Quartal hat sich die Nachfrage für die Bussparte weltweit weiter verbessert, insbesondere bei Dienstleistungen und Reisebussen – und hier insbesondere in Südamerika. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2021 stieg der Netto-Auftragseingang um
44% auf 1.422 Einheiten.

Volvo Buses erhielt bedeutende Aufträge über 100 Gelenkbusse für Rio de Janeiro, Brasilien und 50 Reisebusse für Prevost in Kanada. Einen guten Auftragseingang melden die Schweden auch in Großbritannien, Chile und Spanien. Die Auslieferungen beliefen sich auf 1.295 Einheiten, 22% mehr als in Q2 2021.

Der Nettoumsatz im 2. Quartal stieg um 7% auf 4.062 Mio. SEK (3,811). Währungsbereinigt sank der Nettoumsatz um 2 %, wobei der Fahrzeugumsatz um 8 % zurückging und ein Anstieg des Serviceumsatzes um 24%. Der Umsatzrückgang der Omnibusse ist auf den Produktmix zurückzuführen, mit einem geringeren Volumen von hochwertigen Fahrzeugen – pandemiebedingt vermelden alle Hersteller von Reisebussen in diesem Segment einen entsprechenden Rückgang.

Das bereinigte und ausgewiesene Betriebsergebnis belief sich auf 7 Mio. SEK (-9), was einer operativen Marge von 0.2% (-0.2) entspricht. Im Juni führte Volvo Buses eine neue, kraftstoffsparende Plattform für das Premium-Reisebusprogramm und
entsprechende Fahrgestelle für dieses Segment ein.

Vor diesem Hintergrund ist der Großauftrag aus Mexiko zu sehen: Auch wenn hier der Emissionsstandard Euro 6 erst im Januar 2025 verpflichtend wird, Busunternehmer im Segment der Reisebusse handeln langfristig, d.h., dass die jetzt bestellten Reisebusse ohne Probleme ab 2025 auch fahren sollen.

Bevor die 330 Reisebusse bei Volvo Bus bestellt wurden, gab es ausführliche Tests bei den Kunden. Dafür wurden sieben Demobusse (sechs Solo-Reisebusse und ein Doppeldecker) zur Verfügung gestellt. Volvo Buses nennt keine Namen, spricht aber von führenden Busunternehmen Mexikos.

Diese hätten dabei Kraftstoffeinsparungen zwischen neun und 13 Prozent im Vergleich zur vorherigen Euro 5-Technologie im wahrsten Sinne erfahren. Die Demobusse basieren technisch auf der neuen Coach-Plattform, die nach Angaben von Rafael Kisel besonders mit der neuen Elektronik, mehr Sicherheitssystemen und dem großvolumigen 13 Liter-Motor punktet. (VolvoBus/PM/omnibus.news/Sr)

 

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