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Zum Geburtstag eine Ausfahrt: Der zweite Prototyp einer neuen Generation. Foto: Schneider

Genau heute vor 30 Jahren, also am 16.05.1987, fuhr zum ersten Mal ein damals als behindertengerecht titulierter Niederflurbus im Fahrgastverkehr. Die Weltpremiere fand in München statt, wie der Neoplan-Experte Andreas Schneider berichtet. Das Fahrzeug wurde auf Wunsch der Stadtwerke München von Neoplan realisiert. Bereits 10 Jahre zuvor stellte Neoplan schon einen Niederflurbus vor, den Neoplan N 814. Dieser war aber vom Standard I Bus meilenweit entfernt und fand so keinen entsprechenden Zuspruch. Mit dem aus dem Standard II Baukasten konstruierten Niederflurbus gelang es Neoplan ab 1987, bei einigen großen Kommunen beachtliche Absätze zu erzielen. Waren die Wettbewerber zunächst sehr skeptisch, sahen sie sich kurz später schon im Zugzwang, ebenfalls niederflurige Stadtlinienbusse anzubieten. Heute ist in modernen Stadtverkehren weltweit faktisch der Niederflurbus der Standard. Die Wiege des Niederflurbusse liegt zweifelsfrei in München und Pilsting. Ohne die Initiative der Stadtwerke München und die Innovationsfreudigkeit von Neoplan wäre diese Entwicklung definitiv nicht so schnell erfolgt. Zwei nahezu baugleiche Prototypen wurden im April und September 1987 ausgeliefert. Der erste Niederflurbus wurde bereits wenige Monate nach Indienststellung durch eine Brandstiftung vollständig zerstört. Der zweite neue Linienbus versah nach seiner Weltpremiere auf der IAA 1987 in Frankfurt am Main in München seinen Liniendienst bis 1996. Direkt im Anschluss wurde er vom Omnibus Club München (OCM) übernommen. Dank der Unterstützung seines Erbauers, Dr. h.c. Konrad Auwärter, konnte er nach der Übernahme aufgearbeitet werden und ist seither meist im MVG-Museum ausgestellt. Anlässlich des 30jährigen Jubiläums des ersten Niederflureinsatzes in München hatten Omnibusfreunde am 14.05.2017 die äußerst seltene Gelegenheit, das Fahrzeug nochmal im regulären Liniendienst in München zu erleben.

Neoplan revolutionierte mit dem Niederflur-Konzept den ÖPNV. Foto: Schneider

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