Van Hool setzt auf Wasserstoff und die Brennstoffzelle, hier der erste Bus für Köln. Foto: omnibus.news

Van Hool, der belgische Hersteller von Linienbussen, Reisebussen und Nutzfahrzeugen, hat einen Großauftrag von der Regionalverkehr Köln GmbH (RVK) und den Wuppertaler Stadtwerken (WSW) erhalten. Dieser Auftrag umfasst 30 Wasserstoffbusse für Köln sowie 10 Busse für Wuppertal und ist damit der größte Auftrag für wasserstoffbetriebene Busse, der je in Europa vergeben wurde. Die hochmodernen Fahrzeuge werden von Van Hool am belgischen Produktionsstandort Koningshooikt gebaut. Auf dem UITP Summit 2019 in Stockholm wurde der erste Bus, ein A 330, für die RVK Köln präsentiert. Neu: Die Belgier haben erstmals einen Zweiachser mit optimierter Gewichtsverteilung auf die Räder gestellt. Jan Van Hool berichtete in Stockholm voller Stolz, dass das belgische Unternehmen die derzeit größte Flotte von Wasserstoffbussen in Europa auf die Straße gebracht hat. Van Hool produziert bereits seit 2005 Brenstoffzellen-Busse für den amerikanischen Markt, seit 2007 für den europäischen Markt. In diesem Zeitraum hat das Unternehmen insgesamt 53 dieser Busse gebaut, davon 21 für nordamerikanische und 32 für europäische Kunden. Hinzu kommen acht weitere wasserstoffbetriebene Fahrzeuge, sogenannte „Trambusse“, die Van Hool für die Stadt Pau in Frankreich gebaut hat und die in der zweiten Jahreshälfte 2019 ausgeliefern wird. Die Fahrzeuge für Köln und Wuppertal sind baugleich und werden mit FCvelocity-HD85 Brennstoffzell-Modulen der Firma Ballard Power Systems aus Vancouver (Kanada) ausgestattet. Für den Antrieb setzen die Belgier auf einen Siemens PEM-Elektromotor, der eine Leistung von 210 kW (rund 285 PS) hat. Jeder Bus verfügt über 29 Sitzplätze sowie 46 (Köln) bzw. 49 (Wuppertal) Stehplätze und bietet Platz für zwei Rollstuhlfahrer sowie einen Kinderwagen. Die Busse können mit 38,2 kg Wasserstoff betankt werden und verfügen damit über eine Reichweite von rund 350 km. Dabei dienen die Brennstoffzellen gemeinsam mit den Lithiumbatterien und den Elektromotoren als Basis des Antriebs. Der Bus wird vollelektrisch betrieben. Einerseits wird Wasserstoff (H2) in der Brennstoffzelle in Elektrizität umgewandelt, wobei nur Wasserdampf emittiert wird, andererseits wird der Antrieb bei Bedarf über die Lithiumbatterien unterstützt. Dank dieses Hybridantriebs und der Rückgewinnung der Bremsenergie kann der Wasserstoffverbrauch auf rund 8 kg/100 km begrenzt werden. Gefördert wird die Beschaffung der neuen Fahrzeuge im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) in Deutschland und finanziert durch „Fuel Cells and Hydrogen Joint Undertaking“ (FCH JU), der europäischen privat-öffentlichen Partnerschaft zur schnelleren Markteinführung von Brennstoffzellen und Wasserstofftechnologie im Rahmen des EU-Programms Horizon 2020.

Premiere: Der erste H2-Bus von Van Hool für die RVK Köln wurde in Stockholm präsentiert. Foto: Ballard

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