HEAG erweitert den Fuhrpark um 24 Elektrobusse der eCitaro-Baureihe. Foto: HEAG

Der Darmstädter Mobilitätsdienstleister HEAG mobilo hat 24 Elektrobusse vom Typ eCitaro bestellt. Mercedes-Benz wird die Elektrobusse ab dem dritten Quartal 2021 ausliefern, HEAG mobilio wird sie am Betriebshof Böllenfalltor stationieren. Im Anschluss werden sie auf fast allen Linien der HEAG mobiBus eingesetzt. Mit Anschaffungskosten von rund 16 Millionen Euro handelt es sich um die bisher größte Omnibusbestellung in der Geschichte des Verkehrsunternehmens. Die eCitaros sind Teil der Förderung des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU), das der HEAG mobilo für den Erwerb von insgesamt 28 Elektrobussen bis 2021 Mittel in Höhe von 8,9 Mio. Euro bereitgestellt hat. 80 % der Mehrkosten gegenüber herkömmlichen Dieselfahrzeugen werden somit vom Fördermittelgeber übernommen. “Der Ausbau der E-Mobilität im Darmstädter ÖPNV geht in großen Schritten voran”, erklärt Oberbürgermeister Jochen Partsch. Bei den Elektrobussen handelt es sich um elf 12 Meter lange Standardbusse und 13 Gelenkbusse mit einer Länge von 18 Metern. Mit einer Batteriekapazität von 396 kWh erreichen die Standardbusse Reichweiten von bis zu 225 Kilometern. Sie können bei den am Betriebshof der HEAG mobilo verfügbaren 150 kW Ladeleistung innerhalb von drei Stunden geladen werden. Reichweite und Kapazität der Gelenkbusse sind abhängig vom verbauten Batteriesystem, das sich derzeit noch in Verhandlung befindet. “Mit den 24 neuen Elektrobussen und den vorhandenen können wir weit über ein Drittel unserer Busflotte elektrisch betreiben”, berichtet HEAG mobilo-Geschäftsführer Matthias Kalbfuss. “Unsere Busflotte gehört damit zu den modernsten in Deutschland. Nicht nur unsere Fahrgäste profitieren von den komfortablen Elektrobussen, die sich durch eine besonders ruhige Fahrweise auszeichnen. Die lokal emissionsfreien Busse bringen auch Anwohnern und anderen Verkehrsteilnehmern Vorteile, denn sie reduzieren die Lärmbelastung, sorgen für weniger Abgase, weniger Feinstaub und damit für bessere Luft.” Fünf Standard-Elektrobusse des Vorgängermodells sind bereits seit Mitte dieses Jahres in Darmstadt und im Landkreis Darmstadt-Dieburg im Einsatz. “Unsere ersten eCitaros sind im Fahrgastbetrieb inzwischen schon ca. 30.000 km gelaufen und haben sich bislang gut bewährt”, berichtet HEAG mobilo-Geschäftsführer Michael Dirmeier. Und weiter: “Schon heute profitieren wir von der technischen Entwicklung, denn die Batterien der neuen eCitaros haben 108 kWh mehr Kapazität als die aktuellen Fahrzeuge. Damit steigt auch die Reichweite um 55 km. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Trend noch fortsetzt.” Bis 2025 plant die HEAG mobilo die Busflotte vollständig auf Elektrobetrieb umzustellen. “Der nächste Förderaufruf durch das BMVI wird voraussichtlich im November veröffentlicht; dann werden wir uns wieder um Fördermittel für die geplanten Beschaffungen 2022 und 2023 bewerben”, beschreibt Bettina Clüsserath, die seit August in der Geschäftsführung der HEAG mobilo tätig ist, das weitere Vorgehen. Sind alle Dieselbusse durch ihre elektrischen Pendants ersetzt, spart die HEAG mobilo jährlich ca. 2,5 Millionen Liter Dieselkraftstoff und damit etwa 6.600 Tonnen CO2 ein. Der Umweltvorteil wird noch zusätzlich gesteigert, indem die Busse und Bahnen der HEAG mobilo ausschließlich mit Ökostrom aus regenerativen Energien fahren. Um die komplette Busflotte effizient elektrisch betreiben zu können, entsteht derzeit auf dem Betriebshof der HEAG mobilo eine ganz neue Infrastruktur. Die Busabstellhalle wird derzeit mit 28 leistungsfähigen 150 kW-Ladegeräten ausgestattet, die jeweils zwei Ladepunkte versorgen. In Zusammenarbeit mit der ENTEGA AG wurden hierfür im Frühjahr eine von zwei Trafostationen errichtet und eine Übergabestation eingebaut. Die zweite Trafostation folgt im Oktober. Für Mitte 2021 ist die Einrichtung eines intelligenten Systems für Lademanagement geplant. Dieses dient dazu, die Elektrobusse optimal auf die Ladegeräte zu verteilen und sie einsatzbereit zu halten. Das Lademanagement sorgt darüber hinaus dafür, dass das Stromnetz möglichst wenig belastet wird und dadurch die Stromkosten gesenkt werden. (Daimler/HEAG/PM/Schreiber)

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