Jörg Gerhard und Hermann Zemlin (Geschäftsführer von ESWE Verkehr), Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich und den Technischen Leiter von ESWE Verkehr, Dietmar Schneider. Foto: ESWE

Die Stadt Wiesbaden geht bei der Beschaffung von 220 Elektrobussen sozusagen in die 2. Runde: Im April soll entscheiden werden, welcher Anbieter in Zukunft seine Elektrobusse für den städtischen ÖPNV bereitstellen soll. Nach ursprünglicher Planung sollte die Ausschreibung der ESWE-Verkehrsbetriebe eigentlich bereits beendet sein, doch dann bestand noch Klärungsbedarf bei der “Konkretisierung des komplexen Gesamtkonzeptes”, wie es seitens der ESWE-Verkehrbetriebe hieß. Wie das Wiesbadener Tagblatt meldete, beteiligten sich wohl vier Unternehmen an der Ausschreibung: BYD, Daimler, Solaris und VDL wollen Unterlagen einreichen. BYD produiziert als chinesischer Anbieter wie die anderen Wettbewerber mittlerweile auch in Europa, daher sollte eine Chancengleichheit mit Blick auf den Fertigungsstandort bestehen. In der zweiten Runde der Ausschreibung haben die vier Hersteller nun Gelegenheit, ihre Angebote zu konkretisieren: Neben den Elektrobussen geht es nämlich auch um die Ladeinfrastruktur über Stromabnehmer sowie ein umfassendes Betriebshofmanagement. So soll gezeigt werden, wie je nach Ladestand die richtigen Fahrzeuge für die jeweilige Strecke eingesetzt werden sollen. Der Auswahlprozess eines geeigneten Anbieters soll aber nicht mehr sehr viel Zeit in Anspruch nehmen. ESWE plant auch den Einsatz von Bussen mit Brennstoffzellen auf längeren Strecken in die Vororte Wiesbadens. ESWE-Geschäftsführer Frank Gäfgen schreibt ein Gesamtsystem aus, bis 2022 sollen nicht nur alle Dieselbusse durch 220 Elektrobusse ersetzt werden, der Lieferant müsse auch die komplette Infrastruktur liefern. „Im Grunde gab es eine solche Ausschreibung bislang noch nie“, sagt Gäfgen. Die Teilnehmer der Ausschreibung hätten nun in einer zweiten Runde die Gelegenheit, ihre Angebote an die konkretisierten Anforderungen anzupassen. Gäfgen spricht in diesem Zusammenhang von einem „geschärften Katalog“. So will ESWE auch sehen, welcher Bus je nach Ladungsstand der Batterien auf welcher Strecke eingesetzt werden könne. Insgesamt sei festzustellen, so Gäfgen weiter, dass „die Unternehmen sehr interessiert sind“. Noch in diesem Sommer werde der erste Prototyp des neuen Wiesbadener Busses für Testfahrten unterwegs sein, verspricht er. Die Umstellung auf Elektrobusse ist eine der wichtigsten Maßnahmen der Stadt, um die Belastung mit Stickoxiden zu senken. In Wiesbaden drohen deswegen gerichtliche Fahrverbote für Diesel-Pkw.

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