Erst mit dem Fall der Berlner Mauer am 9. November 1989 endete die Teilung Berlins. Foto: modellbus.info

Erst mit dem Fall der Berlner Mauer am 9. November 1989 endete die Teilung Berlins. Foto: modellbus.info

Heute vor 55 Jahren hat die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Berliner Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen starben an der Berliner Mauer mindestens 138 Menschen durch das DDR-Grenzregime. Die Zahl der Opfer an der einstigen, knapp 1400 Kilometer langen innerdeutschen Grenze wird indes weiter erforscht. “Die Ermordungen von unschuldigen Menschen, die die Freiheit suchten, waren unmenschliche Verbrechen”, sagte der Leiter der Stasiunterlagen-Behörde, Roland Jahn, gegenüber der Nordwest-Zeitung. Es müsse alles getan werden, um das Gedenken an die vielen Maueropfer wachzuhalten, sagte Jahn zum 55. Jahrstag des Mauerbaus am heutigen 13. August. “Ihre Familien leiden heute noch darunter, dass einer aus ihrer Mitte herausgerissen wurde.” Die junge Generation sollte die Möglichkeit erhalten, zu erfahren, “dass die Mauer kein Naturereignis war, sondern von Menschen gemacht” wurde. Am Beispiel der Mauer könnten sie lernen, zu was Menschen fähig seien. “Darin liegt die Chance, es nicht zu wiederholen.” Am 13. August 1961 beginnt um ein Uhr nachts die systematische Abriegelung der rund 155 Kilometer langen Grenze um West-Berlin – davon trennen 43 Kilometer das Berliner Stadtgebiet. Die East Side Gallery, die berühmte Open-Air-Galerie, ist mit 1,3 Kilometern das längste noch erhaltene Stück der Berliner Mauer. Nach dem Mauerfall wurde sie von Künstlern aus aller Welt bemalt, weltberühmt sind beispielsweise der legendäre sozialistische Bruderkuss oder die rundlichen, glubschäugigen bunten Köpfe von Thierry Noir. Zwei Drittel der Mauer wurde nach dem Mauerfall umgehend zu Schutt verarbeitet, erzählen Stadtführer. Bis heute sei die Mauer zu 90 Prozent zerlegt, diese Mauerreste werden immer noch als Original-Souvenir verkauft. Die nicht zerstörten Mauerelemente wurden verkauft, allein 240 Segmente verließen Deutschland. Heute werden vierstellige Beträge ohne zu fragen gezahlt. An der Gedenkstätte Bernauer Straße lässt das letzte Originalstück der Mauer erahnen, wie die Grenze ausgebaut war. Stäbe aus rostigem Stahl symbolisieren daneben den weiteren Mauerverlauf, Metallpunkte im Boden stehen für die Stellen, an den Flüchtlinge erschossen wurden.

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