Der E City von Skoda wird 14x nach Prag geliefert. Foto: Skoda

Die ersten Früchte der neuen Zusammenarbeit der Škoda Transportation Gruppe mit Temsa sind da: Vierzehn neue Elektrobusse wurden von den Prager Verkehrsbetrieben Dopravní podnik hl. m. Prahy bestellt. Die tschechische Hauptstadt bekommt eine Elektrobusflotte aus der Heimat sozusagen. Der Wert des Gesamtauftrags einschließlich eventueller Optionen beträgt bis zu 207 Millionen tschechische Kronen. „Ich freue mich, dass Škoda gerade in dieser Ausschreibung erfolgreich war. Wir werden unsere Hauptstadt mit Fahrzeugen beliefern, die keine Umweltbelastung darstellen, über einen geräuscharmen Betrieb sowie niedrige Betriebskosten verfügen, wodurch ihr Betrieb langfristig nachhaltig ist. Es wird sich um neue zwölf Meter lange Niederflurfahrzeuge mit hochwertiger Ausstattung handeln – unter anderem mit voll klimatisierten Räumen, komfortablen Sitzen, leistungsfähigem Informationssystem und fortschrittlichem Energiemanagement der gesamten Flotte,“ so Petr Brzezina, Vorstandsvorsitzender und Präsident der Škoda Transportation Gruppe. Das Modell namens  Škoda E City für den Prager Verkehrsbetrieb ist 12 Meter lang und habe eine garantierte Reichweite von mehr als 100 Kilometern mit einer Ladung, wie es seitens Škoda heißt. Die Ladeleistung beträgt bis zu 150kW und der Ladevorgang erfolgt unter Verwendung von zweipoligem Stromabnehmer, der sich auf dem Fahrzeug befindet, und einem On-Board galvanisch isolierten Ladegerät direkt vom Netzwerk 600V/750V DC. Es ist auch möglich, eine Plug-in-Ladung über Nacht im Depot aus der Steckdose zu nutzen. Die Klimaanlage und die Heizung werden auch rein elektronisch gelöst und die Fahrerkabine ist aufgrund höherer Sicherheitsanforderungen geschlossen. Natürlich sind Plätze für Kinderwagen und Rollstühle, sowie Plätze für Menschen mit eingeschränkter Mobilität vorhanden. Der Elektrobus wird mit einem modernen Informations- und Abfertigungssystem ausgestattet sein, einschließlich automatischer Passagierzählung und Einrichtung für Blinde. Es wird auch ein Kamerasystem für die Sicherheit der Passagiere. Basis ist der von Temsa bekannte elektrobus der Avenue Baureihe. In der Frontmaske ist das Logo von Skoda zu sehen. Ganz im Sinne des Elektrobusses stehe die Feder für den technischen Fortschritt, die Spannweite des Fertigungsprogramms und den weltweiten Absatz der Fahrzeuge stehen. Fortschrittliche Produktionsmethoden und hohe Produktivität symbolisiere der Pfeil. Die Tschechen betonen in diesem Zusammenhang, dass die Firma trotz des markanten und bekannten Markennamens nicht zum Volkswagen-Konzern gehöre, sondern zur PPF Group des tschechischen Unternehmens Petr Kellner. Lediglich die Pkw-Sparte gehöre zum Wolfsburger Unternehmen, eine Teilung, die man auch bei anderen traditionellen Marken schon erlebt habe. Teil der Lieferung sind auch die eventuelle Option auf technischen Support bei der künftigen Entwicklung weiterer Funktionen des Informationssystems und des Energiemanagements (z.B. Fernüberwachung des Fahrzeugverbrauchs oder Überwachung des Akkustands) sowie die Ersatzakkus für den Austausch während der geplanten Nutzungsdauer der Fahrzeuge. Ferner auch Software und Hardware für die Diagnose von Fehlern an den Fahrzeugen sowie Standladegeräte für Aufladung in der Nacht im Busdepot. Die komplette Elektrobus-Flotte wird die Škoda innerhalb von zwölf Monaten nach Vertragsunterzeichnung liefern. Es handelt sich um den ersten Auftrag über Elektrobusse, bei dem Škoda mit ihrer Schwestergesellschaft Temsa aus der Türkei zusammenarbeiten wird. Die Elektrobusse bieten eine einzigartige Lösung mit zweipoliger Aufladung und galvanisch isoliertem Ladegerät am Fahrzeug. Nachts wird im Depot geladen und während des Einsatzes „…tagsüber lädt der Elektrobus  über Stromabnehmer aus der bestehenden Straßenbahn-Oberleitung“, sagt Zdeněk Majer, Vorstandsmitglied und Senior Handelsvizepräsident der Škoda Transportation Gruppe und Temsa Vorstandsmitglied. Die Prager Verkehrsbetriebe planen aktuell mit einem Nachladen an den Endstationen, die Gesamtkapazität der Akkus solle dabei teilweise aufgeladen und dem Fahrzeug eine weitere Runde ermöglicht werden. „Die mit diesem Aufladesystem ausgerüsteten Elektrobusse verfügen in der Tat über eine längere Reichweite am Tag und über eine höhere Flexibilität im Einsatz auf unterschiedlichen Strecken. Fahrzeuge mit derselben technischen Ausstattung haben wir bereits nach Budweis, Zlín sowie in das slowakische Žilina geliefert. Andere Škoda Elektrobusse werden beispielsweise in Třinec, Trutnov oder in dem slowakischen Šaľa betrieben,“ so Zdeněk Majer. Die Škoda Electric ist einer der größten Obus-Hersteller Europas. Im Laufe des Bestehens der Obus-Produktion lieferte sie für den Inlandsmarkt sowie ins Ausland mehr als 14,5 Tausend Oberleitungsbusse. Die tschechischen Obusse werden in ungefähr dreißig Ländern der Welt auf drei Kontinenten – in Europa, Asien und Nordamerika betrieben. (ŠkodaTransportation/Temsa/PM/Sr)

 

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