Lithium-Ionen-Batterien kosteten im laufenden Jahr durchschnittlich 137 US-Doller pro Kilowattstunde. Foto: Bloomberg BNEF

Mit einem Expertenteam auf sechs Kontinenten greift BloombergNEF (BNEF) auf Daten und Informationen aus aller Welt zurück, um detaillierte Prognosen zu  finanziellen, wirtschaftlichen und politischen Trends sowie Technologien zu bestimmen. Jetzt gibt es eine Marktanalyse von Bloomberg NEF, nach der Lithium-Ionen-Batterien im laufenden Jahr durchschnittlich 137 US-Doller pro Kilowattstunde kosten. Bis 2023 sollen die Preise auf etwa 100 US-Dollar sinken, so die Prognose der Analysten. Vor zehn Jahren kosteten Lithium-Ionen-Batterien noch rund 1.100 US-Dollar (heute rund 900 Euro) pro Kilowattstunde. Derzeit sind es im Durchschnitt nur noch 137 US-Dollar – ein Minus von 89 Prozent. Gegenüber 2019 sind die Preise im laufenden Jahr um 13 Prozent gefallen. In den kommenden drei Jahren sollen sie weiter sinken, auf dann durchschnittlich 101 US-Dollar. Des Weiteren sei es so, dass zum ersten Mal Batterie-Pack-Preise von weniger als 100 US-Dollar/kWh gemeldet wurden. Zum Einsatz kamen die Batteriepacks in E-Bussen in China. Während dies der niedrigste gemeldete Preis war, lag der Durchschnittspreis für E-Busse in China etwas höher, nämlich bei 105 US-Dollar/kWh. Die Preissenkungen im Jahr 2020 sind auf steigende Auftragsgrößen, das Wachstum der E-Auto-Verkäufe und die Einführung neuer Pack-Designs zurückzuführen. Neue Kathodenchemien und sinkende Herstellungskosten würden die Preise in naher Zukunft nach unten treiben. Die Preise für Kathodenmaterialien sind seit dem Erreichen eines Hochs im Frühjahr 2018 gesunken und hätten im Laufe des Jahres 2020 ein stabileres Niveau finden. „Es ist ein historischer Meilenstein, dass Packpreise von weniger als 100 US-Dollar/kWh gemeldet werden. Innerhalb weniger Jahre werden wir sehen, dass der Durchschnittspreis in der Branche diesen Punkt überschreitet. Darüber hinaus zeigt unsere Analyse, dass selbst wenn die Rohstoffpreise zu den Höchstständen von 2018 zurückkehren sollten, dies das Erreichen des Durchschnittspreises von 100 US-Dollar/kWh nur um zwei Jahre verzögern würde – und die Branche nicht komplett zum Entgleisen bringt. “ – James Frith, Leiter der Energiespeicherforschung und Hauptautor des Bloomberg-Berichtes. James Frith ergänzt in diesem Zusammenhang, dass die Branche zunehmend widerstandsfähiger gegenüber sich ändernden Rohstoffpreisen werde, weil führende Batteriehersteller die Wertschöpfungskette nach oben verschieben würden. Und sie würden zudem in die Kathodenproduktion oder sogar auch in Minen investieren. Laut der Bloomberg-Analyse erzielten führende Batteriehersteller mittlerweile Bruttomargen von bis zu 20 %, die Anlagen seien zu über 85 % ausgelastet. Die Aufrechterhaltung hoher Auslastungsraten sei der Schlüssel zur Senkung der Zell- und Packpreise. Ein möglicher Weg, um diese niedrigeren Preise zu erreichen, wäre die Einführung von Festkörperbatterien. Die Bloomberg-Analysten gehen davon aus, dass diese Zellen zu 40 % der Kosten heutiger Lithium-Ionen-Batterien hergestellt werden könnten, wenn sie in großem Maßstab produziert würden. Diese Preissenkungen würden durch Einsparungen in der Materialliste und bei den Produktions- und Ausrüstungskosten sowie durch die Einführung neuer Kathoden mit hoher Energiedichte erzielt. Um diese reduzierten Preise zu realisieren, müsste die Lieferkette für wichtige Materialien, wie z. B. Festelektrolyte, die heute nicht in Lithium-Ionen-Batterien verwendet werden, aufgebaut werden. (BloomberNEF/PM/Sr)

Optional mit Festkörperbatterien erhältlich: Der eCitaro G von Mercedes-Benz. Foto: Schreiber

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