Haltepunkt UN Campus, Bonn; Vorstellung klimaneutraler Busshuttle ‘Cleanshuttle’; (v.l.n.r) VDV-Präsident Jürgen Venske, NVR-Geschäftsführer Dr. Norbert Reinkober, Norbert Barthle, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur; Ashok Sridharan, Oberbürgermeister der Bundesstadt Bonn, Patricia Espinosa, Generalsekretärin des UN-Klimasekretariats, Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; SWB-Geschäftsführer Hansjörg Spielhoff.
Foto: VDV/Dankert

Elektromobilität ist in aller Munde, mitunter spricht man schon von einer wahren Elektrobus-Euphorie in der Bus-Branche. Aber: Die Realität zeigt, dass das, was sich viele ÖPNV-Nutzer und Verkehrsunternehmen wünschen, weit von dem entfernt ist, was zur Zeit so glorifizierend dargestellt wird. Bundesweit surren von 36.000 Linienbussen gerade mal 100 elektrisch. Warum? Es geht schon bei der staatlichen Unterstützung los: Auch wenn noch bis Ende des Monats die Anträge zur Förderrichtlinie Elektromobilität eingereicht werden können, zeigt sich bei genauer Betrachtung, dass auch hier nicht alles Gold ist, was glänzt: Es handelt sich um die Fortsetzung einer älteren Richtlinie die schwerpunktmäßig auf kommunale Flotten zielt. Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer informierte in diesem Zusammenhang seine Mitglieder, dass es entsprechende Informationen zur Förderrichtlinie und zur Antragsstellung beim Projektträger Jülich gibt. Eine Liste mit Antworten zu häufig gestellten Fragen wurde ebenfalls erstellt, auch hier gibt es einen Link. Die gesamte Förderrichtlinie finden Sie hier sowie den maßgeblichen Förderaufruf hier. Die wichtigsten Informationen: Die Antragsfrist geht bis zum 31. Januar, für eine Förderung muss mindestens ein Elektro- oder Hybrid-Bus beschafft werden. Unternehmen der privaten Wirtschaft sind förderberechtigt, wenn die Kommune bestätigt, dass die Maßnahme Teil eines kommunalen Elektromobilitätskonzeptes ist. Um bei diesem Förderaufruf förderberechtigt zu sein, muss der neu angeschaffte Bus in einer der NOx-belasteten deutschen Städte eingesetzt werden (siehe Liste, S.8). Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMV unterstützt die Beschaffung von Elektrofahrzeugen mit dem Ziel der Erhöhung der Fahrzeugzahlen, insbesondere in kommunalen Flotten und der hierfür benötigten Ladeinfrastruktur sowie der Verknüpfung der Fahrzeuge mit dem Stromnetz in Kombination mit dem Ausbau erneuerbarer Energien für den Verkehrssektor auf der kommunalen Ebene. Förderfähig ist die Beschaffung von Elektrofahrzeugen und der für deren Betrieb notwendigen Ladeinfrastruktur, sofern diese öffentlich zugänglich gemacht wird. Neben reinen Elektrobussen sind auch Hybridfahrzeuge, die eine Reichweite unter ausschließlicher Nutzung der elektrischen Antriebsmaschine von mindestens 50 Kilometern erreichen oder eine Kohlendioxidemission von 50 Gramm pro gefahrenen Kilometer unterschreiten, förderfähig. Die Förderung erfolgt als Investitionszuschuss, der sich auf Grundlage der jeweiligen Investitionsmehrkosten berechnet, die zur Erreichung der Umweltziele des Fördervorhabens erforderlich sind. Bei Zuwendungen für wirtschaftlich tätige Unternehmen richtet sich die Zuwendungshöhe nach den beihilferechtlichen Bestimmungen. Im Falle einer Beihilfe sind Förderquoten bis zu 40 % zulässig. Für mittlere und kleine Unternehmen kann ein zusätzlicher Bonus von 10 % bzw. 20 % bei der Förderquote gewährt werden, sofern das Vorhaben anderenfalls nicht durchgeführt werden kann. Wenn der Elektrobus dann vor Ort ist, ist er aber noch kein Garant für ein neues, rein elektrisches Zeitalter. Wirklich rund läuft es mit der E-Mobilität im Bonner ÖPNV noch nicht, wie Fokus online unlängst meldete. Weiter war zu lesen: “Das liegt aber nicht an den SWB – der Bus ist das Problem. Untersuchungen des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) haben ergeben, dass es immer wieder zu Stromschwankungen kommt und manche Steuerungssysteme in die Knie gehen.”

Nach der Testphase fiel die Wahl in Bonn auf den Bozankaya Sileo. Foto: SWB

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