Indonesiens Hauptstadt Jakarta will den Fuhrpark komplett auf Elektrobusse umstellen, erste Versuche laufen seit 2019. Foto: Transjakarta

MAB aus Indonesien hat für Jakarta einen rein elektrisch angetriebenen Elektro-Linienbus konzipiert. Foto: Transjakarta

Wer an Jakarta und Omnibusse denkt, dem fällt sofort das stadteigene BRT-System ein, das 2004 eingeführt nicht nur das erste seiner Art in Südostasien war, sondern insgesamt auch mehr als 250 Kilometer lang ist. 2019 meldete Transjakarta als Betreiber mehr als 250 Millionen Fahrgäste, im letzten Jahr wurde dieser Wert noch einmal übertroffen. Der stadteigene Verkehrsbetrieb wird staatlich subventioniert, so ist der Fahrpreis von 3.500 IDR pro Fahrt (umgerechnet rund 20 Cent) für alle Nutzer erschwinglich. Die bisher eingesetzten Linienbusse hätten aber auch zur schlechten Luftqualität der indonesischen Hauptstadt beigetragen, wie Transjakarta offen zugibt.  Mehr als 70% der Transjakarta-Busse fahren mit Dieselmotoren nach Euro II- oder Euro III-Norm und emittieren entsprechend Stickoxide und Ruß. Eine entsprechende Studie, die die Stadtväter zur schlechten Luftqualität in Auftrag gegeben haben, schätzte, dass 13,5% der vorzeitigen Todesfälle durch Luftverschmutzung in Jakarta im Jahr 2015 auf den Verkehr und insbesondere die Linienbusse zurückzuführen wäre. Politisch gewollt prüft Transjakarta seit einiger Zeit, wie und welche Alternativen als rollendes Material auf die Straßen kommen sollen bzw. müssen. Nun git es einen Plan, der durchaus als ambitioniert bezeichnet werden kann: Der Transjakarta-Fuhrpark soll bis 2030 auf eine fast 100% emissionsfreie Flotte umgestellt werden. Die ersten 100 Elektrobusse sollen 2021 in Dienst gestellt werden, eine eigens in diesem Zusammenhang erlassene Präsidialverordnung sowie die Verordnung des Gouverneurs von Jakarta sollen die Entwicklung und Akzeptanz von Elektrofahrzeugen im Alltag fördern. Die Regierenden sehen auch ganz ambitioniert vor, dass bis 2025 schon die Hälfte des Transjakarta-Fuhrparks auf Elektrobusse umgestellt sein soll. Ganz realistisch gibt Transjakarta aber auch zu, dass das bis 2030 wohl nur gut 80 Prozent Elektrobusse haben werde, aber immerhin dann 10.000 Fahrzeuge.  Der Ausbau der Elektrobus-Flotte von Transjakarta steht im Zusammenhang mit der Umsetzung der internationalen Erklärung C40 für grüne und gesunde Städte und Straßen ab, die Jakarta zusammen mit 33 anderen Städten im September 2019 unterzeichnet hatte. Transjakarta steigt sozusagen von Euro II- und III-Dieselbussen direkt auf Elektrobusse um. Schon vor zwei Jahren gab es in diesem Zusammenhang erste Versuche: BYD lieferte die spannende neue Technik, Gemilang baute das Fahrzeug auf. Rechtlich waren zunächst aber nur Wasserkanister zugelassen, seit Juni 2020 durften die ersten Elektrobusse dann für Versuchsfahrten in einem begrenzten Gebiet Jakartas auch Fahrgäste befördern. (Transjakarta/BYD/PM/Sr)

Das BRT-Konzept ist simpel aber effektiv, besonders in Metropolen mit hohem Fahrgastaufkommen wie in Jakarta. Foto: Schreiber

Schnell und stufenlos direkt von der Plattform an der vorgegebenen Stelle in den Bus einsteigen. Foto: Schreiber

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