Die IIA hat den ersten Elektrobus aus heimischer Fertigung vorgestellt. Foto: IIA

Lange Zeit war es ruhig um die IIA, die Industria Italiana Autobus (IIA). Der Zusammenschluss der letzten italienischen Buskompetenz machte dann aber wieder mit der Bestellung neuer Linienbusse, die die ATAC aus Rom bei der IIA platzierte, auf sich aufmerksam.

Und auch ein Überlandbus aus heimischer Produktion könnte wieder darstellbar sein, wie es aus Italien heißt. Doch weil vermehrt chinesische Elektrobusse in Italien zugelassen wurden, hat sich die IIA eines eigenen Elektrobusses auf Basis der Citymood-Baureihe angenommen.

Politisch gewollt dürfte der gestern präsentierte Citymood 12e als erste Elektrobus aus heimischer Fertigung für zuspruch sorgen. Elektromobilität ist auch in Italien ein Thema, ndas auf politischer Ebene praktiziert wird. Am Rande der Präsentation machten die Verantwortlichen der IIA deutlich, dass der batterieelektrische Linienbus aber nicht zwingend die Lösung sein müsse, aktuell arbeite man auch an einer H2-Version des Citymood 12e.

Die Italiener machten keinen Hehl daraus, dass so ein Fahrzeug technisch pronlemlos darstellbar sei. Es könne aber nur Realtität werden, wenn die Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden würden. Sprich: Es müsse landesweit eine Ladeinfrastruktur vorhanden sein.

Der ökologische Wandel der Mobilität hat auch in Italien die Städte erreicht, Überland ist es auch dort noch kein Thema. Aber dafür die Vernetzung oder neudeutsch Konnektivität. Der Citymood 12e kann auf Wunsch entsprechend begleitet werden, die IIA setzt dafür auf eine Serviceplattform namens MooVE.

Die neue Citymood e-Baureihe ist nicht nur beim Antrieb, sondern auch bei der Klimaanlage und den Nebenaggregaten emissionsfrei, der Innenraum sei zudem 100 % recycelbar, wie man seitens der IIA betont. Und noch etwas ist neu: Zum ersten Mal nennt ein Elektrobushersteller bei der Premiere einen Preis: Ab 400.000 Euro sei der Citymood 12e erhältlich.

Rund 300 bis 350 Kilometer, je nach Einsatzbedingungen, betrage die Reichweite, wie IIA erklärt. Bislang wurden zwei Elektrobusse hergestellt, dies seien aber keine Prototypen mehr, sondern bereits schon Kundenfahrzeuge, wie es heißt.Es geht wieder aufwärts bei der IIA, für das nächste Jahr liegen schon jetzt Aufträge für rund 250 konventionelle Linienbusse mit Diesel- oder Erdgasnatrieb vor.

Konkrete Zahlen zu dem Elektrobus und dessen Verkäufen machte die IIA nicht, viele Gespräche seien noch nicht abgeschlossen, insgesamt sei man aber auf viel positive Rückmeldungen gestoßen, die sehr wahrscheinlich auch als Auftrag beendet werden würden.

Mittelfristig sollen von der IIA jährlich gut 700 Einheiten gefertigt werden, die Italiener planen, den Umsatz in den nächsten Jahren zu verdoppeln. Dies ist notwendig, um die Schwelle zu erreichen, die die Fertigung nach Angaben der IIA erst profitabel macht. Politisch gewollt und unterstützt sollen die rund 400 Arbeiter am Standort Flumeri durch lokale Zulieferbetriebe begleitet werden, um langfristig das wiederzubeleben, was einst der Stolz der Italiener war: Ein ganzes Portfolio italienischer Omnibusse.

Nach zwei langen Jahren, in denen die Zukunft der IIA durchaus ungewiss war, scheint nun mit dem Citymood 12e dem Unternehmen Dank des Engagements der Aktionäre und der Unterstützung des Staates sowie der regionalen Regierung eine spannende Zukunft bevorzustehen. (IIA/PM/Sr)

Der bislang nur rein virtuell existierende Überlandbus der IIA könnte schon in Kürze gebaut werden. Grafik: IIA

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