In Nordrhein-Westfalen fährt jetzt der 1. Elektro-Bürgerbus. Foto: RVM

Neun Jahre war der Vorgänger alt, jetzt wurde der neue Bürgerbus des Trägervereins in Emsdetten Saerbeck offiziell in Dienst gestellt. Auch wenn man coronabedingt nur im kleinen Rahmen feiern konnte, es ist eine besondere Premiere, denn jetzt hat Nordrhein-Westfalen den ersten rein elektrisch betriebenen Bürgerbus! K-Bus aus Österreich hat den niederflurigen Elektrobus auf einer serienreifen Basis des Nissan e-NV200 auf die Räder gestellt. Die Leichtbau-Konstruktion inklusive der Achslasten wurde in Verbindung mit der Dachbatterie den Gesamtgewichten angepasst, wie Stefan Kutsenits als Konstrukteur erklärt. Beeindruckend ist, dass dieses Fahrzeug eine Nutzlast von 1.700 KG bei 4.250 KG Gesamtgewicht aufweist. Aufgrund der hohen Nutzlast ist der E-Solar-City in der Ausführung als Bürgerbus einzigartig in dieser Fahrzeugklasse und damit fahrbar mit der Führerscheinklasse B (Pkw). Mit an Bord ist eine 40 kW/h Batterie bereit, die an jeder Schnellladestation oder auch während der Nachtstunden über ortsübliche Steckverbindungen geladen werden kann. Tagesleistungen von 200-300 km seien somit problemlos möglich, wie es heißt. Das hat scheinbar auch den Bürgerbusverein in Emsdetten Saerbeck überzeugt. Zunächst kommt die für das Fahren benötigte Energie aus den Batterie, danach wird nachgeladen: Per CHAdeMO-Schnellaufladung lässt sich innerhalb einer Stunde Energie für weitere 110 bis 130 km Energie aufnehmen, wie Kutsenits gegenüber omnibus.news versichert. Den E-Solar-City gibt es in drei Gewichtsversionen von 4,5 bis 6,5 t zul. GG mit einem Leergewicht von 2,5 bis 3 t für bis zu 20, 27 bzw. 34 Personen. Die kleinen Elektrobusse sind nach M2 (bis 26 Personen) bzw. M3 (bis 34 Personen) klassifiziert. Solarpanel am Heck und auf dem Dach werden genutzt, um die Klimaanlage und Heizung mit Sonnenenergie zu speisen. Ein unabhängiges CANBUS-System für Nebenverbraucher wurde von Stefan Kutsenits eigens entwickelt, um Verbraucher wie die Beleuchtung oder die Türen getrennt von der Traktionsbatterie des Fahrzeugs betreiben zu können. Gut 4 kWh benötigen die Nebenverbraucher des Niederflurbusses im täglichen Betrieb, wie Stefan Kutsenits erklärt. Das Fahrzeug für Emsdetten Saerbeck hat ein Leergewicht von 2,6 Tonnen. Mit einer Länge von 5,785 Metern, 2,06 Metern Breite und einer Höhe von 2,78 Meter entspricht das den gewöhnlichen Maßen von Bürgerbussen. Für die Bedürfnisse Trägervereins sei dies ideal, so könne man die Pause zwischen zwei Fahrten zum Nachladen nutzen, wie es heißt. Der 1. Elektro-Bürgerbus in Nordrhein-Westfalen bietet Platz für acht Fahrgäste, zudem ist ein behindertengerechter Rollstuhlplatz eingebaut worden. Fahrpersonal und Fahrgäste freuen sich über ein stufenloses Automatikgetriebe, das die Fahrt jetzt noch angenehmer macht. Zudem ist der Elektromotor deutlich leiser als die Diesel-Variante, wie der Trägerverein mitteilt. Der Bürgerbus-Verein in Emsdetten Saerbeck hat im Dezember 2007 seinen Betrieb aufgenommen. Jährlich fahren rund 8.000 Fahrgäste mit, so dass mittlerweile über 175.000 Fahrgäste das Angebot genutzt haben. Auf zwei Linien (BB1 Emsdetten – Hembergen – Saerbeck und BB2 (Emsdetten, Bahnhof – Hollingen – Sozialkaufhaus – Emsdetten, Bahnhof) sind die Bürgerbusse von Montag bis Samstag unterwegs. Der neue E-Bürgerbus wurde durch die Gemeinde Saerbeck und den NWL gefördert. Die Anschaffungskosten für das Fahrzeug und die Ladeinfrastruktur von insgesamt rund 210.000 Euro werden zudem mit 160.000 Euro durch das Land NRW gefördert, der Eigenanteil der Stadt Emsdetten beträgt 50.000 Euro. (BürgerbusEmsdetten/K-Bus/RVM/PM/Sr)

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