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Verkehrsdezernent Yannick Schwander lädt den 100. Stromer am Müllheizkraftwerk in Heddernheim. Foto: StadtFrankfurtamMain/ChrisChristes

Mehr als jeder vierte Bus in Frankfurt am Main fährt inzwischen batterieelektrisch oder mit Wasserstoff. Mit der Indienststellung von neun weiteren Elektrobussen des niederländischen Herstellers Ebusco hat die Mainmetropole die Marke von 100 lokal emissionsfreien Linienbussen überschritten. Insgesamt sind mittlerweile 109 von 418 Fahrzeugen mit alternativen Antrieben unterwegs. Das entspricht einer Quote von rund 26 Prozent. Mit den neun E-Bussen wurde die Schwelle von 100 lokal emissionsfreien Fahrzeugen im Frankfurter Busnetz im Fahrplanjahr 2026 erreicht.

Die aktuelle Flotte verteilt sich auf zwei Antriebstechnologien: 77 Busse fahren batterieelektrisch, weitere 32 werden von Wasserstoff-Brennstoffzellen elektrisch angetrieben. Frankfurt verfolgt damit bewusst einen technologieoffenen Ansatz. Die Stadt will sich nicht ausschließlich auf eine Antriebsart festlegen, sondern die jeweiligen Einsatzmöglichkeiten nutzen. Während Batteriebusse inzwischen Reichweiten von etwa 250 bis 300 Kilometern erreichen, gelten Brennstoffzellenbusse insbesondere bei größeren Reichweiten weiterhin als Ergänzung.

Ein interessantes Detail der Frankfurter Elektrifizierungsstrategie ist die Energieversorgung der Transdev-Busse. Ein Teil der Fahrzeuge wird am Müllheizkraftwerk (MHKW) in Heddernheim geladen. Die Anlage wird von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH (FES) und dem Energieversorger Mainova betrieben und erzeugt unter anderem Strom aus der Verbrennung von Hausmüll. Die Zusammenarbeit geht über die Bereitstellung von Energie hinaus: Auch Wartung und Instandhaltung der Fahrzeuge übernimmt die FES in ihrer Fahrzeugwerkstatt in Heddernheim.

Damit werden Energieerzeugung, Entsorgung und lokal emissionsfreie Mobilität miteinander verknüpft. Auch wirtschaftlich sieht die Nahverkehrsgesellschaft traffiQ Vorteile. Nach Angaben ihres Geschäftsführers Tom Reinhold liegen die Betriebskosten eines Elektrobusses inzwischen rund 40 Prozent unter denen eines vergleichbaren Dieselbusses. Zusammen mit den verbesserten Reichweiten und stabileren Energiekosten werde der batterieelektrische Betrieb zunehmend attraktiver. Der Ausbau der Frankfurter Busflotte soll weitergehen.

Bereits 2027 sind für den Frankfurter Westen zehn zusätzliche Elektro-Solobusse vorgesehen. Für 2028 plant die Stadt die Beschaffung von weiteren 39 Elektrobussen für den Osten Frankfurts. Dafür entsteht an der Flinschstraße in Seckbach ein neues Elektrobusdepot der In-der-City-Bus GmbH (ICB). Ab Dezember 2028 sollen zudem die Kleinbuslinien 25, 57, 81, 82, 83 und 85 vollständig elektrisch betrieben werden. Für den Frankfurter Westen plant die ICB außerdem einen neuen Elektro-Busbetriebshof in der Lorscher Straße in Rödelheim.

Dort sollen künftig Lade- und Abstellkapazitäten für bis zu 200 Batterie- und Wasserstoffbusse entstehen. Bis zur Fertigstellung dieser Infrastruktur muss die ICB allerdings eine Übergangslösung nutzen und hat zuletzt 52 herkömmliche Dieselbusse in Betrieb genommen. Die vollständige Umstellung der Flotte ist somit ein längerfristiger Prozess, bei dem auch die erforderlichen Betriebshöfe und Ladeanlagen Schritt halten müssen. Frankfurt verfolgt das Ziel, bis 2033 sämtliche Linienbusse auf lokal emissionsfreie Antriebe umzustellen.

Die U-Bahnen und Straßenbahnen fahren bereits elektrisch, sodass mit der vollständigen Umstellung auch der gesamte städtische Nahverkehr lokal emissionsfrei unterwegs sein soll. Mit 109 Fahrzeugen ist ein wichtiger Zwischenstand erreicht. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob der Ausbau der Busflotte und der dafür notwendigen Infrastruktur im geplanten Tempo gelingt. Die Mainmetropole setzt dabei sowohl auf batterieelektrische Busse als auch auf Wasserstoff-Brennstoffzellen – und damit auf einen Technologiemix, der unterschiedliche betriebliche Anforderungen berücksichtigen soll. (Stadt Frankfurt/traffiQ/omnibus.news/Sr)

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