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Der Scania CR 145 ist ein Reisebus mit selbsttragender Karosserie und mit Blick auf das Design ein Omnibus mit klarer Kante… Foto: Schreiber

Der Fahrerarbeitsplatz des von 1971-1978 gebauten Scania CR 145. Foto: Schreiber

Roter Plüsch auf Bussitzen war in den 1970er-Jahren vor allem deshalb beliebt, weil er Komfort, Luxus und eine wohnliche Atmosphäre vermitteln sollte. Foto: Schreiber

Scania lädt zum Pressetermin nach Södertälje und setzt für die Fahrt vom Hotel zum hauseigenen Expierence Center mit dem CR 145 einen historischen Reisebus ein. Von 1971 bis 1978 gebaut, verband der Reisebus eine selbsttragende Karosserie mit einem 14-Liter-V8 und großzügigem Gepäckraum. Als Scania 1971 die Reisebusse CR 85 und CR 145 vorstellte, setzte der schwedische Hersteller auf ein damals bemerkenswertes Konzept: einen selbsttragenden Reisebus mit längs eingebautem Heckmotor.

Während der CR 85 mit einem kleineren Achtliter-Motor antrat, war der CR 145 das leistungsstärkere Modell der neuen Baureihe – mit einem 14-Liter-V8-Diesel. Beide Modelle wurden bis zum Ende der 1970er-Jahre angeboten, verkauften sich allerdings vergleichsweise schlecht. Der CR 145 wurde für unterschiedliche Einsatzbereiche entwickelt: vom Linien- und Überlandverkehr bis zum anspruchsvollen Fernreiseeinsatz. Scania bot das Modell in verschiedenen Ausführungen und Längen an. Was die Fahrzeuge dieser Zeit einte, war der rote Plüsch der Bussitze.

Gerade Reisebusse sollten nicht mehr nur Transportmittel sein, sondern ein angenehmes Reiseerlebnis bieten. Die Farbe Rot passte zu diesem Anspruch: Sie wirkte warm, kräftig und repräsentativ. Weiche, samtartige Bezüge vermittelten Behaglichkeit und werteten den Innenraum optisch auf. In einer Zeit, in der Reisebusse zunehmend mit verstellbaren Sitzen, Gardinen, Leselampen und Klimatisierung ausgestattet wurden, gehörte die Polsterung zum Komfortversprechen. Roter Plüsch ließ den Bus beinahe wie eine Lounge auf Rädern wirken.

Scania fertigte Varianten mit 10,3 und zwölf Metern Länge sowie Sitzplatzkapazitäten von bis zu 51 Personen, abhängig von Ausführung und Bestuhlung. Herzstück war der längs im Heck angeordnete D14-V8-Dieselmotor. In seiner Saugversion leistete er 259 PS. Auch kleinere Motorisierungen waren für die Modellfamilie verfügbar: Der 163 PS starke Achtliter-Diesel gehörte ebenfalls zum damaligen Scania-Motorenprogramm. Die Motoren waren platzsparend im Heck untergebracht. Zu seinen konstruktiven Merkmalen zählten ein ebener Fahrgastraumboden ohne störende Radkästen im Innenraum, große Fensterflächen sowie eine Heizungs- und Belüftungsanlage.

Die Gestaltung war damit auf die Anforderungen des Reiseverkehrs ausgerichtet: gute Sicht für die Fahrgäste, ein großzügiges Raumgefühl und möglichst viel nutzbarer Innenraum. Die archivierten Scania-Unterlagen dokumentieren unter anderem die Ausführung CR 145 65. Bei dieser Variante lag das angegebene Chassisgewicht – abhängig von der Federung – bei 10.000 beziehungsweise 10.200 Kilogramm. Für 49 sitzende Fahrgäste und eine Begleitperson waren weitere 3.500 Kilogramm angesetzt.

Das zulässige Gesamtgewicht der dokumentierten Konfiguration betrug 13.960 Kilogramm mit Blattfedern beziehungsweise 14.950 Kilogramm mit Luftfederung. Die Unterlagen weisen außerdem unterschiedliche Gepäcklasten aus: 460 Kilogramm bei Blattfederung und 1.250 Kilogramm bei Luftfederung. Diese Werte beziehen sich auf die dokumentierte Ausführung und sind nicht pauschal auf alle CR-145-Versionen übertragbar. Scania bot nicht nur den komplett aufgebauten CR 145 an, sondern auch das Fahrgestell BR 145 für externe Karosseriehersteller.

Der Unterschied ist für die historische Einordnung wichtig: Beim CR 145 stammten Fahrgestell und Aufbau aus einer Hand, während beim BR 145 die Karosserie von einem Partner gefertigt werden konnte. 1973 entstand zudem ein Rechtslenker-Prototyp, dessen Fertigstellung in Zusammenarbeit mit dem britischen Aufbauhersteller MCW erfolgte. Es blieb aber bei diesem Einzelstück. Mit dem Produktionsende 1978 wurde der CR 145 durch eine neue Generation, die eine Motorisierung mit leichteren und moderneren Antriebskonzepte hatte, ersetzt.

Der für die Pressefahrt eingesetzte Oldtimer begann seine Laufbahn als Stadtbus bei Kalls Trafik AB in Nordschweden und wurde später im Überlandverkehr eingesetzt, wie Scania recherchiert hat. Mit den wechselnden Betreibern änderte sich auch sein Erscheinungsbild: Zunächst war er in Rot und einem italienischen Cremegelb gehalten, später dann in Grün und Weiß – den Farben des Betreibers Jämtlandsbuss. Nach jahrelangem Einsatz auf der Straße erhielt der Bus ein „zweites Leben“, als er in den Jahren 1990–1991 von Sörmlands Bil AB in Katrineholm restauriert wurde.

Der CR 145 blieb ein vergleichsweise seltenes Modell, steht aber für eine Phase, in der Scania den Komplettbusbau mit eigener Karosserie und leistungsstarker Antriebstechnik konsequent vorantrieb. Damit ist der historische CR 145 auch aus heutiger Sicht interessant: Er zeigt, dass Scania bereits vor mehr als fünf Jahrzehnten sowohl Komplettbusse als auch Fahrgestelle für externe Aufbaupartner anbot – ein Spannungsfeld, das die Busstrategie des Unternehmens bis heute prägt. Passender hätte ein Shuttlebus nicht gewählt werden können… (Scania/omnibus.news/Sr)

Das Serviceset im Scnia CR 145 anno 1977. Foto: Schreiber

Die Gepäckablage vor dem Lüftungskanal im Scania CR 145. Foto: Schreiber

Der Scania CR 145 war das leistungsstärkere Modell der neuen Baureihe – im Heck arbitet ein 14-Liter-V8-Diesel. Foto: Schreiber

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