
Jonas Törnblom, Product Director Coach bei Volvo Buses, stellte das überarbeitete Chassis mit allen Details vor. Foto: omnibus.news

Wahlweise als fahrbereites Chassis oder CKD-Bausatz lieferbar: Das überarbeitete Chassis der B13R. Foto: omnibus.news

Wichtigste Neuerung der rollenden Basis namens B13R ist eine neu entwickelte Einzelradaufhängung (IFS). Foto: omnibus.news
Beim Volvo Coach Showcase 2026 stellte Volvos Bussparte auch ein neues bzw. überarbeitetes Reisebus-Chassis vor. Wichtigste Neuerung der rollenden Basis namens B13R ist eine neu entwickelte Einzelradaufhängung (IFS), die an der Vorderachse nun optional angeboten wird. Zunächst kommunizierte Volvo das neue Chassis im Zusammenhang mit der Kooperation mit Marcopolo. Mit der auf der FIAA 2026 offiziell vorgestellten Kombination aus Volvo-Fahrgestell und Marcopolo-Aufbau erweitert die Bussparte der Volvo Group ihr Reisebusangebot in Europa. Das B13R wird dabei als 4×2- und 6×2-Chassis angeboten.
Inzwischen nutzt Volvo das Chassis auch für die hauseigene 9700er-Baureihe, die für den europäischen Markt im mexikanischen Werk produziert wird. Beim B13R setzt Volvo Buses nach eigenen Angaben auf einen robusten Präzisionsrahmen aus unlegiertem Qualitätsstahl. Die C-Profilträger und die flache, aufbaufreundliche Oberseite sollen den Aufbauherstellern die Integration ihrer Aufbauten erleichtern. Gleichzeitig konnte das Gewicht des Fahrgestells reduziert werden. Besonders interessant ist die neue optionale Einzelradaufhängung (IFS).
Dabei handelt es sich nicht lediglich um eine neue Vorderachse, die unter den bestehenden Rahmen montiert wird. Vielmehr wurde die Geometrie des vorderen Chassisbereichs angepasst, wie Jonas Törnblom, Product Director Coach bei Volvo Buses, im Gespräch mit omnibus.news erläuterte. Beim 6×2 mit IFS reduziert sich beispielsweise der vordere Überhang um 100 Millimeter. Gleichzeitig steigt die Rahmenhöhe im hinteren Bereich von 1.618 auf 1.816 Millimeter. Auch der maximale Lenkeinschlag des kurveninneren Rades wurde von 54 auf 56 Grad vergrößert.
Die zulässige Vorderachslast steigt bei der neuen Ausführung von 7,5 auf 8,2 Tonnen. Das B13R ist sowohl als Zwei- als auch als Dreiachser erhältlich. Beim 6×2 kann die dritte Achse wahlweise als starr ausgeführte oder elektrohydraulisch gelenkte Nachlaufachse ausgeführt werden. Das überarbeitete Chassis soll nach Angaben von Törnblom auch Vorteile bei Wartung und Service bieten. Gleichzeitig sei die Gewichtseinsparung ein wichtiger Baustein, um den Kraftstoffverbrauch weiter zu reduzieren. Als Antrieb dient der 12,8 Liter große D13K.
Die Motorenpalette umfasst die Leistungsstufen 380, 420, 460 und 500 PS (279 bis 368 kW). Für den 9700 bietet Volvo Buses aktuell die drei leistungsstärkeren Varianten an. Optional ist das I-Start-System erhältlich. Dabei wird der Dieselmotor über eine separate Batterie gestartet, die ausschließlich für diesen Zweck vorgesehen ist. Nach Angaben von Törnblom lässt sich damit Energie einsparen. Überarbeitet wurde auch das Kühlsystem. Statt Ladeluft- und Wasserkühler direkt hintereinander anzuordnen, setzt Volvo nun auf getrennte Kühlsysteme.
Zudem ersetzen elektrisch angetriebene Lüfter die bisher hydraulisch angetriebenen Lüfter. Damit lässt sich der Motorraum nach Angaben von Volvo in zwei thermische Zonen aufteilen. Komponenten, die höhere Temperaturen vertragen, können in einem entsprechend ausgelegten Bereich angeordnet werden. Die vom Ladeluftkühler kommende, kühlere Luft wird gezielt zum Motor geführt. Dadurch soll die thermische Belastung im Motorraum sinken. Ein weiterer Vorteil der elektrischen Lüfter: Sie lassen sich unabhängig voneinander regeln.
Ihre Leistung kann damit dem jeweils erforderlichen Kühlbedarf angepasst werden. Auch dies soll zu einem niedrigeren Kraftstoffverbrauch beitragen. Im Zuge der Weiterentwicklung wurde auch die Antriebsachse überarbeitet. In Verbindung mit dem I-Shift-Getriebe stehen nun die Achsübersetzungen 2,47, 2,64 und 2,85 zur Verfügung. Damit kann der Antriebsstrang stärker auf den jeweiligen Einsatzzweck des Fahrzeugs abgestimmt werden – beispielsweise auf unterschiedliche Topografien, Geschwindigkeitsprofile oder Beladungen.
Neu ist außerdem die Möglichkeit, den Klimakompressor direkt am Motorblock zu montieren. Dies soll die Übertragung von Vibrationen reduzieren. Wenn es die Aufbaukonfiguration erfordert, kann der Kompressor weiterhin am Fahrgestell montiert werden. Bis zu vier Lichtmaschinen lassen sich am Motor anbringen. Auf Basis von Gesprächen mit Busunternehmen hat Volvo zudem die Luftansaugeinheit überarbeitet. Die neue Konstruktion soll eine verbesserte Abscheidung von Staub und Wasser ermöglichen.
Gleichzeitig gibt es einen exakt definierten Anschlusspunkt für den Aufbauhersteller. Damit soll die Luftversorgung des Motors auch bei unterschiedlichen Aufbaukonzepten zuverlässig gewährleistet werden. Das überarbeitete B13R wird in drei Längen von 12,4, 13,1 und 13,9 Metern angeboten. Verfügbar sind sowohl 4×2- als auch 6×2-Ausführungen. Die Produktion des überarbeiteten Chassis läuft seit rund vier Wochen hauptsächlich im schwedischen Borås. Rahmenkomponenten kommen unter anderem aus dem Volvo-Werk in Udeewalla, Schweden.
Mit der neuen IFS, der überarbeiteten Kühltechnik, neuen Achsübersetzungen und zahlreichen Detailänderungen hat Volvo das B13R damit nicht nur beim Fahrwerk, sondern auch bei Antriebsstrang, Thermomanagement und Wartungsfreundlichkeit weiterentwickelt. (Volvo Buses/omnibus.news/Sr)