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Die Wolrd of Volvo ist kein klassisches Museum. Foto: Schreiber

Veranstaltungen, Die World of Volvo ist auch ein Ort für Konferenzen, Konzerte und Austauscg. Foto: Schreiber

Die World of Volvo setzt auf ein neues Ausstellungskonzept. Foto: Schreiber

Der erste Volvo-Bus, ein LV4 mit Karosserie von Arvika Vagnsfabrik, befindet sich aktuell in der Ausstellung der World of Volvo. Foto: Schreiber

Der zweite Bus, ein SJ 850 mit Aufbau von Svenska Karosseri Verkstäder, ist auch Teil der aktuellen Ausstellung. Foto: Schreiber

Göteborg – Heimat von Volvo und Volvo Buses. Seit 2024 gibt es hier mit der World of Volvo ein neues Erlebniszentrum, das die Geschichte der Marke auf ungewöhnliche Weise erzählt. Für Busfans besonders interessant: Zwei historische Omnibusse erinnern aktuell daran, dass die Volvo-Busgeschichte bereits Ende der 1920er-Jahre begann und der Aufbau auf Fahrgestellen eine Tradition hat. Wer die schwedische Hafenstadt Göteborg besucht und sich für Volvo interessiert, kommt an der World of Volvo kaum vorbei.

Das rund 22.000 Quadratmeter große Gebäude liegt mitten in der Stadt und ist seit dem 14. April 2024 geöffnet – bewusst am 97. Geburtstag von Volvo. Volvo Cars und Volvo Group -obwohl als Firmen getrennt – betreiben das Zentrum gemeinsam. Die World of Volvo ist allerdings kein neues Volvo Museum im klassischen Sinn. Wer noch das frühere Volvo Museum in Arendal kennt, sollte sich deshalb auf ein anderes Ausstellungskonzept einstellen. In Arendal wurde die Volvo-Geschichte seit 1995 chronologisch erzählt.

Pkw standen dort ebenso wie Lkw, Busse, Baumaschinen, Bootsmotoren und Flugzeugtriebwerke. Mit der Eröffnung der World of Volvo wurde das Museum in Arendal geschlossen. Teile der Sammlung sind nach Göteborg umgezogen, andere Exponate werden – je nach Ausstellungsthema oder Aktualitätsbezug – zeitweise gezeigt. Die neue World of Volvo will dagegen mehr sein als ein Museum. Die rund 4.500 Quadratmeter große Ausstellung verbindet Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Marke mit interaktiven Elementen.

Dazu kommen Veranstaltungen, Konferenzen, Gastronomie und weitere Angebote. Welchen Platz haben die Omnibusse in diesem neuen Volvo-Kosmos bekommen? Aktuell sind zwei historische Fahrzeuge zu sehen. Den Anfang macht der Volvo LV4 Bus. Er steht für die frühe Phase der Volvo-Busgeschichte und damit für eine Zeit, in der Volvo vor allem Fahrgestelle lieferte, auf denen unterschiedliche Karosseriebauer ihre Busaufbauten fertigten. Direkt dahinter steht der SJ 850.

Der Omnibus wurde auf einem Diesel-Fahrgestell von Svenska Karosseri Verkstäder in Katrineholm für die Schwedische Staatsbahn aufgebaut. Beide Fahrzeuge sind damit mehr als zwei historische Busse in einer Ausstellung. Sie stehen für den Beginn einer Entwicklung, die Volvo über Jahrzehnte begleiten sollte: vom Nutzfahrzeug-Fahrgestell zum spezialisierten Busfahrgestell und schließlich zum Komplettbus. omnibus.news wird beide Fahrzeuge in den kommenden Meldungen noch ausführlich vorstellen.

Die frühe Volvo-Busgeschichte ist eng mit der allgemeinen Nutzfahrzeugentwicklung des Unternehmens verbunden. Volvo entwickelte robuste Fahrgestelle, die mit unterschiedlichen Aufbauten für Stadtverkehr, Überlandlinien und Reiseverkehr kombiniert werden konnten. Aus diesen Anfängen entstand über die Jahrzehnte eine eigenständige und international bedeutende Bussparte. Frontlenker, Mittelmotor-Fahrgestelle, Stadtbusse und Reisebusse folgten.

Heute stehen bei Volvo Buses unter anderem elektrische Antriebe für Stadt- und Überland sowie Chassis mit Aufbauten aus aller Welt im Mittelpunkt. In der World of Volvo wird diese Entwicklung aber nicht als lückenlose Chronologie erzählt. Die Busse sind vielmehr Teil der größeren Volvo-Geschichte. Genau das macht den Besuch interessant: Zwischen den bekannten Pkw stehen auch Nutzfahrzeuge und Busse. Die Geschichte von Volvo wird nicht nach den einzelnen Sparten getrennt, sondern als Entwicklung einer gemeinsamen Marke präsentiert.

Das Konzept ist bewusst anders angelegt als beim früheren Volvo Museum. Statt möglichst viele historische Fahrzeuge dicht an dicht zu präsentieren, sollen die Exponate Geschichten erzählen. Digitale und interaktive Elemente ergänzen die Fahrzeuge oder die Übergänge zwischen ihnen. Die World of Volvo versteht sich deshalb als öffentliches Erlebnis- und Begegnungszentrum. Die Ausstellung ist nur ein Teil des Hauses. Veranstaltungen, Gastronomie, Konferenzen und kulturelle Angebote gehören ebenso zum Konzept.

Der Name World of Volvo passt dazu: Es geht nicht nur um Automobile. Lkw, Busse, Baumaschinen, Boote und weitere Produkte gehören ebenso zur Volvo-Geschichte. Für Busfans bedeutet das allerdings auch: Wer ein klassisches Busmuseum erwartet, wird enttäuscht sein. Trost spenden einige Modellbusse im Shop! Wer dagegen wissen möchte, wie sich Volvo vom Fahrgestellhersteller zum Komplettanbieter von Omnibussen entwickelt hat, findet hier interessante Anknüpfungspunkte.

Auch das Gebäude selbst ist bemerkenswert. Die World of Volvo wurde vom dänischen Architekturbüro Henning Larsen entworfen. Der runde Bau soll eine offene Welt ohne klare Grenzen symbolisieren und greift Elemente der skandinavischen Landschaft und des schwedischen Jedermannsrechts, der Allemansrätten, auf. Die Tragstruktur besteht wesentlich aus Brettschichtholz und Brettsperrholz. Drei große Holzstützen im Inneren erinnern an Baumstämme.

Von ihnen aus entwickelt sich die Dachkonstruktion wie eine Baumkrone nach außen. Große Glasflächen öffnen das Gebäude zur Umgebung. Damit wirkt die World of Volvo weniger wie ein klassischer Museumsbau und eher wie eine künstliche Landschaft aus Holz und Glas. Auch die Raumaufteilung folgt diesem Gedanken. Es gibt keine klassische Abfolge von Ausstellungsräumen. Wege, Treppen, Aufenthaltsbereiche und Ausstellungsflächen sind miteinander verbunden. Die Besucher sollen sich frei durch das Gebäude bewegen können.

Das passt zum Grundgedanken des Hauses: Offenheit, Begegnung und Bewegung. Für Volvo hat Göteborg eine besondere Bedeutung. Hier liegen die historischen Wurzeln der Marke, hier befindet sich ein wichtiger Unternehmensstandort und hier wird nun auch die gemeinsame Geschichte von Volvo Cars und Volvo Group präsentiert. Das frühere Volvo Museum in Arendal ist damit Geschichte. Seine Sammlung ist jedoch nicht verschwunden. Sie wird – ausgelagert in einem Depot – in der World of Volvo in einem neuen Zusammenhang weitergeführt.

Für Busfans lohnt deshalb der genaue Blick. Denn zwischen Pkw, Lkw und anderen Volvo-Produkten stehen zwei Fahrzeuge, die an die Anfänge des Omnibusbaus bei Volvo erinnern: der LV4 Bus und der SJ 850. Sie erzählen von einer Zeit, in der Volvo zunächst Fahrgestelle lieferte und andere Unternehmen daraus Omnibusse bauten. Aus diesem Prinzip entwickelte sich über Jahrzehnte eine eigenständige Buswelt. Vom Busfahrgestell zum Komplettbus – und heute vom Diesel zur Elektromobilität. Die World of Volvo erzählt diese Entwicklung nicht als reine Busgeschichte.

Aber gerade als Teil der großen Volvo-Geschichte wird deutlich, welchen Weg der schwedische Hersteller im Omnibusbau zurückgelegt hat. Die World of Volvo steht damit für einen Wandel im Umgang mit Unternehmensgeschichte. Aus dem klassischen Museum mit einer möglichst vollständigen historischen Sammlung wurde ein öffentliches Erlebniszentrum, das Vergangenheit und Zukunft miteinander verbindet. (omnibus.news/Sr)

Die Wolrd of Volvo hat bietet im Shop fast alles, was Volvo-Fans begeistert. Foto: Schreiber

Postkarten und Kühlschrankmagnete mit Busmotiven gehören auch zum Angebot. Foto: Schreiber

Marianne hat unterschiedliche Modellbusse mit Volvo-Vorbild (im Bild der B375 aus der Hachette Kioskserie „Autobus et Autocars du Monde“) im hauseigenen World of Volvo-Shop im Angebot. Foto: Schreiber

Auch der Elektrobus 7900 EA von Dickie ist aktuell im Shop im Angebot. Foto: Schreiber

Ein echtes Designer-Stück, mehr dazu demnächst auf omnibus.news. Foto: Schreiber

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