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Das Musuem der EMT Madrid erhält einen spektakulären Neubau. Foto: EMT, Estudio Arquitectura HAGO, S.L, Schreiber; Montage: omnibus.news

Das Museo de la EMT befindet sich in einer ehemaligen Werkstatthalle aus dem Jahr 1959. Foto: EMT

Mit dem Pegaso 6035-A von 1966 fehlt auch der erste Gelenkbus Madrids nicht in der Sammlung des Museums. Foto: Schreiber

Das Architekturbüro Estudio Arquitectura HAGO, S.L. erhielt mit dem Entwurf „UMBRAL“ den ersten Preis. Foto: Estudio Arquitectura HAGO, S.L

Die Empresa Municipal de Transportes de Madrid (EMT Madrid) ist ein großer kommunaler Verkehrsbetrieb mit 2.150 Bussen, 229 Linien, mehr als 512 Millionen Fahrgästen jährlich und über 10.000 Beschäftigten. Die gesamte Busflotte wird von EMT als „sauber“ klassifiziert. Sie besteht derzeit aus 78,51 Prozent Erdgasbussen, 21,02 Prozent Elektrobussen und 0,47 Prozent Wasserstoffbussen. Damit fährt rund ein Fünftel der Busse elektrisch. Alle Fahrzeuge sind niederflurig, barrierefrei und mit Rampen für Rollstuhlfahrer ausgestattet. 2025 verfügte EMT über 462 lokal emissionsfreie Omnibusse.

1992 kamen die ersten Erdgasbusse zur EMT. Sie waren hellblau lackiert und unterschieden sich damit auch optisch von der damals roten Diesel-Flotte. Gerade deshalb ist die Entwicklung seit der ersten FIAA so interessant: Der klassische spanische Busbau mit Pegaso/ENASA musste sich zunehmend den neuen europäischen Herstellern und technischen Entwicklungen stellen. Automatikgetriebe, Klimaanlagen, Gelenkbusse, Erdgas und erste Niederflurkonzepte brachten Bewegung in den spanischen Busmarkt. Zeitzeugen dieser Entwicklung sind auf der FIAA 2026 in beiden Messehallen zu sehen.

Die EMT Madrid verfügt über ein eigenes Museum für historische Busse. Das Museo de la EMT befindet sich in der Calle Mauricio Legendre 38–40 im Stadtteil Chamartín, auf dem Gelände des Centro de Operaciones de Fuencarral. Untergebracht ist es in einer ehemaligen Werkstatthalle aus dem Jahr 1959; die Ausstellungsfläche umfasst rund 5.000 Quadratmeter. Die Sammlung umfasst inzwischen mehr als 40 historische Fahrzeuge. Darunter befinden sich einige für die Geschichte des öffentlichen Verkehrs in Madrid besonders wichtige Busse.

Dazu gehört der Guy Arab aus den Jahren 1947/48, der älteste Bus der Sammlung. Ebenfalls vertreten ist der Leyland Titan-Doppeldecker von 1957. Mit dem Pegaso 6035-A von 1966 fehlt auch der erste Gelenkbus Madrids nicht. Der Pegaso-Sava 5720 war der erste EMT-Kleinbus. Mit dem Pegaso 6050 wurde die EMT-Flotte ab 1974 auf die bis heute charakteristische rote Farbgebung umgestellt. Auch einer der prägendsten EMT-Busse der 1970er- und 1980er-Jahre, der Pegaso 6038, gehört zur Sammlung. Ein DAF SB220 war der erste ausländische Bus, der in die EMT-Busflotte aufgenommen wurde.

MAN lieferte mit dem NL202F den ersten EMT-Niederflurbus mit Rollstuhlrampe. Zum Museum gehört außerdem die „Sala Alcántara“ mit historischem EMT-Material. Zu sehen sind unter anderem alte Fahrkarten und Entwerter, Uniformen, Schilder, Linienanzeigen, Modelle, Sitze, Maschinen, Motoren, historische Möbel, Pläne und Fotografien. Interessant ist auch die seit 1990 verfolgte Sammlungspolitik: EMT versucht, von ausgemusterten Fahrzeugtypen jeweils mindestens ein Exemplar für das historische Erbe zu bewahren.

Das Museum ist auch 2026 geöffnet. Die aktuelle Saison läuft laut EMT vom 7. März bis 28. Juni sowie vom 5. September bis 29. November 2026. Die Besichtigungen sind geführt und nur nach vorheriger Reservierung möglich. Aktuell entsteht ein neues Museum. Im Entwicklungsgebiet Mahou-Calderón, direkt an Madrid Río und zwischen Calle Duque de Tovar, Calle San Epifanio und Paseo de los Melancólicos, soll zukünftig auf deutlich öffentlichkeitswirksamere Weise Mobilitätsgeschichte präsentiert werden. Das neue Museum soll die historische Sammlung in einem eigens dafür konzipierten Gebäude präsentieren.

Dafür wurde ein Architekturwettbewerb ausgeschrieben. Das Architekturbüro Estudio Arquitectura HAGO, S.L. erhielt mit dem Entwurf „UMBRAL“ den ersten Preis. Der Siegerentwurf setzt auf zwei klar definierte Baukörper, die einen großzügigen zentralen Raum für die historische Fahrzeugsammlung bilden. Vom Paseo de los Melancólicos öffnet sich der Neubau zu einer doppelgeschossigen Ausstellungshalle, in der die historischen EMT-Busse unmittelbar sichtbar werden. Darüber liegt ein großer Außenbereich mit Orientierung zum Madrid Río. Eine leichte, hinterlüftete Fassadenhaut soll das Gebäude tagsüber zurückhaltend erscheinen lassen und ihm nachts eine besondere Präsenz verleihen.

Vorgesehen ist ein großzügiger Ausstellungsbereich mit doppelter Raumhöhe sowie ein Außenbereich mit Blick auf Madrid Río. Die historischen Busse sollen dabei nicht einfach in einer abgeschlossenen Ausstellungshalle verschwinden. Vielmehr sollen sie bereits von außen sichtbar und damit selbst Teil der Architektur und des Stadtbildes werden. Die Stadt Madrid und EMT wollen die historische Sammlung damit aus dem eher abgeschlossenen Betriebshof an einen deutlich öffentlichkeitswirksameren Standort bringen. Stand September 2026 gibt es einen ausgewählten Entwurf, ein beauftragtes Architekturbüro und ein abgeschlossenes Vergabeverfahren.

Noch ausstehend sind insbesondere das endgültige Bauprojekt, die konkrete Baugenehmigung, die Ausschreibung der Bauarbeiten, ein verbindlicher Baubeginn und ein Eröffnungstermin. Die Freude in Madrid ist aber schon jetzt sehr groß, denn vom Zugang des neuen Museums gibt es einen weiten Blick in den Ausstellungsraum. Die historischen Fahrzeuge werden damit nicht erst hinter einer Folge kleiner Räume entdeckt, sondern bilden von Anfgang an praktisch den ersten Eindruck des Museums. Das ist bis jetzt weltweit einmalig… (EMT/omnibus.news/Sr)

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