
Die „Bergziegen“ in Hamburg sind zurück… Foto: VHHMobility/HOV
Seit Mitte Mai sind Oldtimer-Busse von VHH Mobility an Sonnabenden als rollende Botschafter im Liniennetz der Hansestadt Hamburg unterwegs. Anlass ist der 100-jährige Geburtstag des Busbetriebs. Am Sonnabend, 13. Juni, wird es in Blankenese historisch. Dann kehrt die rosa Bergziege von 1981 noch mal in ihr damaliges Einsatzgebiet, das Blankeneser Treppenviertel zurück. Was damals noch die Schnellbus-Linie 48 war, ist heute die Linie 488. Hier verstärkt nun der Daimler Benz O 309 D die eingesetzten Fahrzeuge.
Eine Mitfahrt ist zum HVV-Tarif möglich. Seit 1973 setzte die Hochbahn auf den damaligen Schnellbus-Linien 48 und 49 Kleinbusse vom Typ O 309 D ein. Die historische Bergziege wurde kurz nach dem Jahreswechsel 1982 als Wagen 6310 für die Hochbahn zugelassen. 1990 übernahm die Pinneberger Verkehrsgesellschaft (PVG) die Buslinien durchs Blankeneser Treppenviertel, womit auch die dort eingesetzten Kleinbusse den Eigentümer wechselten und nach Schenefeld versetzt wurden. Nun hörte der Wagen auf die Betriebsnummer 249 und trug eine Pinneberger Zulassung.
Die rosa Lackierung des Busses stand damals für die Produktfarbe der damaligen HVV-Schnellbusse. 2018 wurden die Linien in die StadtBus-Linien 488 und 588 umgewandelt, womit der Schnellbus-Zuschlag entfiel. Das Rosa, eine Farbe, welche zur Einführung in den frühen 1960er Jahren mit seinen Pastellfarben hochmodern war, verschwand bereits in den 1990er Jahren. Seit 1999 ist der Bus offizielles Museumsfahrzeug, zunächst bei der PVG, heute bei VHH Mobility. Der Name „Bergziege“ hat einen ganz praktischen Ursprung:
Er bezeichnet die kleinen Spezialbusse, die seit 1959 durch das steile und enge Treppenviertel im Hamburger Stadtteil Blankenese fahren. Dort gibt es starke Steigungen, enge Kurven und sogar den berühmten Waseberg mit bis zu 16 % Steigung. Die kurzen, wendigen Busse „klettern“ diese Straßen ähnlich geschickt wie eine Bergziege einen Berghang. Die Bezeichnung entstand zunächst als umgangssprachlicher Spitzname bei Fahrgästen und Mitarbeitenden. Die „Bergziegen“ haben in Hamburg inzwischen Kultstatus. (VHHMobility/PM/Sr)