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Doppelte Premiere: Der MAN Lion’s City ELE in Klasse II-Ausführung. Foto: MAN

Die beiden Notausstiegsluken befinden sich direkt neben dem Fahrer an Tür 1 sowie im Bereich des Stehperrons gegenüber Tür 2. Foto: MAN

Sascha Böhnke stellt es in seinem neuesten Beitrag für BUS TV auch den Notaustieg im Boden vor. Foto: Böhnke

Es war die Deutschlandpremiere des Lion’s City E LE, die Sascha Böhnke für BUS TV zum Anlass nahm, den BEV-Überlandbus von MAN im Nachgang zur Mobility Move 2026 vorzustellen. Und dabei ging er den Notausstiegen im wahrsten Sinne auf den Grund. Es dauerte gestern keine Stunde, da gingen nach der News „Perspektivwechsel“ die ersten E-Mails ein und verwiesen auf die Notausstiege, die nicht mehr auf dem Dach, sondern jetzt im Boden zu finden ist. Und genau hatte sich Sascha Böhnke platziert und schaute sich an, wie MAN das konstruktiv gelöst hat.

Bei vielen Elektrobussen sind die Batterien für den Antrieb auf dem Dach oder im Heck verbaut. Dadurch verändert sich die Konstruktion des Fahrzeugs – und klassische Notausstiege (z. B. über Fenster oder Dachluken) sind teilweise eingeschränkt, überbaut oder ungünstiger erreichbar. Der Boden-Notausstieg ist kein Ersatz, sondern eine Vorschrift, wenn das Dach nicht mehr zur Verfügung steht. Wenn ein Bus z. B. auf der Seite liegt oder die Türen blockiert sind, kann ein Ausgang nach unten eine lebensrettende Alternative sein.

Gerade wenn der Omnibus auf der Seite liegt, ist ein Ausstieg nach unten oft einfacher und sicherer als das Klettern durch ein Fenster oder auf das Dach. Das Foto des MAN Lion’s City E LE als Überlandbus vor dem Olympiastadion und der Blick auf das Dach machen sichtbar, warum der Notausstieg im Boden so wichtig ist, denn das Dach ist komplett überbaut. Jeder Notausstieg muss eine Öffnung mit einem Querschnitt von mindestens 0,25 m² aufweisen, wobei eine der Seitenlängen das Maß von 450 mm nicht unterschreiten darf. Auch das hat der „Buschecker“ genau kontrolliert…

Die Öffnung darf durch Fahrzeugbauteile nicht eingeschränkt werden. Sie müssen von innen durch eine den Anforderungen entsprechende Kennzeichnung leicht erkennbar und nach außen jederzeit leicht zu öffnen sein. Und das hat der Test- und Technikredakteur auch in Augenschein genommen und für gut befunden – die Ingenieure von MAN haben gut gearbeitet! Kippt ein Bus um und lassen sich die Türen sich nicht öffnen,  wird es für die Fahrgäste schwierig bis unmöglich, das Fahrzeug aus eigener Kraft zu verlassen, wie die Unfallforschung der Versicherer (UDV) feststellten.

MAN hat den Lion’s City E LE im Oktober in Brüssel 2023 ins Rampenlicht gerückt. Die Weltpremiere feierte er mit Klasse I-Zulassung, bereits ein Jahr später erhielt er in der Kategorie Überlandbus die Auszeichnung „Sustainable Bus of the Year 2025“ und wurde ebenso 2025 mit dem „busplaner Innovationspreis 2025“ prämiert. „Die Auszeichnungen belegen eindrücklich, dass unser Engagement für Nachhaltigkeit, innovative Technologien und anpassungsfähige Lösungen sowohl für die Anforderungen des modernen öffentlichen Verkehrs im urbanen, als auch suburbanen Raum überzeugen“, sagt Darko Simeunovic, Leiter Vertrieb Bus bei MAN Truck & Bus Deutschland.

Mit der auf Kundenfeedback angepassten Bodenlandschaft mit erhöhtem Heckbereich sorgt es für einen besonders hohen Sitzkomfort. So verfügt der Bus über maximal 43+1 Fahrgastsitze (Klasse I-Zulassung) plus Sondernutzungsfläche für Rollstuhl und Kinderwagen sowie eine motorturmfreien Hecklandschaft in Low-Entry-Bauweise und ist damit wie gemacht für Vorortlinien mit Klasse-I-Zulassung. Zudem markiert der Low Entry-Bus den vollelektrischen Einstieg von MAN ins wachsende Segment der Überlandbusse. Denn seit Ende 2025 ist die Klasse-II Zulassung für den Einsatz auf Überlandlinien möglich, für die auch die strengere Vorgabe zur Aufbausteifigkeit in der UN ECE R 66.02 gilt.

Insgesamt bietet der 12,2 Meter lange Stadtbus bei Klasse II-Zulassung bis zu 39 Sitzplätze für Fahrgäste in Fahrtrichtung sowie rund weitere 20 Stehplätze. Zudem steht ein Platz für Rollstuhl oder Kinderwagen zur Verfügung. Der BEV-Überlandbus nach Klasse II wartet im Heck mit einem Hochboden statt einer zerklüfteter Hecklandschaft mit Stufen und Podesten auf. Die beiden Notausstiegsluken befinden sich direkt neben dem Fahrer an Tür 1 sowie im Bereich des Stehperrons gegenüber Tür 2 und sind während der Fahrt fest verriegelt.

Bei einem unbeabsichtigten Öffnen ertönt beim Fahrer ein optischer, akustischer und haptischer Alarm. Ob Sascha Böhnke das in seinem Film ausprobiert hat? Auflösung in Kürze auf Youtube, wenn der Film über den MAN Lion’s City E LE online gegangen ist… MAN hat mit dem LowEntry-Ableger das Einsatzspektrum des Lion’sCity E erweitert. Und, darauf legt MAN besonderen Wert, als erste deutsche Busmarke kann der vollelektrische Klasse II-Überlandbus MAN Lion’s City 12 E LE schon seit dem viertem Quartal 2025 bestellt werden. (Böhnke/MAN/omnibus.news/Sr)

 

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