
Auf der Fachmesse Mobility Move in Berlin präsentiert Bosch mit dem Fuel Cell Power Module (FCPM) C100 eine neue Variante seines Brennstoffzellen-Antriebssystems, die für alle Bustypen, insbesondere aber für städtische Busse geeignet ist. Foto: omnibus.news/Schreiber
Europäische Städte setzen für ihren öffentlichen Personennahverkehr zunehmend auf lokal emissionsfreie Omnibusse. Auf der Fachmesse Mobility Move in Berlin präsentierte Bosch mit dem Fuel Cell Power Module (FCPM) C100 eine neue Variante seines Brennstoffzellen-Antriebssystems, die für alle Bustypen, insbesondere aber für städtische Busse geeignet ist. Mit dieser klimaneutralen Lösung können die Fahrzeuge elektrisch und bei Einsatz von regenerativ erzeugtem Wasserstoff komplett CO₂-frei angetrieben werden.
Ende Februar 2026 hat der Ausschuss für Wirtschaft und Energie den Gesetzentwurf der Bundesregierung zum beschleunigten Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft beschlossen. Ziel des sogenannten Wasserstoff-Beschleunigungsgesetzes ist es, die Verfügbarkeit von Wasserstoff schneller zu erhöhen und rechtliche Rahmenbedingungen zu vereinfachen. Planung, Genehmigung und Bau von Wasserstoffinfrastruktur sollen in Deutschland deutlich beschleunigt werden. Das Gesetz stehe im „überragenden öffentlichen Interesse“, so der Ausschuss.
Wasserstoffinfrastrukturprojekte erhalten damit in künftigen Zulassungsverfahren ein besonderes Gewicht. Die Bundesregierung verspricht sich davon eine deutliche Dynamik beim Ausbau entsprechender Anlagen – mit unmittelbaren Auswirkungen auch auf den Verkehrssektor. Dass die Branche auf politische Signale reagiert, zeigen aktuelle Marktzahlen: 2025 wurden in Deutschland 336 neue Linienbusse mit Brennstoffzellenantrieb (FCEV, >8 Tonnen) zugelassen. Damit liegt die Bundesrepublik europaweit klar an der Spitze – deutlich vor Frankreich mit 47 und Italien mit 36 neuen Fahrzeugen.
Insgesamt wurden in Europa (EU27 plus UK, ICE, NO, CH, SRO und UA) 558 Brennstoffzellenbusse dieser Klasse neu in Betrieb genommen. Auffällig: 60 Prozent aller neu zugelassenen FCEV-Linienbusse in Europa fahren in Deutschland. Mit der jetzt in Berlin auf der Mobility Move ausgestellten kompakten Variante C100 ergänzt Bosch sein FCPM-Portfolio, dessen Leistungsspektrum von 100 bis 300 Kilowatt reicht. Die flache Bauweise mit einer Höhe von nur 40 Zentimetern ermöglicht die für den europäischen Markt typische Dachmontage.
Das System ist konzipiert für Stadtbusse mit 12 bis 18 Metern Länge, bietet die typischen CAN- und Diagnoseschnittstellen und lässt sich einfach integrieren. Das FCPM C100 basiert auf der Variante FCPM C190 für Überland- und Reisebusse. Letztere geht noch in der ersten Jahreshälfte 2026 in Demofahrzeugen in den Testbetrieb und wird dieseltypisch im Heck verbaut. Das FCPM C300 ist mit ihren 300 Kilowatt Systemleistung schließlich die passende Energiequelle für schwere Lkw und Reisebusse. Bosch engagiert sich seit vielen Jahren stark für den Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft und entwickelt technische Lösungen für die Erzeugung, Infrastruktur und Anwendung von Wasserstoff.
Bosch verkündete 2025 den Markteintritt seines Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks zur Produktion von Wasserstoff. Darüber hinaus arbeitet das Unternehmen noch an der Technik für Wasserstoffmotoren und biete entsprechende Komponenten für die Saugrohr- und Direkteinblasung an, wie es in Berlin hieß. Das sich das Engagement lohne, wurde auf der Mobility Move auch voller Stolz kommuniziert: Für die Entwicklung der mobilen Brennstoffzelle wurde ein Entwicklerteam von Bosch Ende 2025 mit dem Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten für Technik und Innovation ausgezeichnet. (Bosch/omnibus.news/Sr)